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Rundumpflege im Alter, kann ein Laie die leisten?

Buseck | Pflegen bis der Tod kommt.
Das klingt makaber und scharf - ich weiß, es ist aber so.
Pflegen ist ein harter Job und gar mancher geht an ihm kaputt.

Man kann nur pflegen wenn man selbst stabil und gesund ist!

Wie viele Menschen gibt es auf der Welt, die bis zur Selbstaufgabe andere pflegen.
So einige, denke ich, die es besser lassen sollten-

Rund um die Uhr „Pflege“ ist eine Lebensaufgabe. Sie erfordert viel Geduld und kostet Lebenszeit.
Man muss etwas davon verstehen, Distanz halten, Emotion abschalten, wobei ich nicht menschliche Gefühle meine.
Andere pflegen erfordert eigene Substanz.
Eigenes gesund sein. Sowohl physisch als auch psychisch.

Nicht körperlich krank, aber verwirrt zu sein - Demenz - Wahrnehmungsstörungen - Alzheimer bei einem Patienten, einem Familienangehörigen
heißt: da sein für einen - 24 Stunden rund um die Uhr – auch Nachts und in eigenen schlechten Zeiten, man muss sich vorher fragen, kannst du das wirklich leisten?
Man fängt sich so etwas nicht an, um es nach 2 Wochen wie ein ungeliebtes Spielzeug wieder in die Ecke zu stellen.
Es heißt, sein eigenes erfülltes Leben hintenan stellen, es heißt Verzicht auf eigene Interessen, auf ein eigenes, ganz anderes Leben.
Mehr über...
Pflegezustand (1)doch nicht krank (1)Demenz (37)Alzheimer (4)alt (19)
Es heißt Verzicht auf Urlaub und eigene Freizeit.
Jemanden anderen pflegen zu wollen, nur weil der bisher für einen selbst da war, ist die völlig falsche Motivation, sie ist zwar durchaus ehrenhaft, aber falsch.

Man kann auch einen anderen Menschen mit seinem Mitleid zu Tode pflegen!
Ganz einfach, indem man ihn falsch pflegt, ihm in allem nachgibt und seinen Willen lässt, selbst dann, wenn man weiß, der andere redet und will - nur Unsinn.

Es gibt psychische Erkrankungen, die gehören in die Hand eines Fachmannes, genauso wie physische Erkrankungen, darüber sollte man sich bewusst sein.
Wenn ich von etwas nichts verstehe, lasse ich die Finger davon.

Manches kann man sich vielleicht in einigem „anlesen“ um einem anderen weiter zu helfen, aber letztendlich, geht nichts ohne Arzt, wenn einer wirklich krank ist.
Bei eingebildeten Kranken ist das natürlich schon etwas anderes.
Die spielen manchmal Hilflosigkeit und Gebrechlichkeit vor, nur um nicht alleine zu sein.

Wer will unterscheiden, wann einer tatsächlich krank ist .und wann einer nur nicht alleine sein will oder glaubt, es nicht sein zu können..

Depressive Erkrankungen mit all ihren vielleicht unangenehmen Folgeerscheinungen wie: Lustlosigkeit, Desinteresse, nicht mehr am Leben teilnehmen – Tablettenmissbrauch, Suizidgefährdung,
gehören immer in die Hände eines behandelnden Arztes, der die medikamentöse Behandlung übernimmt, sie festlegt, sie beobachtet und gegebenenfalls durch eine Gesprächs - Therapie ergänzt.

Es ist äußerst gefährlich sich selbst darauf einzulassen.

Lass die Finger davon ist mein Rat, du kannst als Laie nicht wirklich helfen!
Alles andere ist Schwachsinn und schwachsinnig willst du doch nicht sein, oder?

Manchmal ist echte Hilfe, auch n e i n zu einem Menschen zu sagen um ihm wirklich zu helfen.


© Angelface

Kommentare zum Beitrag

Florian Schmidt
3.850
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 27.09.2010 um 09:43 Uhr
Tja, aber Laien werden Hartz IV getrieben immer mehr zu Pflegekräften "qualifiziert". Nicht weil sie es wollen, sondern weil sie unter Sanktionsdrohungen gezwungen werden. Was kann einem pflegebedürftigen Menschen schlimmeres angetan werden?
Angelika Petri
1.756
Angelika Petri aus Mücke schrieb am 27.09.2010 um 10:38 Uhr
ich kann mir nichts Schlimmeres vorstellen als einen alten, schwachen, vielleicht noch demenzkranken in den Händen eines Menschen zu wissen, der die Pflege nur aus "geldnotstand" und in Gleichgültigkeit übernimmt ohne mit dem Verstand und dem Herzen dabei zu sein, inkompetent und nicht dafür ausgebildet zu sein ist er keinerlei wirkliche Hilfe.Ich denke Menschen, die sich Geld dazu verdienen müssen um den Hartz4 Zustand zu überleben gibt es heutzutage wirklich viel, doch aus sie spreche ich nicht von der Verantwortung frei einen "Job" abzulehnen den sie nicht verstehen, es gibt genug andere Stellen in denen sie ihr Zubrot verdienen und nicht den Rücken eines Kranken, hilflosen Menschen der sich nicht mehr wehren kann.
Nicole Freeman
7.266
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 30.09.2010 um 06:41 Uhr
Ich denke Herr Schmidt spricht von der Idee Die fehlenden Zivis durch Hartz 4 Empfaenger zu ersetzen unter Sanktionsdrohung also Zwangsweise. Das war eine der Schlimmsten ideen die ich je vernommen habe. Wenn die Wehrpflicht ausgesetzt bzw weniger Eingezogen werden muessen auch weniger bzw keine Personen zum Zivildienst. Wie soll jemand wirklich gute Pflege leisten wenn er nur kurz geschult wurde und zudem keine lust auf diesen job hat. Gerade die Pflegeberufe sind eher Berufung. Kleines Geld zu harter koerperlichen und seelischen arbeit. Wer da nicht mit dem Herz dabei ist kann es nicht. Die armen pflegebeduerftigen die an einen Pfleger kommt der sagt ok sonnst gibts weniger Hartz 4
Angelika Petri
1.756
Angelika Petri aus Mücke schrieb am 02.02.2011 um 09:07 Uhr
Im Moment gibt es eine hochinteressante Reportage in 2 Teilen im Zweiten zu diesem Thema, die mich außerordentlich berührt hat, denn irgendwann könnte es ja sein, dass auch wir davon familiär gestreift werden und regaieren müssen.
Frühzeitige Aufklärung und Information finde ich wichtig
ebenso wie Tipps wie man sich die Pflege erleichtern kann,
ab wann man sich - wo - Hilfe dazu holt, um nicht selbst krank und ausgebrannt zu werden
was Zusatz - Pflegekräfte kosten
und Informationen, wie es dem Patienten damit eigentlich geht!!!
Das wird oftmals als eigentliche Frage nämlich vergessen.
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von:  Angelika Petri

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Angelika Petri
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