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Norbert Weigelt will frischen Wind in die Gemeinde Buseck bringen

Norbert Weigelt: Hobbykoch und Bürgermeisterkandidat.
Norbert Weigelt: Hobbykoch und Bürgermeisterkandidat.
Buseck | Seine Paella ist in Buseck legendär - rund 70 Portionen werden alljährlich beim Sommerfest der Busecker ausgeschenkt, wenn Norbert Weigelt an der gigantischen Pfanne steht und seine mediterrane Spezialität zubereitet. Kochen ist Weigelts Leidenschaft, gerne mit Zeit und gerne auch einmal am Wochenende für Freunde.
Doch nicht nur kochen kann der 58-Jährige SPD-Fraktions- und Ortsvereinsvorsitzende, sondern er hat sich im beruflichen wie politischen Leben Einiges an Wissen aneignen können. Am 27. September tritt er gegen Amtsinhaber Erhard Reinl (FWG) um das Amt des Bürgermeisters in Buseck an.
Für den in Beuern wohnhaften Norbert Weigelt ist es bereits die zweite Kandidatur in seiner Heimatgemeinde: 2003 verlor er mit 29,5 zu 70,5 Prozent gegen Reinl.
Trotz des eher ernüchternden Ergebnises von vor sechs Jahren stellt sich der Sozialdemokrat erneut zur Wahl, ein Schritt, den die Meisten sicherlich nicht gehen würden. "Ich bin ein Überzeugungstäter", erklärt er diesen Schritt. Denn die Dinge, die er sich bei der letzten Wahl für Buseck gewünscht habe, wünsche er sich noch immer - für ihn eine logische Schlussfolgerung,
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es nochmal zu versuchen. Außerdem sehe er sich als Fraktionsvorsitzender in der poltischen Verantwortung. "Wenn man als Opposition den amtierenden Bürgermeister kritisiert, muss man bei einer Wahl auch Alternativen bieten", meint er. Ob er Reinl diesmal schlagen kann, weiß er nicht. Nur bei einem ist er sicher: "Ich werde besser abschneiden als beim letzten Mal". Seit über zehn Jahren ist der in Gründau-Lieblos (Main-Kinzig-Kreis) geborene und in Gießen Aufgewachsene in der Busecker Kommunalpolitik aktiv. Nach einer kaufmännischen Ausbildung absolvierte er eine Ausbildung zum Krankenpfleger am Universitätsklinikum Gießen. Zahlreichen Zusatzqualifikationen folgte 1983 ein Fachhochschulstudium zum Lehrer für Pflegeberufe. Seit 1992 leitet Weigelt die Schule für Krankenpflege des Universitätsklinikums Gießen.
Ja, räumt er ein, er habe keine Erfahrung mit dem Leiten einer kommunalen Verwaltung. In Sachen Verwaltung an sich hat der 58-Jährige allerdings schwere Geschütze aufzufahren: Als stellvertretender Personalratsvorsitzender war er für 3500 Angestellte des Klinikums zuständig. Eine Tätigkeit, aus der Weigelts liebstes Kind erwuchs: Als Vorstandsvorsitzender des Fördervereins der Kindertagesstätte "Villa Wunderland" am Universitätsklinikum hat er diese mit aufgebaut und seither ehrenamtlich verwaltet. "Als Personalratsmitglied wurde der Wunsch nach einer solchen Einrichtung an mich herangetragen", berichtet er. 1994 eröffnet, wurden zunächst 45 Kinder betreut. Schnell merkte man jedoch, dass die Nachfrage viel größer war - 100 Kinder von drei Monaten bis zehn Jahren werden heute hier betreut, insgesamt 20 Personen sind bei einer Öffnunsgzeit von zehn Stunden am Tag ohne Ferienschließung hier beschäftigt. "Das alles sind Verwaltungsaufgaben", so Weigelt. Zum Vergleich: Rund 100 Mitarbeiter sind bei der Busecker Verwaltung beschäftigt.
"Viele Politiker nehmen sich oft selbst zu ernst", meint der SPDler. Das sehe man schon daran, dass alle nach den Medien schreien, um in die Öffentlichkeit zu kommen. "Aber wehe, es wird einmal etwas geschrieben, was jemandem nicht schmeckt", schüttelt er den Kopf.
Dass er Humor hat, beweist der Vater von vier Kindern - 13, 8 und 6 Jahre alt, sein ältester Sohn ist bereits 26 - derzeit auch auf seiner Internetpräsenz, auf der ein erfrischend anderer Clip, der auch auf "You Tube" zu sehen ist, für Weigelt als Kandidaten wirbt, ganz nach seinem Motto: "Frischer Wind fürs Schloss".
Wenn Norbert Weigelt einmal Zeit bleibt, dann widmet er sich seinem Hobby, dem kochen. "Meine Frau und ich teilen uns das Kochen zu Hause", berichtet er. Stolz ist er vor allem darauf, dass seine Kinder alles essen: "Scampi, Muscheln - das ist alles kein Problem. Aber auch in Linsensuppe setzen die sich fast rein". Gesunde Ernährung ist ihm und seiner Frau Susanne wichtig - daher kommt vieles aus dem eigenen Garten. "Der wurde dieses Jahr schwer vernachlässigt", gibt er zu, das solle aber wieder anders werden.
Weiteres Hobby des Kandidaten ist das Fahrradfahren, was er eher zufällig für sich entdeckte. Durch eine Verletzung konnte der ehemalige Basketballer, der auch im Laufsport sehr aktiv war, seine Sportarten nicht mehr ausüben. Durch Zufall kam er zum Radfahren - eine Leidenschaft, der er mit seiner Gattin teilt. Bis in die Partnerstadt Molln sind sie vergangenes Jahr gefahren - in einer Woche. Kennengelernt hat sich das Ehepaar übrigens auch beim Sport - beim Skifahren auf einem Berg in Hintertux. Kommenden Winter soll es nach einer langen Pause endlich wieder einmal auf die Piste gehen. Einmal im Monat trifft er sich außerdem mit einer Gruppe zum Darts spielen im "Klimbim" in Gießen: "Wir spielen seit 25 Jahren zusammen, das ist toll". Regelmäßig gehe es auch gemeinsamen Kurztrips nach Irland.
"Buseck ist als Kommune ganz gut aufgestellt", weiß er. Dennoch wünscht er sich für seine Heimatgemeinde mehr Gewerbeansiedlungen und einen Ausbau als Wirtschaftsstandort, denn da sei Buseck "unterrepräsentiert". Die Flächen seien da, und die gute Lage mit der optimalen Verkehrsanbindung der Gemeinde müsse besser ausgenutzt werden. "Einnahmen aus Gewerbesteuern werden für die Kommunen immer wichtiger". Ebenso gelte es, wohnortnahe Arbeitsplätze zu schaffen. Außerdem stecke man in der Gemeinde zuviel Geld in Beton, ohne die späteren Unterhaltungskosten zu berücksichtigen. Für ihn ist es wichtig, dass der neue Bürgermeister Busecks frischen Wind mitbringe, und bereit sei, alte und über Jahre gewachsene Strukturen aufzubrechen, denn das sei einfach einmal nötig. Über den Ablauf das Wahlkampfes freut er sich, denn es sei "ein sehr ruhiger Wahlkampf". Man bewerfe sich nicht mit Dreck, sondern gehe fair und sachlich miteinander um.

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von:  Sabine Glinke

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Sabine Glinke
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