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ein anderes Weihnacht

Weihnachtsspaziergang by Ela
Weihnachtsspaziergang by Ela
Buseck | Frohe Weihnacht – ein anderes Weihnacht.

Es ist weiß vor den Fenstern, sehr still, Wiesen, Felder und Wälder unter festem Eis erstarrt, nur die Vögel singen.
Tritt man hinaus, fängt einen das Weiß ein.
Schuhe knirschen im tiefen Schnee, Schneetreiben setzt ein.
Dicke feuchte Tropfen treffen Nase und Mund, doch kaum noch sieht man einen Straßenrand.
Mein Blick fällt auf einen Märchensilberwald.
Und meine Gedanken kreisen…
ein anderes Weihnacht, als wäre das glitzernde Glanzpapier um die Geschenke zu einer zerknüllten schmuddeligen Zeitung geworden mit der man nichts anfangen kann.

Es ist merkwürdig plötzlich ohne eigene Homepage zu sein.
Jahrelang war es mir ein Vergnügen, immer dann, wenn mir ein schöner Text einfiel, ein
Gedicht, Gedankensplitter, dann setzte ich ihn dort ein.
Manchmal stand ich mitten in der Nacht auf und schrieb.
Ich konnte schalten und walten, Seiten gestalten, Bilder einsetzen, Geschichten die mir nicht mehr gefielen, verändern, ja - ich richtete mir ein kleines – man könnte auch dazu sagen - ein zweites Zuhause ein.
Eines, in dem ich träumen und auch einmal aus der ungemütlichen und hitzigen Wirklichkeit fliehen konnte. Der arbeitsreichen, der immer unterwegs sein, meist in Hetze und Eile..
Mehr über...
Wehnachten mit Verlusten (1)
Dort gab es weder Sorgen noch böse Gedanken, es war ruhig, still und gemütlich, ich war mit mir und meinen Texten die sich zu Gedanken, Gedichten, zu Geschichten verdichteten - allein.

Es ist etwas völlig anderes als Texte für eine andere Homepage freizugeben, als Gastautorin dort mitzuwirken, in Anthologien dabei zu sein.
Dort bist du nur eine unter vielen, als Mitwirkende hast du, sofern einen Text vergeben, keinen Einfluss mehr darauf, ein anderer greift zu und setzt ihn ein.
Da steht er dann, über Jahre für all die Leser für die er gedacht.
Unverrückbar
weder von dir zu löschen noch zu verändern.
Vor circa 8 Jahren setzte ich auf Anfrage nach guten und unterhaltsamen Geschichten so manchen Text in fremden Seiten ein.
Heute bin ich froh diese Geschichten und Gedichte abgegeben zu haben, damit sind sie nicht verloren und dürfen dort Wortkinder von Angelface sein.
Doch mein Zuhause ist nun weg, erst einmal lähmt es mich wenn ich darüber nachdenke und was mache ich nun mit all den Gedichten, Gedankensplittern, Anekdoten und Texten, die mir jeden Tag im Kopf herumspuken?
Wo passen sie nun hin.
In einen Blog?
In die Zeitung in der ich mitschreibe?
Verschicken an Fremde, an Freunde?
Nein – nein, irgendwie alles nein.
Wohin mit all den Gedanken, den Sorgen, den euphorischen Freuden die ich empfinde?
Irgendwie ist und bleibt ein Gefühl zurück, verlassen worden zu sein.
Manches kann man schlecht in Worte fassen, dann stammelt man leise Wortfetzen vor sich hin.
Und dann wird plötzlich daraus ein Gedicht.
Es gab immer Leser, die sich für meine Gedanken und Themen interessierten, das soll nun zu Ende sein?
Irgendwie undenkbar
Irgendwie nicht fassbar
Irgendwie nicht einsehbar
Irgendwie nicht zu begreifen.
Wie wird es weitergehen.
Werde ich noch den Mut, die Kraft, die Freude und Begeisterung aufbringen mir etwas völlig Neues zu erschaffen?
Zeit, Herzblut, lange Nächte, Überlegungen und Gedanken, spontane Einfälle, neu erwachte Kreativität, Lebensfreude, Bildbasteleien, all das enthielt meine Homepage die ein anderer nun aus Mutwillen
und wahrscheinlich auch diebischem Spaß mit einem Klick und Virus zerstörte.
Man fragt sich vergeblich – WARUM -
Bittere Erkenntnis wie vergänglich doch Arbeit und manch Lebensinhalt ist oder werden kann, von einer Sekunde zur anderen, unerwartet.

Natürlich kann, wer keine eigenen Seiten hat, so manch einer sagen; ach, das ist doch nicht so wichtig, nicht so schlimm, schaff dir doch einfach eine neue Seite, …
aber kann, wird - etwas Neues, je wieder das sein, was das alte war? Nein –

Meine Texte, die in Jahren geboren, gewachsen und erwachsen geworden, sind wie meine Kinder an denen ich hänge, so scheine ich ein aussterbendes Fossil zu sein, das noch nicht fasst, dass sich das Leben rundum verändert hat.

Wo werde ich dichterisch, oder Geschichten schreibend in den nächsten Jahren unterwegs sein?
Werde ich es überhaupt, oder werde ich aufhören zu schreiben?
Frohe Weihnacht, ich weiß es nicht.

http://www.jungeautoren.de/Literarische_Arbeiten/Gedichte_und_Lyrik/Angelface/angelface.html

Geschichten sind wie Bücher in meinem Leben, sie sind und müssen es sein.
Und nun gehören solche wie diese in meine Biographie.

© Angelface

Kommentare zum Beitrag

Stefan Walther
3.906
Stefan Walther aus Linden schrieb am 26.12.2010 um 19:00 Uhr
Hey Angelika, (Angelface steht mir nicht zu :-)),

vielleicht klingt`s wie Phrasen? bin ja kein Dichter, deshalb kann ich es nicht besser ausdrücken, aber es ist ehrlich gemeint, ist doch auch was? :-)

Kopf hoch, Deine Beiträge, Deine Kommentare, allein hier in der GZ, sind es schon wert, dass Du weiter machst!
Klar, es ist was anderes, klar auch, nicht jede(n) interessiert alles, so geht es mir auch....wenn mich die Geschichten eines Katers (bin selbst Tierfreund nicht dass wir uns falsch verstehen!) nicht sonderlich interessieren, na und, dafür vielleicht andere Leser.... und Dein soziales Engagement, verpackt in einer guten Erzählung / eines Gedichtes..., was will man mehr?

darüber hinaus, es gibt so viele Möglichkeiten sich einzubringen, auch "einfach" mit schreiben... ich könnte, wenn ich wollte, wenn ich die Zeit (und die Ideen :-)) hätte... mich den ganzen Tag damit sinnvoll beschäftigen.

ist dafür wirklich eine eigene Homepage erforderlich / wichtig ? darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht....

man / Du sollte / solltest Dich auch nicht in diese virtuelle Welt zurückziehen, ist nicht(!) besserwisserisch gemeint, nur das richtige Leben ist immer das Entscheidende !?

Also, nie aufgeben, auch wir freuen uns, hoffentlich auch zukünftig, auf Deine Beiträge!
Angelika Petri
1.732
Angelika Petri aus Mücke schrieb am 26.12.2010 um 19:56 Uhr
Lieber Stefan
du kannst mich ruhig Angelface nenen, der Name hängt mir mittlerweile seit Jahren an, das Angelika kennt mancher kaum - lächel..
danke für deinen lieben Kommentar, er sagt mir - du kennst das Homepagebetreiben nicht - das viel Spaß und Freude macht auch ohne das übrige Privatleben im geringsten zu vernachlässigen...
es ist als Hobby und Abwechslung entstanden und mit den Jahren langsam gewachsen ohne täglich online zu sein, die Zeit hatte ich garnicht.
Der Berufsalltag einer Arzthelferin war - zumindest bei mir - wegen Personalmangel z.T. so stressig dass einem alles vergeht, aber zum Kräfteaufbau, zum abschalten und auf andere Gedanken kommen war mir die HP_arbeit immer willkommen und wurde mit zu einem Kind das man füttert sofern die Gedanken daran da sind ( soll im übertragenen Sinn gemeint sein -

Jetzt erst habe ich Zeit, seit ungefähr 3 Jahren viel freie Zeit zum schreiben und lesen beim leben.
Und mir begegnen viele Geschichten die es lohnt aufzuschreiben.
Erst durch den großen Zuspruch meiner Leser blieb ich dran und erweiterte sie mit vielen Gedichten und Geschichten, und gerade das ist in meiner Geschichte dann eben bedauerlich, dass die Arbeit daran durch den Unfug und Mutwillen eines anderen zerstört - und gehackt wurde.

dies ist eben eine etwas andere Weihnachtsgedankengeschichte in der Biographie oder hätte ich lieber Tagebuch darüber schreiben sollen?
Christian Momberger
10.800
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 02.01.2011 um 02:29 Uhr
Oh, das ist aber keine Schöne Geschichte. Ich hoffe daher, das Jahr 2011 wird besser.
Angelika Petri
1.732
Angelika Petri aus Mücke schrieb am 02.01.2011 um 08:58 Uhr
lieber Christian...
das Leben schreibt die Geschichten in den Wind und wir die Autoren oder Schreiberlinge schreiben sie auf damit sie andere auch lesen können...
dir ein gutes neues Jahr..
es gibt nicht nur " schöne, humorige, lustige Schichten, auch böse, wie in früheren Märchen von den" Gebrüdern Busch und Grimm" - unterhaltsam sind sie alle.
Mal sehen welche ich davon in dieses Jahr transportiere.
Zum Thema HP kann ich nur sagen, dort fanden sie ihren PLatz, HIER in die Zeitung "passt" wohl nicht jede hin...lacht...
dir einen guten Morgen und Dank für deinen KOmmentar.
Angel
Christian Momberger
10.800
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 02.01.2011 um 10:24 Uhr
Nicht zu danken! Und die netten Grüße gleichfalls auch an Dich.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Angelika Petri

von:  Angelika Petri

offline
Interessensgebiet: Mücke
Angelika Petri
1.732
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