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Sinnvolle Tierschutzarbeit im Ausland

von Jenny Burgeram 12.12.20101456 mal gelesen8 Kommentare
Buseck | UNGARN - bei diesem Land vermag man an Puszta, fruchtbare Tiefebenen, majestätisches Gebirge, Donau, Balaton, Gulasch und Paprika zu denken. Ein gastfreundliches Land, das seit 1999 in der Nato und seit 2004 Mitglied in der EU ist.
Während der Tourismus wächst, ist die Armut der Landbevölkerung in jedem Dorf zu erleben. Tierschutz spielt dort keine Rolle. Als Welpe oder Junghund kommen die Tiere dort meist an die Kette und niemand prüft während der Jahre des Wachsens, ob die Kette zu eng wird, sie wächst ein.

Die alltägliche Entsorgung älterer und kranker Tiere erfolgt durch Aussetzen, Aufhängen, Erschlagen, Verhungern lassen oder per Wurf aus dem fahrenden Auto.

Die meisten Hunde in Ungarn werden draussen angekettet gehalten und als Wachhunde genutzt. Seit Generationen werden die Tiere so gehalten und überwiegend mit eingeweichtem alten Weißbrot ernährt.

Die Menschen müssen teilweise selbst um das Überleben kämpfen, für medizinische Versorgung der Tiere, artgerechte Ernährung, Impfungen und Kastration bleibt nichts übrig.
Das aus 1978 stammende Tierschutzgesetz findet nur ganz langsam in den neuen Generationen Aufmerksamkeit.

Mehr über...
Ausgesetzte Hunde vermehren sich unaufhaltsam und unzählig. Auf den Strassen kämpfen täglich inzwischen ganze wilde Rudel um ihr Überleben. Die meisten Hunde werden vergiftet oder in eine der ca. 80 aktiven Tötungsstationen verfrachtet, wo sie eine durchschnittliche Verwahrzeit von 14 Tagen haben, bevor sie erschlagen, erschossen oder ohne Narkose mit T61 ermordet werden. Ein grausamer Tod, der bei Durchbrechen des Nachwuchskreislaufes hätte vermieden werden können !

Es liegt in der Hand des Menschen !
In Zusammenarbeit mit anderen Organisationen hat es sich die Pfotenhilfe Ungarn daher u.a. zur Aufgabe gemacht, auch Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung z.B. in Schulen, Verbesserungen des geltenden Tierschutzgesetzes herbeizuführen und landesweit Kastrationsprogramme durch zu führen.

Wir hoffen dadurch, dass immer mehr Menschen ihre moralische Pflicht erkennen und übernehmen. Wir versuchen inständig im Namen der Tiere, für die wir (die Menschen) Verantwortung tragen, für ein würdiges Leben zu kämpfen, ohne unnötiges Leid und Qualen.
Die Pfotenhilfe Ungarn hat vor geraumer Zeit begonnen, diverse Kastrationsprogramme erfolgreich umzusetzen.
Zum Beispiel erfolgt eine Zusammenarbeit mit der Ungarischen Tierärztekammer, worin regelmäßig eine bestimmte Anzahl freilaufender Hunde eingefangen, in der Klinik in Budapest kastriert und nach Genesung am Fundort wieder frei gelassen werden. Für diese Arbeit sind wir alle auf Spenden angewiesen.
Nur so kann eine weitere Population der Strassenhunde und endloses Tierleid vermieden werden.
Es reicht bei weitem nicht aus, die Tiere zu retten und in bessere Lebensumstände, z.B. in Deutschland, zu vermitteln. Das Problem muss vor Ort eine Lösung finden ! Nur durch konsequentes Kastrieren der Tiere kann auf Dauer das grauenhafte Elend ein Ende finden.
Vielleicht können irgendwann alle bestehenden Tötungsstationen in gut geführte Tierheime umgewandelt werden ?
Es gibt viel zu tun !

Wenn Sie helfen möchten, können Sie diese wichtige und wertvolle Arbeit mit Spenden für diese Projekte unterstützen. Sie können Ihre Hilfe mit dem Stichwort "Kastrationsprogramme" überweisen an
Pfotenhilfe-Ungarn.e.V., Nord-Ostsee-Sparkasse, BLZ 217 500 00, Konto-Nr. 149900775 .
Ihre Spende wird dann zweckgebunden nur für diese Projekte verwand werden können.
Weitere Infos finden Sie unter www.pfotenhilfe-ungarn.de.

Im Namen aller notleidenden, gequälten und geschundenen Tiere darf ich Ihnen ein wunderschönes, besinnliches Weihnachtsfest wünschen.

 
 
 
 

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Kommentare zum Beitrag

Manuela Eichmann
1.072
Manuela Eichmann aus Staufenberg schrieb am 12.12.2010 um 22:09 Uhr
Danke Jenny für die umfangreiche Info. Ich denke, daß viele Menschen noch gar nicht wissen welch elendige Zustände für die Tiere in Ungarn herrschen. Kastration ist die einzige Möglichkeit die Masse an Hunden einzudämmen. Es ist ein langer Weg, aber wenn alle zusammenlegen ist etwas zu bewegen.
Ilse Toth
32.924
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 12.12.2010 um 23:40 Uhr
Hallo Jenny, ich habe in Ungarn gelebt und weiß um die Not der dortigen Tiere im ländlichen Raum. Auf dortigen Märtken werden Tierkinder verkauft wie Obst! Ob Ost- oder Südeuropa, es es ein unvorstellbares Elend. Tierschützer sind völlig überfordert. Es fehlt an allen Ecken und Enden an Geld. Warum nur verschließt die EU nur ihre Augen vor dem Hunderttausendfachen Leid der Tiere? Warum wird für diese wichtige Aufgabe kein Geld gegeben? Wenn man liest, für welche unsinnigen Dinge EU Gelder ausgegeben werden, ist es umso unverständlicher warum man hier nicht eingreift. Wir benötigen einen einheitlichen Tierschutzstandart in Europa!
Jenny Burger
1.588
Jenny Burger aus Buseck schrieb am 13.12.2010 um 17:56 Uhr
Danke für Eure Meinungen dazu. Im Grunde spricht mein Beitrag für alle Elendsländer wie Spanien, Italien, Griechenland usw. Nur, Ungarn, und erst recht Rumänien sind am grausamsten. Leider ist es wohl so, dass es in Ungarn nicht möglich ist, dass ein beispielsweise deutscher Tierarzt seinen "Urlaub" dort verbringt und nimmt Kastrationen vor. Nach geltendem Recht dürfen das nur ungarische Ärzte. Und die lassen sich teuer bezahlen. Es geht also nicht um die Hilfe für Ungarn, sondern um die der Menschenhand hilflos ausgelieferten Tiere. Sie brauchen unsere Hilfe. Genauso, wie arme Kinder in der dritten Welt. Sie alle sind die Schwächsten einer jeden Gesellschaft und benötigen unser ALLER Aufmerksamkeit, Verantwortung und Hilfe. Es gibt schon kleine Fortschritte in Ungarn, die junge Gerneration macht die Augen auf. Die Bevölkerungsaufklärung, die seit Jahren betrieben wird, trägt endlich Früchte. Zwar nur ganz kleine, aber es lohnt sich, dafür weiter zu kämpfen, damit sich auch dort für die Tiere endlich etwas ändert.
Wir haben hier in Deutschland die eigenen Tierheime voll mit armen Seelen, aber im Vergleich zu den gequälten Kreaturen in den o.g.Ländern sind unsere Tierheime hier purer Luxus. Ich bin der Meinung, dass der hiesige Standard für unsere Tiere nicht einbüssen darf, wir müssen hier alles dafür tun, dass es "unsren" Tieren gut geht. Aber wir dürfen nicht den Blick abwenden von denen, welche in Not und Leid und Dreck und Schmerz leben müssen. Wir sind angehalten, zu helfen, dieses Leid zu mindern. Ich wünsche mir für die Länder, in denen Tierschutzgesetzte keinen Raum finden, dass sie irgendwann deutschen Standard erreichen.
Es ist schlimm, was hier vor der eigenen Türe passiert, aber das alltägliche Geschehen in Ungarn ist nicht mehr hinnehmbar. Wir alle, denen es gut geht, sind es den Ärmsten und Schwächsten schuldig, hinzusehen !
Ilse Toth
32.924
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 13.12.2010 um 18:45 Uhr
Wir haben in Deutschland flächendeckend Tierheime. Wir können uns um die Tiere in Deutschland kümmern. Amtsveterinäre können eingreifen. Vergleichsweise zu anderen Ländern in Süd- und Osteuropa hat der Tierschutz bei uns einen hohen Stellenwert. Europaweit werden die Tiere nicht nur getötet, sondern grausam mißhandelt und gequält. Und kaum einer schaut hin. Und diejenigen Tierschützer bei uns, deren Blick nicht über den Tellerrand gehen, müssen sich fragen lassen, ob Tierschutz nicht grenzenlos sein muss.
6
Melanie Spatz aus Allendorf (Lumda) schrieb am 13.12.2010 um 20:15 Uhr
Ich habe mir auch einen Hund aus dem Ausland geholt und mich dadurch näher mit dem Thema befasst. Es ist wirklich grausam, wie dort teilweise mit den Tieren umgegangen wird und die Tierheime tun was sie können, kämpfen aber teilweise selber ums überleben. Eine Auslansdadoption ist eine Gute und sinnvolle Sache, da man damit einem Hund das Leben rettet, aber noch sinnvoller ist es, durch eine Spende dazu bei zu tragen, das das Elend der Tiere nicht noch größer wird durch unkontrollierte Vermehrung.
Mit freundlichen Grüßen M.Spatz
Ilse Toth
32.924
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 13.12.2010 um 20:40 Uhr
Hallo Melanie Spatz, das Problem in Südeuropa ist oft, dass ein kastriertes Tier nichts wert ist. Außer Geld , was die dortigen Tierschützer dringend benötigen um Tiere kastrieren zu lassen und Tiere aus den Perreras zu holen, muss vor Ort Aufklärungt betrieben werden. Der Anfang ist gemacht. Aber ist wird noch ein dorniger und steiniger Weg sein, bis spürbare Verbesserungen erreicht werden. Bis dahin muss das Ausland den kleinen, vierbeinigen "Flüchtlingen" Asyl gewähren. In einem verträglichen Maß! Und wichtig ist, dass die Schutzgebühr für die Hunde und Katzen zurück in das Land geht, woher die Tiere kommen. Denn die dortigen Tierschützer sind bettelarm.
Jenny Burger
1.588
Jenny Burger aus Buseck schrieb am 14.12.2010 um 13:01 Uhr
Der Existenz von Perreras, Canilli und Tötungsstationen muss die Grundlage genommen werden. Gleichzeitiges Umdenken der Bevölkerung führen zur Eindämmung der Population, und damit verbunden, dieses entsetzliche Leid. Bis dahin müssen wir ganz konsequent kastrieren, kastrieren und nochmal kastrieren !
Mal abgesehen davon, dass diesen profitgierigen Hundevermehrern mächtig auf die Finger zu hauen ist.
Wo ist der Respekt, den wir unseren Mitgeschöpfen zu zollen verpflichtet sind ?
Ilse Toth
32.924
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 14.12.2010 um 14:23 Uhr
Das Problem ist, dass die Perreras kommerzielle Betriebe sind, die nach Anzahl der Tötungen bezahlt werden. Dort wird man natürlich großen Wert darauf legen, so viel wie möglich an Hunden und Katzen einzufangen.
Die Gemeinden müssen überzeugt werden, dass Tierheime und vorgenommene Kastrationen preiswerter sind, als Perreras. Denn dort müssen die Tiere 14 Tage aufbewahrt , gefüttert und tierärztlich versorgt werden. Es muss Personal und ein Tierarzt bezahlt werden. Das Töten kostet auch Geld. Diese Leute denken nur finanziell, da ist kein Gedanke an das Leben der Tiere. Das war schon immer so, also machen wir es auch weiter so.
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