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Überlebenskünstler mit Mission – Rüdiger Nehberg bringt die Wildnis nach Buseck

Rüdiger Nehberg erzählte von Würmern, Krokodilen und von dem Abenteuer in der Wildnis zu überleben.
Rüdiger Nehberg erzählte von Würmern, Krokodilen und von dem Abenteuer in der Wildnis zu überleben.
Buseck | Eine „Gebrauchsanweisung für spannende Reisen“ hat Überlebenskünstler Rüdiger Nehberg am Dienstag bei seinem Diavortrag im ausverkauften Großen-Busecker Kulturzentrum versprochen und den Zuschauern gleich einige Tipps für das Überleben in der Wildnis mit auf den Weg gegeben. „Es ist alles erlernbar“ sagte Nehberg, der auch „Sir Vival“ genannt wird, und zeigte auf seinen Dias, dass er alles auch selbst ausprobiert hat. Gegen Erkältungen könne man sich am besten durch das Baden in einem Eisloch abhärten, erklärte er. Wildschweine könne man mit der Hand fangen – aber bloß nicht an den Vorderläufen fassen, denn Wildschweine sind bissig. Und während seiner Reisen hat er auch festgestellt, dass „ein gebratener Wurm viel besser schmeckt als ein roher Wurm“. Eine „Reise durch mein Leben“ nannte Nehberg den ersten Teil seiner Diashow, die ein bunt gemischtes Publikum nach Buseck lockte. Dieser Teil, bei dem es um das Überleben in der Wildnis ging, war der witzigste Abschnitt des Abends. Und wer sonst kann erzählen, wieviel Spaß es macht, einem Krokodil einen Schlafsack vor die Nase zu werfen und seine Reaktion darauf zu beobachten. Einige der Bilder waren allerdings für Zuschauer mit schwachen Nerven nicht geeignet. Überleben ist nicht immer schön.
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Nehberg, eigentlich gelernter Bäcker, ist in den 60er Jahren in den USA auf das Thema Survival gestoßen und seitdem fasziniert von der Fähigkeit, ohne große Ausrüstung in der Wildnis zu überleben. Seine ersten Abenteuerreisen führten ihn an den Blauen Nil, einen afrikanischen Wildwasserstrom, und in die Danakilwüste im Osten Äthiopiens. Und obwohl diese ersten Reisen schon über 30 Jahre zurückliegen, schafft Nehberg es immer noch, so spannend und lebhaft davon zu berichten, dass die meisten Zuschauer gebannt seinen Erzählungen lauschten.
Erleichtert erfuhr das Publikum, dass auch Nehberg nicht perfekt ist: auf Schiffen wird er seekrank. Das hat ihn allerdings nicht daran gehindert, mit einem selbstgebauten Tretboot über den Atlantik zu fahren.
Eine seiner wichtigsten Stationen im Leben begann 1980, als er nach Brasilien zu den Yanomami-Indianern gereist ist. Hier ging es ihm nicht mehr nur darum, zu reisen. Er begann, sich für die Indianer einzusetzen und die Öffentlichkeit auf ihr Schicksal aufmerksam zu machen. Sein Einsatz für die Indianer und ihren Lebensraum beschäftigte ihn 18 Jahre. Als dann
später auch viele andere Hilfsorganisationen ihre Zelte dort aufgeschlagen haben, sei es ihm aber zu ruhig geworden, erzählt Nehberg, und so sei er weitergezogen, um ein anderes Projekt zu finden. Da zeigt sich die rastlose Natur des Survival-Künstlers, dem Straßen zu langweilig sind, wenn er auf Reisen geht. Auch bei Hilfsprojekten sucht er sich diejenigen aus, die hoffnungslos erscheinen.
Damit begann der zweite Teil des Diavortrags, der im Gegensatz zum ersten Teil ein sehr ernstes Thema behandelte. Nehberg setzt sich seit zehn Jahren dafür ein, dass die genitale Verstümmelung von Mädchen in afrikanischen Ländern nicht mehr durchgeführt wird. Zu diesem Zweck hat er mit seiner Frau Annette und fünf Freunden seine eigene Stiftung „Target“ gegründet. Mit aufrüttelnden Bildern und einem eindringlichen Vortrag erzählt Nehberg von dem Leid der Mädchen in Afrika und wie seine Stiftung zusammen mit Rechtsgelehrten des Islams dagegen vorgeht. Man merkt ihm an, wie nahe ihm das Thema geht, wenn er von den Schrecken, aber auch den Erfolgen spricht. Diese zweite Hälfte des Diavortrags ist sicherlich für viele Zuschauer nicht leicht gewesen. Der eine oder andere wird nicht erwartet haben, dass dieser witzige Abend, der mit der Reise durch Nehbergs Leben begann, plötzlich so ernst wurde. Zwei der Zuschauer haben es nicht ausgehalten und sind nach den ersten Bildern dieses zweiten Teils gegangen. Die anderen dagegen haben sich von der Dringlichkeit und Intensität der Erzählungen mitreißen lassen. Am Ende gab es langen Applaus und Standing Ovations. Nehberg war sichtlich gerührt. „Das tut so gut, das können Sie sich gar nicht vorstellen“.

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Mit Transparenten und Worten kämpft Nehberg gegen die genitale Verstümmelung von Mädchen.
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