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Feuerwehrübung der FF Buseck im Busecker-Schloss

Buseck | Eine Freiwillige Feuerwehr (offizielle Abkürzung in Deutschland, Österreich und Südtirol ist FF) ist eine öffentliche Feuerwehr, die sich hauptsächlich aus ehrenamtlichen Mitgliedern, mitunter auch einigen hauptamtlichen Kräften (z. B. für den Rettungsdienst etc.) zusammensetzt. Im Gegensatz dazu besteht eine Berufsfeuerwehr (BF) aus rein hauptamtlichen Einsatzkräften. Entgegen der weitverbreiteten Meinung, in den meisten Städten Deutschlands würde es eine Berufsfeuerwehr geben, wird der Brandschutz in Deutschland hauptsächlich durch freiwillige Kräfte sicher gestellt. Bei einer Gesamtzahl von 2.074 Städten in Deutschland existieren lediglich in 102 dieser Städte Berufsfeuerwehren. In allen diesen Städten gibt es zur Verstärkung der Berufsfeuerwehr auch freiwillige Abteilungen. Die Organisation, den Brandschutz größtenteils mit Freiwilligen Feuerwehren abzudecken, hat sich vor allem in den deutschsprachigen Ländern durchgesetzt, während in den meisten anderen west- und auch osteuropäischen Ländern andere Organisationsformen vorherrschen. In manchen Ländern gibt es jedoch Bestrebungen ein freiwilliges System zu etablieren. Ein Beispiel hierfür ist die ESEPA in Griechenland.

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Feuerwehr (508)
Freiwillige Feuerwehren sind in Deutschland ein Teil der kommunalen Verwaltung ohne eigene Rechtspersönlichkeit und in Österreich eine Körperschaft des öffentlichen Rechts.


In Deutschland entstand 1835 dann die erste deutsch gegründete Feuerwehr. Dies ist die Spritzengemeinschaft Kierspe-Neuenhaus (Nordrhein-Westfalen, Märkischer Kreis), die auch noch heute als Löschgruppe Neuenhaus des Löschzuges IV Neuenhaus/Vollme der FF Kierspe existiert. 1841 erfolgte die Aufstellung der ersten Freiwilligen Feuerwehr nach heutigem Verständnis im sächsischen Meißen; 1846 entstanden dann nach und nach auch andere deutsch gegründete Freiwillige Feuerwehren in Heidelberg und Durlach (Karlsruhe). Meist sind sie aus politisch revolutionär eingestellten Turnvereinen hervorgegangen. Die Freiwilligen Feuerwehren verwendeten damals neuartige und leistungsfähigere Spritzen, die vom Heidelberger Ingenieur Karl Metz gefertigt wurden. Da diese Spritzen noch muskelbetrieben waren, war ihre Bedienung anstrengend und erforderte besondere Fitness.

Zu den ersten Einsätzen wurde die Heidelberger Freiwillige Feuerwehr gar nicht gerufen. Sie beeindruckte den Stadtrat aber dadurch, dass sie sehr schnell und erfolgreich arbeitete mit bisher in der Brandbekämpfung nicht gekannter Organisation und Logistik. Die Idee setzte sich schnell durch, und schon wenige Jahre später gab es in der Region zahlreiche weitere ähnliche Organisationen.

Der Begriff Feuerwehr wurde übrigens 1847 das erste Mal in einer Karlsruher Zeitung verwendet. Christian Hengst hatte 1846 in Durlach eines der ersten freiwilligen Pompier-Corps gegründet und setzte bei einem Großbrand in Karlsruhe die Stadtspritze Nr. 2 von Metz ein. Dies brachte die neuen Methoden der Brandbekämpfung tagelang in die überregionale Presse.

Heutzutage sind die meisten Freiwilligen Feuerwehren mit modernstem Gerät ausgestattet, um im Ernstfall schnelle und professionelle Hilfe leisten zu können. Neben den zahlreichen Freiwilligen Feuerwehren in den einzelnen Gemeinden, gibt es immer auch sogenannte Stützpunktfeuerwehren. Dies sind größere Freiwillige Feuerwehren, welche mit ihrer umfangreicheren Ausrüstung, die Feuerwehren der Umgebung bei Einsätzen unterstützen.

Um in die Einsatzabteilung einer Freiwillige Feuerwehr eintreten zu können, müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein. Neben einem Mindestalter müssen die Bewerber in der Regel "körperlich und geistig geeignet" sein, was jedoch nicht einheitlich festgeschrieben ist. In Deutschland liegt das Mindestalter je nach Bundesland bei 16 bis 18 Jahren. In Österreich ist der Eintritt in die FF teilweise schon mit 15 Jahren möglich.

Der Vorgang der Aufnahme gestaltet sich höchst unterschiedlich, möglich sind eine Aufnahme durch Handschlag nach Teilnahme an mehreren Dienstabenden bis hin zu einer schriftlichen Bewerbung bei der für den Brandschutz zuständigen Institution (z. B. Referat Feuerwehr und Katastrophenschutz der Gemeinde). Üblich ist ein Aufnahmegespräch, in dem der Bewerber über die Rechte und Pflichten im Feuerwehrdienst aufgeklärt wird; seltener wird ein polizeiliches Führungszeugnis gefordert. Die Entscheidung über die Aufnahme liegt je nach Bundesland oder auch Gemeinde bei verschiedenen Stellen innerhalb der Feuerwehr oder bei übergeordneten Stellen. In Österreich ist die sogenannte Angelobung im Zuge der Aufnahme bei vielen Feuerwehren üblich.

Die Ausbildung in der Freiwilligen Feuerwehr findet auf kommunaler Ebene und auf Landesebene in Feuerwehrschulen statt. Sie gliedert sich nach der Grundausbildung in weitergehende Führungs- sowie technische Ausbildung.

Mit Dauer der Zugehörigkeit zur Einsatzabteilung, dem
Erwerb weiterer Qualifikationen und der Wahrnehmung von Funktionen können die Feuerwehrangehörigen in der Hierarchie der Dienstgrade aufsteigen. Eine Weisungsbefugnis höherer Dienstgrade gegenüber Feuerwehrangehörigen niedrigerer Dienstgrade besteht jedoch nicht, diese ergibt sich vielmehr durch die Führungsstruktur - im Einsatz durch erworbene und ausgeübte Führungsfunktionen (Gruppenführer, Zugführer, etc.), außerhalb des Einsatzes durch die jeweilige Führungs- und Leitungsstruktur innerhalb der Feuerwehr (Wehrführung, Kommandant, etc.).

In einigen Städten und größeren Gemeinden können auch hauptamtliche Kräfte bei der Freiwilligen Feuerwehr eingesetzt sein.

In Deutschland werden Wehrersatzdienstleistende bei jeder Freiwilligen Feuerwehr, die im Katastrophenschutz eingesetzt wird, aufgenommen, soweit die Feuerwehrführung, die für den Katastrophenschutz zuständige Kreisverwaltung und das Kreiswehrersatzamt dem Antrag zustimmen. Sie verpflichten sich, sechs Jahre lang Dienst zu leisten. Dabei sind die Ersatzdienstleistenden gleichzeitig Mitglied der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr und einer Katastrophenschutz-Einheit, die von der Feuerwehr gestellt wird. Diese Ersatzdienstleistenden sind von der Wehrpflicht befreit, das heißt, sie brauchen den Dienst an der Waffe nicht zu verweigern. Auch wenn sie bereits anerkannte Kriegsdienstverweigerer sind, können sie sich statt Zivildienst zu leisten bei der Feuerwehr verpflichten.

Ein Funkmeldeempfänger zur AlarmierungAm Anfang eines jeden Einsatzes der Feuerwehr steht die Alarmierung. Besonders bei Freiwilligen Feuerwehren stellt diese Alarmierung ein nicht zu unterschätzendes Problem dar, da sich die Mitglieder in der Regel an Örtlichkeiten befinden, die der alarmierenden Leitstelle nicht direkt bekannt sind, z.B. zu Hause, am Arbeitsplatz oder unterwegs.

Die Alarmierung kann durch unterschiedliche Alarmierungssysteme, wie durch Sirenen oder Funkmeldeempfänger durchgeführt werden. Mobiltelefone werden von Feuerwehren nicht, oder nur für eine optionale Sekundäralarmierung (Einsatzkräfte zur Ablösung bei langen Einsätzen) benutzt. Im Ernstfall, z.B. bei einem Terroranschlag oder im Katastrophenfall, würde ein Mobiltelefon aller Erfahrung nach nicht funktionieren, da das Mobilfunknetz durch die erhöhte Gesprächsaktivität überlastet wäre (anschauliches Beispiel ist die Überlastung der Mobilfunknetze in der Silvesternacht). Aber auch beim Ausfall der Stromversorgung von Sendemasten durch einen Katastrophenfall sind Mobiltelefone nicht mehr erreichbar. Die Alarmierung per Flash-SMS kann auch, da von Netzbetreibern keine Prioritäten garantiert werden, teilweise später als per Pager den Empfänger erreichen.

In Deutschland erfolgt die Alarmierung über Funkmeldeempfänger (FME) - wie der Sprechfunk der Feuerwehren - auf den Frequenzen des BOS-Funks. Auch in Österreich haben die Feuerwehren eigene Frequenzbereiche.

Nach Alarmierung begeben sich die Einsatzkräfte schnellst- und sicherstmöglich zum Feuerwehrhaus.

Bei der Anfahrt mit dem privaten PKW dürfen die Feuerwehrangehörigen (in Deutschland) Sonderrechte nach §35 StVO in Anspruch nehmen, jedoch erkennen andere Verkehrsteilnehmer nicht, dass es sich um eine Einsatzfahrt handelt. Verbände und Landesfeuerwehrschulen raten daher meist von der in Anspruchnahme dieser Rechte ab.

In Deutschland kennzeichnen deshalb manche Feuerwehrleute ihren PKW mit einem Dachaufsetzer, wenn sie Sonderrechte in Anspruch nehmen. Aber auch hier wird die Anwendung der Sonderrechte differenziert betrachtet.

Ein Wegerecht ist hier generell ausgeschlossen, da Sondersignalanlagen in der Regel auf privaten Fahrzeugen nicht installiert werden dürfen. Ausnahmen gibt es hierbei in manchen Bundesländern bei bestimmten Führungskräften.

Nach dem Anlegen der Einsatzkleidung folgt das Besetzen der Feuerwehrfahrzeuge und die Fahrt zum Einsatzort.

Die Brandschutzgesetze der deutschen Bundesländer erlauben den Angehörigen der Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr während der Arbeitszeit im Einsatzfalle die Entfernung vom Arbeitsplatz. Die Arbeitgeber erhalten auf Antrag den Lohnausfall von der Kommune erstattet. Dies gilt auch für Ausbildungsveranstaltungen, etwa der Teilnahme an Lehrgängen an einer Landesfeuerwehrschule. Die Arbeitsmarktssituation im 21. Jahrhundert verringert jedoch häufig die Einsatzfähigkeit vieler Freiwilliger Feuerwehren. So wird manchen ehrenamtlichen Feuerwehrleuten von ihren Arbeitgebern untersagt, während ihrer Arbeitszeit den Arbeitsplatz wegen eines Feuerwehreinsatzes zu verlassen, obwohl dies den gesetzlichen Regelungen widerspricht. Auch die räumliche Entfernung von Wohnort und Arbeitsplatz vermindert vor allem die Tagesalarmbereitschaft der Feuerwehr am Wohnort der Pendler. Zudem stellt die kontinuierlich notwendige Weiterbildung eine zusätzliche Belastung für bereits im Berufsleben geforderte Freiwillige dar.

Von Jugendfeuerwehrmännern vorgenommene LöschangriffsübungDie Nachwuchsförderung
innerhalb einer Freiwilligen Feuerwehr wird häufig durch spezielle Einheiten innerhalb der Feuerwehr durchgeführt. In Deutschland ist dies die Jugendfeuerwehr, in Österreich die Feuerwehrjugend. Abhängig von den nationalen oder Länderregelungen wird hier die Möglichkeit geboten, bereits in einem jugendlichen Alter der Feuerwehr beizutreten, wobei sie nicht am aktiven Dienst teilnehmen dürfen, sondern einerseits ausgebildet, ihnen andererseits auch ein Jugendprogramm geboten werden kann. Auch das Alter, mit dem sie in den aktiven Dienst übernommen werden, ist von den Regelungen in den einzelnen Ländern abhängig. Abhängig vom Alter kann es auch Beschränkungen hinsichtlich der Einsatzart geben. Somit zählen diese Einheiten auch zu den Jugendorganisationen.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Freiwillige_Feuerwehr


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