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Walter Riester erläuterte das Konzept der Riesterrente vor 700 Gästen

Walter Riester erläuterte im Busecker Kulturzentrum sein Konzept der Altersvorsorge
Walter Riester erläuterte im Busecker Kulturzentrum sein Konzept der Altersvorsorge
Buseck | "Die staatlichen Zulagen für die Riesterrente berechne ich Ihnen auf einem Bierdeckel", versicherte Walter Riester (SPD), ehemaliger Bundesarbeitsminister in der Regierung Schröder und Erfinder des Konzepts der Riesterrente. Riester und Vorstandsmitglied der Volksbank Mittelhessen, Volker Remmele, erläuterten am vergangenen Donnerstag in einem Pressegespräch im Busecker Kulturzentrum die Vorteile der privat finanzierten Rente. Laut Riester hat die fondsgebundene Form des Riestersparens für alle berechtigten Personen keine Risiken oder Nachteile. Das "Riestern" sei demnach einkommensunabhängig, durch staatliche Zulagen attraktiv gestaltet und vor allem sicher, denn das derzeitige Riestermodell garantiere die vollständige Auszahlung der ersparten Erträge inklusive aller Zulagen bei Renteneintritt.
Für das Riestersparen sind alle Personen berechtigt, die eine rentenversicherungspflichtige Beschäftigung ausüben, Arbeitslosengeld oder ALG II-Leistungen beziehen, Wehr- und Zivildienstleistende, Beamte oder vom Staat angestellte Personen mit Anspruch auf eine beamtenrechtliche bzw. beamtenähnliche Versorgung, sowie Personen, die aufgrund von Pflegemaßnahmen, Kindererziehung (bis einschließlich dem 3. Lebensjahr) und Vorruhestand nicht oder nur bedingt erwerbsmäßig tätig sein können.
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Dagegen haben Personen, die keine Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, bzw, früher eingezahlt haben, wie Studenten rentenversicherungspflichtige Selbstständige, Altersrentner und versicherungsfrei Beschäftigte, die den Arbeitgeberbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung nicht durch eigene Beiträge aufstocken, keinen Anspruch auf die Riesterrente. Ausnahmen bestehen, sofern der Ehepartner zum Kreis der anspruchsberechtigten Personen gehört.
Die staatlichen Zulagen für die Riesterrente werden seit ihrer Einführung im Jahr 2002 stetig angehoben. Seit 2008 beträgt der jährliche Zuschuss pro Person 154 Euro und pro Kind 185 Euro (Geburt vor dem 01.01.2008) oder 300 Euro (Geburt nach dem 01.01.2008). Einzahlen muss der Antragssteller mindestens 60 Euro im Jahr. "Dies können sich sogar Hartz4-Empfänger leisten", erklärte Riester. Er rechnet vor: Im Idealfall erhält eine Familie mit zwei Kindern jährlich 908 Euro Zulagen und muss 60 Euro im Jahr einzahlen. Die 1,3 Millionen Geringverdiener mit Anspruch auf einen Zuschuss der Agentur für Arbeit in Höhe von 200-250 Euro müssen keinen eigenen Sparbeitrag leisten. Aber auch für Vielverdiener lohne sich das "Riestern", so der Sozialdemokrat, denn die Einzahlungen in den Riesterfonds können steuerlich abgesetzt werden. 900 Euro kriegt ein Single mit einem Einkommen von 55000 Euro brutto jährlich vom Finanzamt zurückerstattet.
Jedoch sind es vor allem junge Menschen, für die sich das Riestersparen lohnt. Eine lange Vertragslaufzeit sorgen im Alter für hohe Sparerträge, die kombiniert mit den beantragten Zulagen eine "gesicherte Alterszusatzvorsorge" ergeben. Auch an die Planungssicherheit für die gesamte Sparzeit haben die Riesterplaner gedacht: Wer plant irgendwann ins Ausland zu ziehen, bekommt innerhalb der EU die gesamte Riesterrente ausgezahlt, außerhalb der EU muss der Sparer auf lediglich 15 Prozent der Rentenauszahlung verzichten. Im Falle einer Zahlungsunfähigkeit, die zum Beispiel durch Arbeitslosigkeit oder Krankheit verursacht wird, dann werden die eigenen Sparbeiträge verringert oder der Vertrag wird für eine vereinbarte Zeit komplett eingefroren. Gekündigt darf ein Riestervertrag seitens des Anlageanbieters nicht, so schreibt es das Gesetz vor.
"Viele Menschen denken, sie könnten sich das Riestersparen nicht leisten", so der ehemalige Arbeitsminister, "dabei ist die richtige Beratung das A und O". Die Volksbank Mittelhessen, Partner der Union Investment, ist einer der größten Anbieter der fondsgebundenen Altersvorsorge, vertreibt hauptsächlich Investmentfonds und ist für 25000 Kunden zuständig. Walter Riester, selbst Vorstandsmitglied der Union Investment, wird im Rahmen seiner Vortragsreihe durch Mittelhessen Mitarbeiter der Volksbank für die Beratung der Riestervorsorge weiterbilden und zertifizieren. Insgesamt 200 Volksbankmitarbeiter werden im Abschluss des Lehrgangs kompetente Beratungen über alle Anlageformen und Laufzeitvarianten der privat finanzierten Rentenversorgung durchführen können. Viele Faktoren spielen dabei eine Rolle, mitunter das Alter, das Familienverhältnis und der Beruf des Antragstellers. Eine Provision stellt die Volksbank für ihre Beratungsdienste nicht in Rechnung, lediglich laufende Verwaltungskosten in Höhe von 1,4 Prozent und ein geringfügiger Ausgabenzuschlag für Investmentpapiere, der sich nach der Vertragslaufzeit richtet, sind jährlich zu zahlen.
In der abendlichen Podiumspräsentation im Busecker Kulturzentrum erläuterte Walter Riester rund 700 Gästen der Volksbank alle Vorzüge der Riesterrente und stand abschließend in einer Diskussion den Besuchern Rede und Antwort. Seine Tour führt am 16. September in die Stadthalle Wetzlar und am 23. September in die Stadthalle Marburg. Beide Veranstaltungen beginnen um 19:30 Uhr.

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Kommentare zum Beitrag

Stefan Walther
3.906
Stefan Walther aus Linden schrieb am 22.09.2010 um 19:55 Uhr
Soll man das ernst nehmen oder handelt es sich hier um eine Satire?

= Klasse Werbung für die Privatversicherungen, die verdienen nämlich ein "Schweinegeld" mit der Riester-Rente!

Hätten wir genügend versicherungspflichtige Beschäftigte und nicht Millionen Arbeitslose, Minijobber, Zeitarbeiter im Niedrigstlohnsektor und würden die Rentenversicherungsbeiträge ausschließlich für die Rentenzahlung genommen, ja dann bräuchte man sich mit sowas nicht zu beschäftigen, aber dann wäre ja eine "Goldgrube" weg :-))
und über Aussagen wie "das kann sich sogar der Hartz IV Empfänger leisten" gehe ich besser nicht ein = dies können nur Leute behaupten, die vom Leben von Hartz IV Empfängern höchstens in "talk-shows" mal was gehört haben :-))
Michael Nudelmann - Mitarbeiter der GZ-Redaktion
2.870
Michael Nudelmann - Mitarbeiter der GZ-Redaktion aus Gießen schrieb am 23.09.2010 um 07:37 Uhr
Sehr geehrter Herr Walther, zufällig habe ich von sogenannten Hartz4 Empfängern nicht in "talkshows" oder ähnlichem gehört, sondern bin selber davon betroffen. Ebenso wie einige Menschen in meinem Bekanntenkreis. Und was soll ich sagen: Es haben Riesterveträge viele von ihnen Riesterverträge laufen, seit Jahren, und das ist für geringfügig Beschäftigte und Langzeitarbeitslose der einzige Weg sich überhaupt eine Alterszusatzversorgung zu sichern, die einen auch im Alter überm Wasser hält. Und selbst wenn derjenige den Vertrag abbrechen muss, sagen wir mal, weil das angeblich soziale Sozialamt einem sonst das hart angesparte "Vermögen" zu 100 Prozent abzocken würde, wird jeder Cent, den man ins Riestersparen investiert hat, wieder ausgezahlt. Ohne Boni versteht sich, aber besser als alles an das Sozialamt zu verschenken. Natürlich verdienen sich Versicherer dumm und dämlich und mit Sicherheit hat Herr Riester keine Angst, seine Pension könnte ihm irgendwann nicht ausreichen. Aber die Liste der wohlhabenden Nutznießer ließe sich unendlich fortführen, diejenige die jedoch ihren Kunden derart gute und faire Bedingungen bieten, sind meines Wissens nach selten. Vor allem aus der Sicht eines Hartz4 Empfängers...
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von:  Michael Nudelmann - Mitarbeiter der GZ-Redaktion

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Interessensgebiet: Gießen
Michael Nudelmann - Mitarbeiter der GZ-Redaktion
2.870
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