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Belagerung von Fremdkatzen.

Buseck | Kastriert oder nicht?
Ich selbst halte 3 kastrierte Katzen. Zwei Jungs, ein Mädchen.

Eine neue Woche hat begonnen. Es ist Montag und empfindlich kühl zeigt sich der April.
Nur 5° plus zeigt mein Außenthermometer an.
Ich stehe am Wohnzimmerfenster und lausche dem stürmischen Wind, der meinen Stiefmütterchen durch das bunte Näschen fährt, habe gerettet was vor dem kalten unwirtlichen Regenguss zu schützen war und sehe zu, wie sich der Lufthauch des Windes unter den Planen verfängt, sie aufhebt, erklappern lässt und dann mit einem stürmischen Ruck plötzlich auf die Terrasse befördert.
Dabei fällt mein Blick auf die unter dem Wohnzimmerfenster gelegenen Gräber von Julchen und Paulchen.
Eine schwarze Silhouette streicht mit schlankem Körper darüber. Verharrt, lauscht, schleicht dann Bauch am Boden, durchs Gras davon.
Es ist der schwarze Feind, der schon seit einigen Tagen oder Wochen aus dem Dorf zu uns hoch kommt.
Der Junge tut mir leid, aber anscheinend stehen wir unter seiner unmittelbaren Belagerung.
Schon letzte Woche hatte Merlin mein gestromter Kater mit ihm unangenehme Bekanntschaft geschlossen, die sich dahingehend zeigte, dass er ihn verdrosch und vom Balkon verjagte.
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kastriert oder nicht (1)es geht um Katzen (1)das ist die Frage (1)
Der Fremde erschlich die Katzenleiter und zeigte sich ziemlich frech und ungeniert. Stromerte auf der Terrasse herum und erschnupperte alles, dann hinterließ er die obligatorischen Spuren, denn er hat wohl meine Katzen gerochen. Merlin sah ihn von innen, jagte wie ein Federwisch durch die Katzenklappe und verjagte ihn zurück in den Hof, wo er dann das Hofgatter empor kletterte und im Gebüsch an der Straße verschwand. Seitdem beobachtet er uns.
Merlin sitzt oft oben im Schlafzimmerfenster hinter der schützenden Fliegengaze und blickt zu ihm hinunter. Etwas verunsichert und ängstlich wie mir scheint.
Tage später muss der Schwarze ihn aber doch in einem unbeobachteten Jagdmoment im Hof oder auf der Wiese erwischt und verletzt haben, denn Merlin kam mit einer stark lädierten Pfote nach Hause und humpelte.
„Mama, Pfote weh“ kam er auf mich zu und zeigte mir sein verletztes Humpelbein.
Erst dachte ich ja, er hätte es sich nur verknackst und wollte zuwarten, schließlich läuft man nicht bei jedem Pipifax zum Arzt, doch als es 2 Tage später immer noch nicht besser wurde, fuhr ich ihn doch zum Tierarzt und erfuhr dort, dass das Beinchen mit 2 tiefen blutenden Bisswunden stark verletzt worden war.
Antibiotikaspritzen und Druckverbände brachten meinen Buben dann während der Woche wieder auf seine 4 Beine, aber er war schwach und zeigte sich leidend. Zwei volle Tage verkroch er sich in der Kammer im Dunklen und wollte nicht einmal runter, was allein schon ein deutliches Zeichen für eine starke Unpässlichkeit war, denn Merlin ist ein Tier, das muss raus, kann er nicht, reißt er als Held und Krieger der sich vor nichts fürchtet, aus Wut und Frust die Katzenklappe aus der Wand.
Aber ich bemerke, er ist nun sehr vorsichtig geworden was das Herumstromern angeht. Jetzt sichert er erst die Umgebung ehe er die Katzenleiter hinunter klettert, dennoch kann ich nicht verhindern dass sich beide Kater begegnen.
Der schwarze schöne Fremde scheint nicht kastriert zu sein, denn er hinterlässt, ähnlich wie meine Kater im Hof und an den Bäumen und Sträuchern es zuweilen auch tun,
seine Duftmarke überall und dies mit einem kräftigen Schwall, selbst in den Gummistiefeln meines Nachbarn, was entsetzlich und penetrant riecht, worauf der mich nachdrücklich darauf aufmerksam machte und mich fragte ob ich den fremden Kater wohl kenne.
Nun, ich kenne ihn nicht.
Die Frage ist, wo kommt er wohl her?
Kastrierte Kater sind friedfertig und laufen nicht allzu weit – so Gott und es der betreffende Kater im ( Un) Sinn hat – weg vom Haus, erkunden meist nur die unmittelbare Umgebung und kommen auch regelmäßig heim, jedoch Unkastrierte können sich schon ohne Grund meilenweit von ihrem Zuhause entfernen. Dieser hier scheint kein Zuhause zu haben.
Was tu ich nur – für – oder gegen ihn, ich habe den Eindruck er bedroht uns regelrecht. .Entweder sucht er Spielgefährten oder Gegner, an denen er sich messen kann. Entweder sucht er ein neues Zuhause weil er weggelaufen ist, oder er wurde verstoßen, ausgesetzt und nicht mehr gewollt.
Ich bin etwas ratlos was zu tun ist, außer die Lage beobachten und darauf hoffen, dass ihm Merlin nicht nochmals vor die Flinte kommt.
Von weitem, aus meinen Fenstern sieht er recht wohlgenährt und gepflegt aus, lange scheint er also noch nicht unterwegs zu sein und es ist Sommer, in dem sich viele Freigänger länger außen aufhalten, ich sehe das ja an meinen Buben, die sich auch oft Nachts im Dunklen auf der Wiese aufhalten..
Auch Kasimir verlegt seine Ausflüge immer öfter außerhalb seines üblichen Reviers, folgt mir, wenn ich Richtung Dorf hinunter gehe, wie ein Hund auf Freiersfüßen und ich muss ihn oft genug energisch Richtung „ zurück nach Hause“ - schicken.
Aber was machen wir nun?
Ob wir ihn einfangen lassen sollen? Das Tierheim anrufen um eine Falle aufzustellen?
Meine Nachbarin hat ihn auch schon gesehen und vertrieben, weiß jedoch auch keinen besseren Rat. Sie würde ihn sofort aufnehmen wenn er es zuließe.
Schon seit Tagen, ja Wochen könnte man sagen, treibt er sich hier in der Gegend herum und im Gegensatz zu den übrigen Katzen, die in den umliegenden Häusern wohnen, und mit denen sich auch meine Katzen gut vertragen, sehe ich, dass sowohl Kasimir mein großer Schwarzer als auch Merlin auf ihn ängstlich, abwehrend und aggressiv reagieren, was mich zu der Annahme zwingt, dass dieser Kater unkastriert und wild sein Unwesen treibt.
Wenn er sich gut benehmen und die anderen Katzen nicht zusammen beißen würde, dann könnte man ihn ja aufnehmen, ihn füttern und ihm ein Zuhause geben, aber so, wird das wohl nichts, also muss der Tierschutz her.

© Angelface

Kommentare zum Beitrag

Ilse Toth
32.873
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 12.04.2010 um 14:41 Uhr
Es ist für eine Katze, die frei lebt und ihr Leben auch selbst gestaltet, sehr schwer, sich in einem Tierheim einzugewöhnen. Oft kümmern diese Katzen vor sich hin und leiden.
Tausende solcher Streuner leben in der Nähe von Ortschaften, einige treibt der Hunger in die Nähe der Menschen. Wir dürfen die um Hilfe suchenden Tiere nicht im Stich lassen.
Wichtig ist die Katzen zu fangen und kastrieren zu lassen. Hier hilft der Tierschutz.
Anschließend sollen die Katzen wieder in ihr angestammtes Revier gesetzt werden und einen Futterplatz bekommen.
Es wäre schön, wenn auch dieses Tier Hilfe bekommen könnte.
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