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Foto-Tipp: Weißabgleich - Spielen mit der Farbtemperatur

von Jörg Theimeram 27.12.20081167 mal gelesen1 Kommentar
Buseck | Quelle:http://de.wikipedia.org/wiki/Farbtemperatur
Bilder wurden im Kloster Altenberg / Oberbiel angefertigt ( http://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Altenberg)
Die Farbtemperatur ist ein Maß für den Farbeindruck einer Lichtquelle. Sie wird definiert als die Temperatur, auf die man einen Schwarzen Körper (planckschen Strahler) aufheizen müsste, damit er Licht einer Farbe abgibt, das (bei gleicher Helligkeit und unter festgelegten Beobachtungsbedingungen) der zu beschreibenden Farbe am ähnlichsten ist (Englisch: correlated colour temperature = ähnlichste Farbtemperatur). Die Einheit für die Farbtemperatur ist Kelvin (K). Die spektrale Verteilung des Lichts, das Quellen mit gleicher Farbtemperatur abstrahlen (sogenannte metamere Lichtquellen), kann sehr unterschiedlich sein. Metameres Licht kann ein kontinuierliches Spektrum aufweisen (wie z. B. Glühlampen) oder sich auf ein paar schmale Spektralbänder beschränken (wie z. B. Energiesparlampen und Flachbildschirme). Will man die Qualität der Farbwiedergabe bei Beleuchtung mit einer Lichtquelle definieren, bedient man sich des Farbwiedergabeindex.
Davon abzugrenzen sind die Ausdrücke kalte Farbe und warme Farbe, die dem Kalt-Warm-Kontrast zugrunde liegen.

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Kelwin (1)Farbtemperatur (1)
In der Fotografie ist die Wahl der richtigen Farbtemperatur wichtig, damit ein Motiv in den korrekten Farben aufgenommen werden kann, das heißt so, wie es dem natürlichen Seheindruck entspricht.
Die internationale Norm für mittleres Sonnenlicht (vor- beziehungsweise nachmittags) beträgt 5500 Kelvin; Tageslichtfilme sind so sensibilisiert, dass sie bei Farbtemperaturen um 5500 K eine für das menschliche Auge korrekte Farbwiedergabe erzielen, Kunstlichtfilme je nach Typ entsprechend bei etwa 3100 bis 3400 K. Bei anderen Farbtemperaturen müssen Konversionsfilter vor das Objektiv gesetzt werden, beziehungsweise in der Digitalfotografie ein (oft automatischer) Weißabgleich vorgenommen werden.

Eine weitere Einheit der Farbtemperatur ist das Mired, berechnet als:
Diese Einheit kann verwendet werden, um bei bekannten Farbtemperaturen und Kompensationsfaktoren (angegeben als Mired) die neue Farbtemperatur zu berechnen:

Eine Nachbearbeitung unkorrekter Farben im Labor ist in gewissen Grenzen möglich, geht aber immer auf Kosten der Qualität.

Charakteristische Farbtemperaturen für typische Lichtquellen (nur Richtwerte) Lichtquelle Farbtemperatur
Kerze 1500 K
Natriumdampflampe (SON-T) 2000 K 1)
Glühlampe (40 W) 2200 K
Glühlampe (60 W) 2680 K
Glühlampe (100 W) 2800 K
Glühlampe (200 W) 3000 K
Halogenlampe 3000 K
Fotolampe Typ B, Halogenglühlampe 3200 K
Fotolampe Typ A bzw. S, Spätabendsonne kurz vor Dämmerungsbeginn 3400 K
Leuchtstofflampe (Kaltweiß) 4000 K 1)
Xenon-Lampe, Lichtbogen 4500–5000 K
Morgensonne-/Abendsonne, D50-Lampe (Druckerei) 5000 K
Vormittags-/Nachmittagsonne 5500 K
Elektronenblitzgerät 5500–5600 K
Mittagssonne, Bewölkung 5500–5800 K
Tageslichtlampe 5600–7000 K 1)
Bedeckter Himmel 6500–7500 K
Nebel, starker Dunst 7500–8500 K
Blauer Himmel (z. B. im Schatten) bzw. kurz nach Sonnenuntergang und kurz vor Sonnenaufgang, Blaue Stunde 9000–12.000 K
Klares blaues, nördliches Himmelslicht 15.000–27.000 K
1) Gasentladungslampen haben ein diskontinuierliches Spektrum.
Besondere Probleme bereiten künstliche Lichtquellen, insbesondere Leuchtstofflampen, da sie je nach Alter und Beschichtung der Glasröhre unterschiedliche Farbtemperaturen und Farbwiedergabeeigenschaften
(Farbwiedergabeindex) haben. Mischungen verschiedener Lichtquellen sind ebenso problematisch. Trotzdem gibt es für optische Zwecke (z. B. Proofdruck-Beurteilung) spezielle Leuchtstofflampen mit definierter Farbtemperatur mit z. B. 5000 oder 6500 K und ggf. auch günstigerem Alterungsverhalten. Beim Einsatz als Lichtquelle für Fotoaufnahmen wird man jedoch u. U. mit dem Problem konfrontiert, dass diese Lichtquellen keineswegs, wie es dem menschlichen Auge erscheint, ein breitbandiges weißes Licht ausstrahlen, sondern prinzipbedingt mehr oder weniger breite Lücken im Spektrum aufweisen. Wenn diese Lücken zufällig mit Empfindlichkeitsminima oder -maxima des Bildaufnahme-Sensors korrelieren, kommt es zu unerwarteten Effekten.

Insbesondere in der Digitalfotografie lassen sich mit Hilfe der Farbtemperatur und des Weißabgleichs interessante Effekte erzielen.

Das menschliche Gehirn kann unterschiedliche Farbtemperaturen ohne eine zweite Lichtquelle zum Vergleich nicht objektiv beurteilen, da es den Weißabgleich in Form der chromatischen Adaption von allein durchführt.

 
 
 
 
 
 

Kommentare zum Beitrag

Norbert Fust
2.912
Norbert Fust aus Gießen schrieb am 29.12.2008 um 11:31 Uhr
Ein höchst lesenswerter Beitrag !
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Jörg Theimer

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Jörg Theimer
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