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Luxus lesen

Buseck | .


Luxus lesen, Luxus schreiben

Handgeschriebenes
wird zur Rarität.
… immer mehr zur Kostbarkeit wie alles Privates.

Heute fand ich den Brief einer Freundin, er rutschte aus einer meiner alten Akten.
Er war noch in Gold geschrieben, versehen mit Blümchen und kleinen Herzchen am Rand.
So haben wir früher immer unsere Post ausgetauscht, es dauerte 2 - 3 Tage bis der Postbote kam, der noch mit Spannung erwartet wurde.Heute ginge es flugs in einem.
Heute? Heute gibt's so was längst nicht mehr. Eigentlich schade.
Heute gehört das Briefe schreiben wohl eher in die Akte Nostalgie.
Oder was werden wir unseren Kindern und Enkeln sagen?
Da dachte ich so bei mir.

Wer schreibt heutzutage denn noch mit der Hand?
Nur noch ein paar Bekloppte?
Vielleicht die alte Mutter dem längst erwachsenen Kind.
Romantiker, die nicht von alten Gewohnheiten ablassen möchten.
Liebende die sich was ins Ohr flüstern mögen.
Oder ganz Alte, die nix anderes kennen.
Es stirbt aus.
Jeder hat einen PC, meint man, oder wenigstens eine Schreibmaschine, einen I-Pot, ein Handy. Die berühmte SMS, mit der Hand schreiben strengt an.
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Kultur (511)handgeschriebenes (1)ausgestorben (1)
Die Handschriften sind auch nicht mehr wie früher, man schmiert mit Kugelschreiber, kaum einer schreibt mehr wie früher mit Tinte, das machte ganz automatisch eine schöne Schrift.
Dabei ist es etwas ganz besonderes einen Brief mit der Hand zu schreiben.
Irgendwann wird man sich daran wieder zurück erinnern dass es etwas Besonderes ist, dann, wenn es keine Briefe mehr gibt und man sie nur noch in Büchern abgedruckt findet, dann empfindet man sie vielleicht wieder als eine Seltenheit, eine Kostbarkeit, egal wer sie geschrieben hat, egal was darin steht.
Als ein Relikt der Vergangenheit, der Verbundenheit zwischen zwei Menschen die sich etwas zu sagen hatten.
Doch ich glaube, wenn heute jemand anfangen würde einen Brief zu schreiben, er säße erst einmal davor und wüsste nicht mehr, womit er die Zeilen füllen sollte, so sehr hat man sich angewöhnt im Telegrammstil zu kommunizieren, man hat sich - so schlimm es ist, kaum mehr etwas zu sagen.
Ich hebe all meine handgeschriebenen Briefe auf
Egal wer sie mir - wann auch immer - mit welchem Inhalt - geschrieben hat, ich binde sie, hefte sie ab, archiviere sie und von Zeit zu Zeit, hole ich sie mir hervor und erfreue mich an ihnen.
Dann tauchen die Gesichter der Vergangenheit auf und ich sehe sie mit dem gebührenden Abstand zu ihnen, sie sind ein Teil meiner prall gefüllten gerne gelebten Vergangenheit.
ich sehe Gesichter hinter den Worten:
Geliebter…
Wie geht es dir……vermisst du mich…oder
… liebe Freundin, hattest du heute einen guten Tag…

Sie sind ein Teil meines gelebten Lebens, ein Teil der Zeit ,als man sich und dem anderen noch Briefe schrieb und sich etwas zu sagen hatte, was unersetzlich ist, man nie vergessen sollte, auch wenn es längst vorbei ist, es war einmal, und es ist kostbar und wert, nie vergessen zu werden.
Briefe schreiben, ja - das ist heute eher eine Seltenheit.

© Angelface

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Kommentare zum Beitrag

Regina Appel
4.738
Regina Appel aus Gießen schrieb am 21.12.2010 um 20:03 Uhr
Ich freue mich über jede Postkarte und jeden Brief.
Bin auch eine fleißige Schreiberin, vielleicht in der Hoffnung auch Karten zu erhalten.
Schöner Text, regt an über unsere schnelllebige Welt einmal nachzudenken.
Angelika Petri
1.795
Angelika Petri aus Mücke schrieb am 21.12.2010 um 20:16 Uhr
Liebe Regina, ja - gerade um die Weihnachtszeit fiel mir das ein, da bekommt man mal handgeschriebenes Kleines, auf einer Geschenkkarte, eine Notiz auf einem Päckle, so etwas und ähnliches wenn einer dran denkt es nicht allzu förmlich und geschäftsmäßig- kühl abzuschicken und dieser kleine persönliche Gruß ist manchmal mehr wert als ein großes Geschenk dass man im Laden kaufen kann, denn er verrät, da hat sich einer was dabei gedacht.
ich denke bei solch texten immer an unsere Kinder denen wir ein gewisses Erbe zurücklassen
Briefe schreiben, ist sicher nicht mit dabei...
liebe Grüße...und Dank für deinen lieben Kommentar; Angel..
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