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Großen-Buseck zeigt sich „absolutely british“

Die Neue Philharmonie Frankfurt begeisterte mit einem absolut britischen Konzert.
Die Neue Philharmonie Frankfurt begeisterte mit einem absolut britischen Konzert.
Buseck | Ganz im Zeichen Großbritanniens hat das Konzert der Neuen Philharmonie Frankfurt am Samstagabend im Schlosspark in Großen-Buseck gestanden. Zahlreiche Besucher haben sich zu dem Open-Air-Konzert eingefunden, das im Rahmen der Busecker Markt und Kulturtage stattgefunden hat. "Absolutely British!" hieß das Programm und genau das erwartete das Publikum auch, bis hin zu den Papierfähnchen mit dem Union Jack, die die Zuschauer schwenken konnten. Damit stand das Konzert ganz in der Tradition der britischen „Proms“, die jährliche Sommerkonzertreihe in London, die mit der „Last Night of the Proms“ endet, dem legendären Abschlusskonzert, bei dem das Publikum Fahnen schwenkt und mitsingt.
Die Neue Philharmonie Frankfurt ist bekannt dafür, dass sie nicht nur reine Klassikkonzerte gibt, sondern in Eigenproduktion ein buntes Repertoire aller Stile und Zeiten anbietet. „Absolutely British!“ ist die siebte Eigenproduktion des Orchesters. Das Programm in Großen-Buseck reichte dann auch von Klassik über Musical bis hin zu Rock und Pop. Erlaubt war alles, was britisch war. So fing das Konzert ganz traditionell mit der britischen Nationalhymne „God Save the Queen“ an, während vor der Pause die inoffizielle Nationalhymne „Rule, Britannia“ von Thomas Augustine Arne gespielt wurde – auch das in Anlehnung an die „Proms“, wo das Stück zum festen Repertoire gehört.
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Gleich nach der Nationalhymne ging es mit der Feuerwerksmusik weiter, deren Schöpfer als einer der größten englischen Komponisten gilt: Georg Friedrich Händel. Das mag verwundern, da Händel in Deutschland geboren und in Italien ausgebildet wurde. Er ist aber schon relativ früh nach London ausgewandert und hat seine großen Opern und Oratorien alle in England komponiert. Die Feuerwerksmusik wurde von Händel 1749 komponiert und in London uraufgeführt, bei einem Fest, mit dem die Unterzeichnung eines Friedensvertrages mit Österreich gefeiert wurde.
Die Neue Philharmonie Frankfurt spielte die Feuerwerksmusik souverän und mit der nötigen Pompösität. Da die Akkustik unter freiem Himmel nicht so tragend ist wie in einem Konzertsaal, wurde das Konzert gleichzeitig über zwei Lautsprecher, die an den Bühnenrändern angebracht waren, übertragen. Bei den klassischen Stücken war dies sehr gewöhnungsbedürftig. Ein Teil der Atmosphäre ging dadurch zwangsläufig verloren und manchmal hörten sich die Klassikstücke an,
Nebel und Lichtshow sowie Band und Sänger (hier: Franco Leon) ergänzten das Orchester bei den Rock- und Popstücken.
Nebel und Lichtshow sowie Band und Sänger (hier: Franco Leon) ergänzten das Orchester bei den Rock- und Popstücken.
als wenn eine CD mit eher schlechter Tonqualität abgespielt wurde. Dieser Nachteil wurde dagegen bei den Liedern aus Musical, Pop und Rock in einen Vorteil verwandelt, denn für diese Musik waren die Lautsprecher perfekt. Nebelmaschine und Lichtshow ließen die Zuschauer manchmal vergessen, dass sie sich bei einem Orchesterkonzert befanden.
Neben Händels Feuerwerksmusik wurden „Die Hebriden“ von Felix Mendelssohn Bartholdy und „Variations on an Original Theme, 'Enigma', Op. 36“ von Sir Edward William Elgar als klassische Stücke gespielt. Das bekannteste Werk von Elgar, einem britschen Komponisten, der in der Nähe von Worcester geboren wurde, ist sicherlich „Pomp & Circumstances March No. 1“, das ebenfalls traditionell bei den Londoner „Proms“ gespielt wird und auch am Samstag in Buseck nicht fehlen durfte. Und auch im Schlosspark sah man viele Fähnchen, die von den Zuschauern bei dem Lied geschwenkt wurden.
Den Großteil des Konzertes machten allerdings nicht die klassischen Stücke aus. Traditionelle Lieder, wie „Amazing Grace“ oder „Auld Lang Syne“ wurden zusammen mit der „Pipe & Drum Band“ gespielt, die mit Dudelsäcken und Trommeln und ganz traditionell in Schottenröcken nach der Pause Einzug hielt. Stücke aus den Musicals „Evita“
und „Phantom der Oper“ von Sir Andrew Lloyd Webber wurden ebenso zum besten gegeben wie die Filmmusiken von „Harry Potter“ und „Miss Marple“ sowie Rock- und Popmusik von The Who, The Beatles, Queen, Tom Jones und Robbie Williams. Wer jetzt erwartet hatte, dass die Rock- und Popstücke als Kompositionen für ein reines Orchester gespielt wurden, der wurde enttäuscht. E-Gitarre und E-Bass, Keyboard und Sänger ließen einen glauben, bei einem Rockkonzert gelandet zu sein. Besonders deutlich wurde das bei „Baba O'Riley“ von The Who. Nur das abwechselnde Solo einer E-Gitarre mit einer E-Geige erinnerte die Zuschauer daran, dass hier ein Orchester am Werk ist, dass sich bei den Rock- und Popstücken nahtlos eingefügt hat.
Als Solisten sowohl für die Musicalstücke als auch für die Rock- und Popstücke zeigten Frieda Funke, Achim Dürr und Franco Leon eine beeindruckende Leistung. Besonders Leon, seit 2001 Solist bei der Neuen Philharmonie Frankfurt, wurde mit seinem Stimmumfang von 3 ½ Oktaven und der Fähigkeit, sich in Ausdruck und Stimme an die jeweiligen Lieder anzupassen schnell der Liebling des Publikums. Das Duett aus „Phantom der Oper“ wurde zu einer Ein-Mann-Show, da Leon sowohl den Part des Phantoms als auch, im Falsett, den Part
der Frau übernahm. Später zeigte er eine beeindruckende Leistung als er „who wants to live forever“ von Queen mit einer Stimme gesungen hat, die von der Stimme und dem Ausdruck des Originalsängers, Freddy Mercury, kaum zu unterscheiden war. Da war es für ihn ein Leichtes, die Parts von Robbie Williams oder Paul McCartney und John Lennon von „The Beatles“ zu übernehmen.
Das Publikum hat sich von der Stimmung mitreißen lassen und am Ende mitgesungen, im Takt mitgewippt und fleißig Fähnchen geschwenkt. Verdientermaßen gab es nach dem Konzert lang anhaltenden Applaus und Standing Ovations.
Die Stimmung bei diesem Freilichtkonzert war ganz sicher anders, als es in einem Konzertsaal möglich gewesen wäre. Auch wenn es im Laufe des Abends etwas kalt wurde, war die Lichtshow vor dem dunklen Hintergrund der Nacht sehr beeindruckend. Und erst nach dreieinhalb Stunden und drei Zugaben wurden die Zuschauer in die Nacht entlassen. Eine der Zugaben war „Music“ von John Miles, ein Stück, das perfekt zum Abend gepasst hat, da es Klassik und Pop in einer wunderschönen Liebeserklärung an die Musik vereint.

Die Neue Philharmonie Frankfurt begeisterte mit einem absolut britischen Konzert.
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