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Regierungsviertel in Berlin

Buseck | Das Band des Bundes ist eine Anordnung von Gebäuden, die im Regierungsviertel von Berlin nördlich des Reichstagsgebäudes quer über den Spreebogen am Rand des Spreebogenparks verläuft und das städtebauliche Leitkonzept der Neuordnung des Regierungsviertels darstellt.


Das etwa 900 Meter lange Band umfasst (von West nach Ost) den Kanzlerpark am rechten Spreeufer, das ihm gegenüberliegende Bundeskanzleramt am linken Spreeufer, das Paul-Löbe-Haus, das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus (wieder auf dem rechten Spreeufer) und darüber hinaus das noch nicht realisierte Bürgerforum zwischen Kanzleramt und Paul-Löbe-Haus, wo sich zur Zeit nur eine Freifläche befindet. Aus der Luft erscheinen alle dazugehörigen Gebäude wie ein massiver weißer Riegel, der sich quer über den Spreebogen legt. Der Eindruck des Zusammenhangs wird durch die Brücken über die Spree zwischen den Gebäuden des Bandes verstärkt.

Liste der Komponenten (von West nach Ost)
Kanzlerpark, am rechten Spreeufer, mit Hubschrauberlandemöglichkeit
Bundeskanzleramt, am linken Spreeufer, inklusive der langgestreckten Büroflügel
Bauplatz des geplanten Bürgerforums
Mehr über...
regierungsviertel (1)Berlin (138)
Paul-Löbe-Haus mit Büros und Ausschussräumen
Marie-Elisabeth-Lüders-Haus mit Parlamentsbibliothek und -archiv
Ursprünglich war geplant, das Band bis zum Bahnhof Friedrichstraße zu erweitern, was aus Kostengründen jedoch nicht realisiert wurde. Allerdings soll das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus langfristig um zwei zusätzliche Höfe vergrößert und dessen Haupteingang an die Luisenstraße verlegt werden.

Die Gebäudereihe stellt ein architektonisches Gesamtkonzept dar, das von den Berliner Architekten Axel Schultes und Charlotte Frank – die auch das Bundeskanzleramt entworfen haben – stammt und 1992 erstellt wurde. Mit dem Entwurf gewannen sie schließlich den Architekturwettbewerb zur Neugestaltung des Spreebogens als Regierungsviertel. Die Einzelentwürfe für das Paul-Löbe- und das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus stammen von Stephan Braunfels. Der ursprüngliche Entwurf von Schultes und Frank sah zusätzlich eine bauliche Verbindung von Bundeskanzleramt und Paul-Löbe-Haus unter der Bezeichnung Bürgerforum vor und sollte die Gebäude der gesetzgebenden und ausführenden Staatsgewalt durch einen Ort der Öffentlichkeit mit zahlreichen Cafés, Galerien und Geschäften verbinden. Ebenfalls war eine östliche Weiterführung des Bandes jenseits des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses in Richtung auf den Bahnhof Friedrichstraße geplant. Beide Optionen wurden aus Finanzierungsschwierigkeiten verworfen.

Die Bauarbeiten begannen im Februar 1997 mit dem ersten Spatenstich für das Bundeskanzleramt und fanden ihr vorläufiges Ende mit der Fertigstellung des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses im Oktober 2003. Für die geplante Erweiterung dieses Gebäudes wurde der Wohnhausriegel entlang der Luisenstraße abgerissen und an dieser Stelle bis zum Beginn der weiteren Bauarbeiten zunächst eine Rasenfläche angelegt.

Das Band kann als symbolischer Brückenschlag zwischen den ehemals getrennten Stadthälften verstanden werden, da die Berliner Mauer genau entlang des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses verlief.

Weitere Symbolträchtigkeit sollte auch dadurch erreicht werden, dass das Kanzleramt als Regierungszentrale nicht in eine architektonischen Konkurrenz zum Parlamentssitz tritt, sondern sich in das Band der Bundesbauten eingliedert, und das Band somit die Regierung (repräsentiert durch das Kanzleramt), die Legislative (das Parlament, repräsentiert durch die Bürogebäude des Bundestags) und den Souverän (das Volk, repräsentiert durch das Bürgerforum) symbolisch zusammenführt. Dies wurde allerdings nur teilweise erreicht, da sich durch das Fehlen des Bürgerforums Bundeskanzleramt und Paul-Löbe-Haus wie zwei Monolithen gegenüberstehen und das Kanzleramt nicht mehr wie geplant mit dem Großkonzept verwächst.

In der Berliner Architektur, so wie sie gerade von Axel Schultes vertreten wird, wurden nach der britischen Sozialhistorikerin J. Caborn „architektonische Elemente verwendet, die in Bonn als ‚nichtdemokratisch‘ verpönt und in der Architektur gemieden wurden“. Dass sie in der Berliner Republik nicht als „Nichtdemokratie“ gewertet wird, liegt nach Caborn vor allem an einer „neuen Geschichtskonstruktion“, bei der „die Strategien der Synkrise und der Sprengung der Dichotomie ‚demokratisch – nicht demokratisch‘“ angewandt wird, „um entweder ‚Nichtdemokratisches‘ zu neutralisieren oder ihm eine andere Bedeutung zuzuweisen.“[


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von:  Jörg Theimer

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