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Buseck | Wir werden es wohl nicht hinkriegen. Ich akzeptiere es. Es gab nie Pläne von obskuren Eliten, die den jetzigen Zustand der Welt als Ziel definiert hätten. Es gab keine Hinterzimmer, in denen der Klimawandel geplant oder Corona-Viren gezüchtet wurden. Armstrong war 1969 auf dem Mond, die Twin-Towers wurden nicht gesprengt und die 'Eliten' halten sich nicht mit Blut von Säuglingen jung. Migration ist die stabilste Konstante in der Geschichte unserer Spezies. Es gibt keine Rassen. Der Mensch ist nicht böse, aber er hat Potenzial zu bösem Verhalten. Er ist verführbar. Er lernt das Positive und das Negative. Er ist indoktrinierbar durch Religion und Ideologie. Gehirne und das Denken, sie sind plastisch. Das könnte eine Chance sein.
Unkenntnis zu Erkenntnissen über unsere Welt eröffnet dummen und skrupellosen Demagogen grenzenlose Möglichkeiten für aberwitzige Thesen und für die Manipulation beträchtlicher Teile der Bevölkerung. Bildung könnte helfen.
Versagt unser Bildungssystem, dann bleibt alles beim Alten. Es geht um nicht weniger als um Lerninhalte, welche für die gesamte Dauer der Sozialisation junger Menschen gültig sein müssen. Dieser verbindliche Wertekanon fehlt. Er fehlt in der Folge der gesamten Gesellschaft. An seiner Statt befindet sich ein Vakuum.
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Es wird immer noch mit den fragwürdigen Werten einer am Gewinnstreben orientierten Marktwirtschaft gefüllt. Konkurrenzdenken, Wettbewerb, Ego und Individualität sind die Götzen unserer Zeit. Jeder möchte etwas besonderes sein. Die modernen Medien liefern in dieser Horror-Show die zur Deformation der Gedanken unverzichtbaren Narrative.
Sie suggerieren einfachen Gemütern rund um die Uhr, alles sei möglich, alles käuflich.

Wer sich ein wenig informiert über unsere Welt, der kann den verlogenen Zynismus leicht durchschauen.

Nicht vergessen werden darf aber auch die Deregulierung der globalen Kapitalmärkte in Folge der Bankenkrise. Sie wirkte wie ein Brandbeschleuniger im Prozess der Eskalation sozialer Ungerechtigkeit.

Darüber hinaus erklärt sich das Unvermögen einer Problembewältigung vieler Katastrophen leider auch durch unsere grundsätzliche Unfähigkeit, die komplexe Beschaffenheit von allem, was war und ist, zu verstehen. Deswegen scheitern auch viele guten Pläne. Dass gute Absichten auch zu negativen Konsequenzen führen können, ist Teil der Problemlage. Unsere Vernunft, unser Verstand sind bisweilen machtlos und beide werden total überschätzt. Das gilt es stets im Auge zu haben.

Trotzdem können wir auf lange Sicht nur mit den Prinzipien der Aufklärung und den Werten des Humanismus überleben. Die wichtigsten Themen sind der soziale Ausgleich und das Schließen der skandalösen sozialen Schere, innerhalb und besonders auch zwischen den Nationen. Gibt es bei dieser großen Herausforderung keinen echten Fortschritt, dann können unsere Gesellschaften, dann kann unsere Welt nicht gesunden.

Arm/reich ist die bedrohlichste Dichotomie unserer Welt, sie ist Wurzel und Ursache vieler Katastrophen. Es gibt bisher keine Waffengleichheit kein Gleichgewicht der Kräfte in der zentralen Auseinandersetzung über die richtigen Rezepte. Auch die Klimakrise kann so nicht gelöst werden. Selbst die derzeitige Corona-Pandemie steht in kausaler Beziehung zu den durch den Menschen erzeugten ökologischen Katastrophen und trifft wie zu erwarten die Armen in den Metropolen der Welt besonders hart.

Die globalen Zentren des Kapitals und der international agierenden Konzerne sind die wirklichen Zentralen der Macht. In ihnen sind Solidarität, Empathie, Streben nach einer gerechteren Welt nicht als Prioritäten vorgesehen.
Politik ist meist zu schwach, nicht selten auch erpressbar durch Androhung von Standortverlagerungen, Arbeitsplatzabau, Investionsverlagerung großer Konzerne. Es ist auch ein Wettbewerb um die geringsten Steuerabgaben, die geringsten sozialen Standards. Damit sind nach wie vor die Prinzipien wirksam, die den derzeitigen Zustand der Welt über den Zeitraum eines halben Jahrtausends hervorgebracht haben.

Es ist die Geschichte der Kolonialisierung, die des Imperialismus, der Sklaverei, der Unterwerfung der Schwachen durch die skrupellose Expansion aggressiver Nationen,korrupter Eliten,zweifelhafter Religionen. Es ist zugleich immer die Geschichte des Missbrauchs von Macht.Wir alle leben bis heute gut von diesen Konzepten.

Leider entwickeln Systeme, die zur Vergrößerung von Ungerechtigkeit beitragen, eine verhängnisvolle Eigendynamik, die nur schwer zu korrigieren ist. Das relativiert durchaus unser aller Schuld, vermindert aber nicht die moralische Verpflichtung, mit aller Kraft nach mehr Ausgleich zu streben.

Letztlich kommt hinzu: unsere Spezies ist eitel und verletzlich. Sie hadert deswegen auch mit ihrer Sterblichkeit. Sie ist eine tiefe Wunde im Selbstverständnis von Homo sapiens, zeigt ihm seine völlige Ohnmacht. Man muss aber überhaupt nicht an dieser gefühlten Niederlage verzweifeln.

Das Wissen um unsre Vergänglichkeit ist gut zu ertragen. Es lässt sich gut leben ohne Religionen und den Hinweis auf schwurbelige Transzendenz.
Nur knappe Güter sind wertvoll. Der Sinn unserer Existenz ergibt sich genau daraus. Jeder muss den Sinn für sich selbst definieren. Vorgegebener Sinn (Gott, Religion etc.) ist immer Pseudosinn.

Man unterstellt mir oft Pessimismus. Das trifft es nicht. Ich lebe gerne, bin Musiker, diskutiere gern, bin an vielem schon immer extrem interessiert. Neugier auf Erkenntnis halt. Das Leben macht Spaß. Und in nicht einmal hundert Jahren weiß niemand mehr, dass ich je gelebt habe. Eine bescheidene Zeitspanne.
Das ist überhaupt nicht schlimm.
Mir müssen unser Bestes geben. ///

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von:  Ulrich Nass

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