Bürgerreporter berichten aus: Buseck | Überall | Ort wählen...

Gegendarstellung zum Beitrag "Weltzirkustag" v. 19.04.11

Buseck | In Deutschland reisen mindestens 70 Zirkusse mit Wildtieren durch die Lande. Ein fahrender Zirkus kann auf die Bedürfnisse der Tiere keine Rücksicht nehmen; der Betrieb wechselt ständig den Standort, Käfige müssen Platz sparend transportiert und schnell auf- und abgebaut werden. So leben die Tiere die meiste Zeit in viel zu engen Transportwagen. Zum Klettern, Graben, Laufen, Baden oder Schwimmen ist kein Platz.

Giraffen, Löwen und Affen vegetieren in kleinen Käfigwagen oder auf winzigen Auslaufflächen dahin, ein Einzelgänger wie der Tiger wird mit Artgenossen zusammengepfercht, hochsoziale Elefanten werden einzeln gehalten und stehen stundenlang an der Kette.
Die Folgen sind starke Verhaltensstörungen: Stereotypien, Aggressionen oder Apathie.

Kein Tiger springt in freier Wildbahn durch einen brennenden Reifen, kein Elefant macht freiwillig einen Kopfstand. Solche Dressurnummern sind das Ergebnis fragwürdiger Trainingsmethoden und keineswegs – wie gern behauptet wird – eine „Abwechslung“ im bewegungsarmen Alltag der Tiere.
Am Ende ihres Leidensweges können Tiere, die zu alt für die Manege sind, nur selten auf ein "Gnadenbrot" hoffen. Kaum ein Zirkus kann sich das leisten. Also werden die Tiere eingeschläfert oder verkauft und damit einem ungewissen Schicksal ausgeliefert.

Mehr über...
Zirkus (18)
Aber auch die Tiere, die im Zirkus bleiben, haben kein besseres Leben: Sie bleiben in ihren Käfigen oder winzigen Gehegen und werden hier bei der Tierschau präsentiert.
Der "Tierbedarf" eines Zirkus wird in der Regel aus der "Überproduktion" von Zoos und Tierparks gedeckt.

Auch der erwähnte "Vorzeigezirkus" Charles Knie unterscheidet sich nachweislich in der Haltung kaum von allen anderen Zirkussen.
http://www.vier-pfoten.de/website/output.php?id=1227&idcontent=3137&language=1

Tierschutzverstöße sind fester Bestandteil fahrender Zirkusse. Die viel gepriesenen deutschen Zirkus Leitlinien sind unverbindlich und absolut unzureichend. Im direkten Vergleich mit den Haltungsvorgaben für Zootiere zeigen sich große Diskrepanzen: Zirkuselefanten wird z.B. nur die Hälfte der Gehegegröße zugestanden wie den Zootieren. Es ist offensichtlich, dass insbesondere Wildtiere wie Bären oder Giraffen unter Zirkusbedingungen leiden. In kaum strukturierten Käfigen und Gehegen können sie ihre Bedürfnisse nicht ausleben. Dressurtraining, Auftritte in der lauten Manege und ständige Transporte zu neuen Gastspielorten sind keine bereichernde Abwechslung für die Tiere, sondern zusätzlicher negativer Stress. Dementsprechende Verhaltensstörungen zeigen sich bei den meisten Zirkustieren und werden von wissenschaftlichen Studien belegt. Auch Unfälle, bei denen Menschen zu Schaden kommen, passieren immer wieder. Ein Verbot von Wildtieren im Zirkus ist überfällig! Andere Länder sind uns da weit voraus, Österreich, Ungarn, Schweden oder Finnland haben das Mitführen von Wildtieren in Zirkussen bereits untersagt oder eingeschränkt.

Von daher möchte ich auf diesem Wege verdeutlichen, dass der Beitrag zum Weltzirkustag reine Augenwäscherei und Verschönigung der Gegenbenheiten darstellt.

Kommentare zum Beitrag

Barbara Felde
405
Barbara Felde aus Gießen schrieb am 04.05.2011 um 10:22 Uhr
Hi Jenny,
endlich sagt mal jemand die Wahrheit. Ist doch klar, dass das ein Zirkus selbst nie zugeben wird. Aber zum Glück gehören die Zirkusse ja sowieso zu der aussterbenden Spezies. Im Übrigen geht es doch auch ohne wilde Tiere, die nicht in den Zirkus gehören. Das beweist Cirque Du Soleil, oder?
Nicole Kocaoglu Schmidt
710
Nicole Kocaoglu Schmidt aus Heuchelheim schrieb am 04.05.2011 um 11:15 Uhr
Frau Burger spricht mir aus der Seele.
Die Haltung von Exoten in Zirkussen ist einfach überholt und ethisch nicht mehr zu vertreten. Gerade Großkatzen ist ein artgerechtes Leben nicht zu bieten. Tiger durchstreifen in einer Nacht viele Quadratkilometer ihres Territoriums und haben einen extremen Bewegungsdrang. Auch das jagen nach Beute gehört zu ihrem natürlichen Verhalten. Das uralte Argument der Dompteure, die Tiere wären ja seit Generationen gezüchtet und hätten dieses Verhalten verloren, ist schlichtweg unwahr.
Cirque du Soleil ist einfach nur ein wunderbares Beispiel für eine spektaktuläre Artistik, super Show, OHNE TIERE!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Jenny Burger
1.588
Jenny Burger aus Buseck schrieb am 04.05.2011 um 16:06 Uhr
Es war mir doch seit des Weltzirkustages ein Bedürfnis, die Gegebenheiten, die nun mal auch im Zirkus Knie existieren, ins rechte Licht zu rücken.
Die Entwicklung von uns Menschen und unserer Technik rast so rasant voran, dass diese uralten "Brauchtümer" einfach auch abgeschafft gelten und der modernen Welt angepasst.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Jenny Burger

von:  Jenny Burger

offline
Interessensgebiet: Buseck
Jenny Burger
1.588
Nachricht senden
Aktuellste Beiträge des Autors:
Zwei Katzenmädchen verlieren ihr Zuhause // sind in Obhut
Die beiden Katzenmädchen Meggy und Peggy sind Geschwister und sind...
Eine Trainingsstunde der besonderen Art
Eine Trainingsstunde der besonderen Art bot die Ausbildungs-und...

Weitere Beiträge aus der Region

Mit dem Schwertschlag begrüßt Barbara ihre Jünger
Raketenartilleristen feiern den Barbara-Tag
Traditionell trafen sich ehemalige Gießener Artilleristen um das Fest...

Dieser Beitrag als Banner

Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Link:
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.