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Hundefreundliche Städte - eine Seltenheit

Buseck | Während andernorts auch im Jahr 2011 die „Hundefreundlichste Stadt“ in Deutschland gesucht wurde, muss man leider feststellen, dass die Stadt Laubach diese Bezeichnung wohl nie erhalten wird. Vielmehr drängt sich der Verdacht auf, dass Hunde und ihre Zweibeiner in Laubach nicht gern gesehen werden.

Laut mehrfacher Pressemitteilung des Ordnungsamtes Laubach haben die Verunreinigungen durch Hundekot und auch die Beschwerden über freilaufende Hunde „sehr“ stark zugenommen. Die Hundehalter werden eindringlich auf die Einhaltung der geltenden Bestimmungen hingewiesen. Zudem werden verstärkte Kontrollen durch Mitarbeiter des Ordnungsamtes angekündigt, die Verstöße mit Bußgeldern ahnden werden.

Zugegeben, das Ärgernis über die Hinterlassenschaften der Vierbeiner ist nach zu vollziehen, da es neben vielen vernünftigen Hundehaltern auch unvernünftige gibt, die den Kot nicht entsorgen. Aber warum denn immer gleich mit Repressionen drohen? Ein harmonisches Miteinander von Hundehaltern und Nichthundehaltern ist möglich, wie man am Beispiel Darmstadt sehen kann!

Darmstadt zeigt positiv, dass ein „Miteinander von Hunde- und Nichthundehaltern“ funktionieren kann und deshalb wurde die Stadt mit dem DOGS AWARD 2011 der Zeitschrift DOGS ausgezeichnet.
Mehr über...
Parkbesuch (1)Laubach (671)Hundesteuer (5)Hunde (476)
Für die 4000 gemeldeten Hunde gibt es idealer Weise rund um das Stadtgebiet einen grünen Gürtel, aber auch mitten in der Stadt ist man „den Bewohnern auf vier Pfoten positiv gesonnen“. So setzen die Ordnungshüter in den 8 Innenstadtparks (in allen ist Leinenpflicht angesagt) auf konstruktive Kommunikation und appellieren bei Vergehen zunächst an die Einsicht der Halter. Bei „Verstößen“ werden nicht sofort Bußgelder verhängt, sondern bei einem Erstverstoß wird immer zuerst das aufklärende Gespräch mit den Betroffenen gesucht.
Zudem - und das ist ein wirklich ganz toller Aspekt - fördert Darmstadt die Ausbildung von Hund und Herrchen bzw. Frauchen: Der Nachweis eines „Hundeführerscheins“ plus einer Haftpflichtversicherung befreit Darmstädter Halter von der Hundesteuer!!!
Auch wird der Dialog zwischen Hundebesitzern und ihren Mitbürgern unterstützt. Beispielsweise finden in Zusammenarbeit mit dem Darmstädter Tierheim und der Hunde-Akademie Vorträge für Menschen mit Hundephobie statt. Und: Darmstädter Kinder können im Rahmen eines jährlichen kostenfreien Umweltdiploms in der Hunde-Akademie von Trainerin Perdita Lübbe das Verhalten der Vierbeiner kennenlernen und üben so die besten Umgangsformen beim Kontakt mit frei laufenden Tieren.

Der Chef-Redakteur der Zeitschrift DOGS hat es wie folgt zusammengefasst: „Neben den exzellenten formalen Rahmenbedingungen und den attraktiven Grünflächen sorgt die positive Grundstimmung für einen außergewöhnlich entspannten Alltag mit Hund.“
Und der Oberbürgermeister von Darmstadt betrachtet die Auszeichnung „als Anerkennung für Darmstadts Bemühungen, für ein harmonisches Miteinander von Hundehaltern und Nichthundehaltern zu werben und bei Problemen nicht gleich auf Repressionen zu setzen“.

Schade, dass so wenig Städte und Gemeinden dem Beispiel Darmstadt folgen.
Im Gegenteil vielerorts werden die Hundesteuern sogar erhöht. So hat Laubach gerade die Steuer für jeden 2. Hund von 60,- auf 120,- Euro herauf gesetzt und erwartet für das Jahr 2011 Einnahmen von 40.000 Euro.
Mir ist bewusst, dass Steuergelder nicht zwangsgebunden verwendet werden müssen, aber es wäre ein positives Signal von Seiten der Stadt, wenn sie einen kl. Teil des Geldes in die Anschaffung entsprechender Kotbeutelspender investieren würde.
Hierzu fiel mir bei einem Besuch im Schlosspark auf, dass die Stadt Geld für Hinweisschilder mit ermahnenden Worten an die Hundehalter, die den Schlosspark besuchen wollen, ausgibt aber im Schlosspark selbst findet sich leider kein einziger Kotbeutelspender mit Mülleimer. Schade!

Als regelmäßige Besucherin der Stadt Laubach gehe ich mittlerweile eher ungern mit meinem Hund dort spazieren, weil man sich eben irgendwie „nicht“ erwünscht fühlt.

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Kommentare zum Beitrag

Antje Amstein
6.003
Antje Amstein aus Gießen schrieb am 19.04.2011 um 17:33 Uhr
Das wird uns leider nicht helfen, die Städte und Gemeinden versuchen mit der Steuererhöhung Hunde und Hundehalter aus den Gemeinden zuverbannen.
Alles wäre ja einfacher!
Andrea Allamode
808
Andrea Allamode aus Buseck schrieb am 19.04.2011 um 17:55 Uhr
Aber eigentlich sollte man doch glauben, dass Orte mit ländlicher Struktur etwas anders ticken :(
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Andrea Allamode

von:  Andrea Allamode

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Interessensgebiet: Buseck
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