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"Ein Ekel wird kuriert" - Die gelungene Premiere der Komödie der Theatergruppe des Gesangvereins Oppenrod

von Tina Mohram 15.12.20081217 mal gelesen1 Kommentar
Mit stürmischem Applaus wurden die schauspielischen Leistungen aller Akteure gebührend gefeiert.
Mit stürmischem Applaus wurden die schauspielischen Leistungen aller Akteure gebührend gefeiert.
Buseck | Wie man ein Ekel kurieren kann, das konnten die Zuschauer am Vorabend zum dritten Advent in der Rahberghalle in Oppenrod lernen. Zur Premiere dieser Komödie in drei Akten von Walter G. Pfaus hatte die Theatergruppe des Gesangvereins „Sängerlust“ 1881 Oppenrod eingeladen. Eingeleitet wurde der Abend durch die Darbietungen des Männergesangvereins Oppenrod unter der Leitung von Matthias Schulze. Der Chor stimmte die Gäste mit volkstümlichen Liedern auf den Abend ein. Des Weiteren überraschte der gemischte Chor "O-Ton" aus Oppenrod, ebenfalls unter der Leitung von Matthias Schulze, mit melodisch gesungenen Spirituals, die bestens in die vorweihnachtliche Zeit passten.
Die Komödie „Ein Ekel wird kuriert“ ist eine moderne Adaption vom in den 1970er Jahren so beliebten „Ekel Alfred“ aus der Serie „Ein Herz und eine Seele“. Auch Hans Prollo, das Pendant zu Ekel Alfred, lässt an seinen Mitmenschen kaum ein gutes Haar. So möchte er nicht, dass seine Schwägerin ihren Geburtstag bei ihm zu Hause mit seiner Frau Elli und Tochter Nina feiert. Die Feier soll am nächsten Tag stattfinden. Für den gleichen Tag kündigt sich aber
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auch ein alter Freund von Hans an namens Gerd Willich. Auf ihn freut sich Hans sogar. Aber auch seine Tochter Nina hat für diesen Tag etwas Besonderes geplant: Ihre Eltern sollen dann ihren Verlobten und Vater ihres ungeborenen Kindes kennen lernen. Was Hans Prollo nicht weiß, ist, dass er den jungen Mann namens Markus schon von seinem Stammtisch kennt. Hans bezeichnet ihn als „Taugenichts- ein ewiger Student“. Als Hans merkt, dass er dem Besuch nicht entkommen kann, spielt er, wie das Publikum von seiner Frau Elli erfährt, wie schon so oft den Kranken. Daher endet der zweite Akt auch theatralisch mit den Worten Hans Prollos: „Ich glaub, ich sterbe!“ Die bloße Wiedergabe reicht dabei allerdings nicht aus, die Hingabe, und vor allem die Betonung, die Ralf Schmiedel seiner Rolle einhaucht, angemessen zu erfassen. Die anwesenden Gäste auf Schwägerin Trudes Geburtstagsfeier haben Hans jedoch durchschaut und feiern daher munter weiter. Der Zuschauer bekommt von der Feier aber nichts zu sehen, weil der Hauptblickwinkel in Prollos Wohnzimmer bleibt, der darin darüber nachdenkt, wie er die Gäste am besten vertreiben kann. Er beschließt, zu dem Mittel zu greifen, dass bisher alle ungebetenen Gäste vertrieben hat: Er braut seine eigene Bowle.
Darin befinden sich abgestandener Wein, Essig, Strohrum, Gin und Wodka- eine Mischung, die dem Zuschauer die beabsichtigte Wirkung schon durch bloße Aufzählung der Zutaten vor Augen führt. Prollo bezeichnet es so: „Ist schlecht die Küche und der Keller, verziehen sich die Gäste schneller!“ Währenddessen hat aber der Nachbar Hollerbeck, der auch als Gast auf der Feier ist, in weiser Voraussicht eine eigene Bowle gemacht, die er in einem unbeobachteten Moment mit der von Prollo austauscht. So können die übrigen Gäste sich unbesorgt die Bowle schmecken lassen. Das geschieht dann auch, und Prollo wundert sich, dass allen die Bowle so gut schmeckt. Aber Hollerbeck hat ein Glas von Prollos Bowle aufgehoben und als Prollo dann die Bowle probieren möchte, reicht er ihm sein eigenes, ekliges Gebräu. Prollo prustet den Schluck quer über die ganze Bühne. Er wurde überlistet. Dann kommt der Showdown: Tochter Nina gesteht ihm, dass sie mit ihrem Verlobten zusammenziehen möchte. Daraufhin sagt Ehefrau Elli, dass sie Prollo auch verlässt und mit ihrer Tochter geht. Jetzt ist es an Prollo zuzugeben, was ihm seine Frau bedeutet. Er gesteht ihr, dass er sie braucht und ohne sie nicht leben kann. Nachdem er den Bedingungen seiner Frau zustimmt, nämlich nicht mehr so rüpelhaft zu reden, ihr im Haushalt zu helfen und sie bei der Dorfwirtin arbeiten zu lassen, beschließt sie, bei ihm zu bleiben. Auf diese Weise wurde das Ekel kuriert.
Der Abend gestaltete sich für die Zuschauer sehr kurzweilig, was nicht zuletzt an der humorvollen Inszenierung von Lydia Rullmann lag. Auch die Schauspieler, allen voran Ralf Schmiedel als Hans Prollo, brachten die zahlreichen Besucher in der Rahberghalle durch ihr komödiantisches Talent zum Lachen. Auch die Rolle von Tochter Nina, die von Katharina Schäfer sehr überzeugend dargestellt wurde, liefert in der Komödie einige Höhepunkte, zum Beispiel, als sie selbst ihren Vater charakterisiert: „ Er kann alles, er weiß alles und alle Frauen sind blöde Kühe und fast alle Männer Arschlöcher“. Gerade diese beiden Bezeichnungen sind im Verlauf der Handlung sehr oft zuhören, was Prollos ungehobeltes und cholerisches Bild nur unterstützt, da er sich immer über alles und jeden ganz fürchterlich aufregen kann. Die gesamte Handlung der Komödie spielt vor der gleichen Kulisse- im Wohnzimmer der Familie Prollo. Die Familie ist gutbürgerlich mit einem Ledersofa und Holzmöbeln eingerichtet, im Hintergrund stehen einige Grünpflanzen. Gerade die sehr realistische Kulisse lässt den Zuschauer darüber nachdenken, wie realistisch ein Charakter wie Hans Prollo ist. Aber, ganz ehrlich, der Erfolg dieses Stücks und auch von Ekel Alfred ist ein Indiz dafür, dass in jedem von uns manchmal ein Stück Hans Prollo steckt oder man zumindest jemanden kennt, der ihm ein bisschen ähnlich ist.

Mit stürmischem Applaus wurden die schauspielischen Leistungen aller Akteure gebührend gefeiert.
Mit stürmischem Applaus... 
 
 

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Kommentare zum Beitrag

André Kessler
19
André Kessler aus Buseck schrieb am 15.12.2008 um 13:37 Uhr
Hallo. Der Freund von Hans hieß "Gerd Nimmich".
Gruß, André Kessler (Schauspieler des Charakters "Markus Reich")
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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