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Die Lahn "Ein Fluß zum Verlieben"

Buseck | Als Gießener lebt man an "seiner Lahn". Spaziergänge und örtliche Bootsfahrten verbinden den Gießener mit dem Fluss und machen ihn liebenswert. Intensiv und besser, viel besser aber zeigt sich die Lahn bei einer längeren Tour mit dem Boot. Jürgen Marschinke und ein Team waren mit 3 Kanus für 7 Tage auf dem Gewässer und sind die Strecke zwischen Gießen und Lahnstein gepaddelt. Hierbei wurde viel Neues und wissenswertes entdeckt. Das Projekt "Lila Living Lahn" will seit 2015 die Lahn mit Hilfe verschiedener Maßnahmen den Fluß ökologisch aufwerten. Bereits jetzt gild die Lahn als schönster Wanderfluß Deutschlands. Unter Berücksichtigung der bisherigen Nutzung als Bundeswasserstraße soll ein Konzept erarbeitet werden welches nachhaltigen Tourismus und ökologische Aufwertung beinhaltet. Anfänge sind gemacht und zu erkennen. Informationen am Fluß, ausgewiesene Rastplätze mit Toiletten und Aus- und Einstiegsplätze schonen die Ufer. Der Bootswanderer findet gute Campingplätze und eine Infrastruktur die keine Wünsche offen läßt. Die Ortschaften laden ein zu Spaziergängen und kulturellen Besuchen. Vom Wasser aus bietet sich
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Lahnstein (2)Lahn (355)Gießen (2612)Fluß (6)
dem Paddler ein völlig neues Bild des Lahnverlaufes. Er ist überrascht von den Bootsgassen an den Wehren und von den 23 Schleusen bis zur Mündung in den Rhein. 11 Schleusen davon müssen selbst bedient werden. Der Schiffstunnenl bei Weilburg ist der einzige Schiffstunnel in Deutschland und bringt für den Neuling Spannung und Spaß mit. Er ist 195 Meter lang und jede der beiden Schleusenkammern mißt 34 Meter. Aus Vogelschutzgründen war auch schon mal eine Schleuse gesperrt und die Boote mit Ausrüstung mußten beschwerlich umtragen werden. Burgen, Schlösser und Türme bieten ein ständig interessantes Bild am Ufer unseres Flusses. Selbst als "Kenner seiner Heimat" erfährt man immer wieder Neues. So wurde der Ort Runkel mit seiner Burg im Dreißigjährigen Krieg von den Kroaten des Grafen Isolani in Schutt und Asche gelegt. Oder, dass die Lubentiuskirche bei Dietkirchen nach dem Heiligen Lubentius benannt ist der auch Schutzpatron der
Lahnschiffer ist. Und nicht jeder weiß, dass im Limburger Becken, nach Runkel, früher Kalkstein, Eisenerz und Kohle verladen wurde. Alte Schüttanlagen am Ufer sind Relikte aus dieser Zeit.
Den Dom von Limburg kannten wir, aber wir wußten nicht, dass er der einzige Dom mit sieben Türmen ist und, dass er aus unserrer Perspektive noch schöner anzusehen war.
Als wir unsere Zelte aufschlugen, thronte über uns das Kloster Arnstein. Die ehemalige Abtei ist heute eine Ordensgemeinschaft. Wir passieren Bad Ems und erleben es vom Wasser aus völlig anders als bei einem Besuch mit dem Auto. Obernhof gilt als Domäne des Weinbaus an der Lahn, und der Wein war gut, unser Zelt nicht weit! Die Wasserwanderer kamen dem Ziel näher. Wie überall war auch in Lahnstein der Schleusenwärter freundlich und hilfsbereit. Eine lohneswerte und bildungsreiche Fahrt auf "unserer Lahn". Jürgen Marschinke hat einen Film zusamengestellt der am 12. August im "offenn Kanal" gesendet wird.

 
Das Lahn-Team
Das Lahn-Team 
Unser Fluß
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Kommentare zum Beitrag

Otmar Busse
929
Otmar Busse aus Lahnau schrieb am 26.07.2020 um 14:33 Uhr
Vorweg gesagt: Generell gefällt mir Ihr Bericht über den "Fluß zum Verlieben". Ganz konform gehe ich mit einzelnen ihrer Schilderungen allerdings nicht, denn ein gewisser Konflikt besteht bereits darin, dass das Projekt "Living Lahn" den Fluß zwar ökologisch aufwerten möchte, im Gegenzug dazu aber die Lahn aufgrund der gestiegenen Freizeitnutzung, hauptsächlich an Wochenenden, Brücken- und Feiertagen enorm belastet ist. Kanuten wie Sie und ihr Team, das sicherlich alleine durch den Bezug zu "ihrer Lahn", entsprechend sorgfältig und respektvoll mit "ihr" umgehen, sind eher die Seltenheit.
Der Torurismusverband spricht mittlerweile von einem Lenkungskonzept, welches man habe, um den "Fluss der Gäste auf und am Wasser" zu steuern. Dieses Lenkungsinstrument ist pure Theorie, in der Praxis, wenn beispielsweise an der Ein-und Ausstiegsstelle in Lahnau-Dorlar die Fahrgäste eines 40 Mann-Busses eintreffen und nach einer Kurzanweisung ihre Kanus besteigen, ist von Lenkung nichts erkennbar. Gaudi steht bei vielen dieser Gäste im Vordergrund und die in ihrem Bericht erwähnten Toiletten bestehen an dieser, einer sehr stark frequentierten Stelle, aus 1 DIXI-Klo - für Männlein und Weiblein. Männlein erkennt charmanterweise die Not der Weiblein, überlässt diesen das Häuschen und uriniert ungeniert daneben auf die Wiese.
Von "naturverträglichem Tourismus" ist die Rede und man übersieht, dass eben an dieser Stelle aufgrund der vorhandenen Slipanlage auch noch Motorboote eingesetzt werden. 12 km/h dürften sie eigentlich nur fahren, doch ausgestattet mit Aggregaten die mehr als 100 PS haben, erreichen sie diese Geschwindigkeit, leicht übertrieben gesagt, bereits im Standgas.
Ab diesem Flusskilometer hat die Tier - und Pflanzenwelt einfach nur gelitten.
Ich nehme den Anfangssatz Ihres Berichts "Als Gießener lebt man an seiner Lahn" gerne noch einmal auf und ergänze ihn ... als Lahnauer auch. Und es tut schon weh, wenn man beim morgendlichen Spaziergang, wenn der Fluss noch ruht, dass Wasservögel wie Bläss- und Teichhuhn, Hauben- und Zwergtaucher, die vor wenigen Jahren hier noch lebten, verschwunden sind.
Für Sie, als erfahrenen Kanuten mit Interesse an der Natur, freut es mich, dass Sie, zusammen mit Freunden, diese bestimmt sehr beeindruckende Tour machen konnten.
Jürgen Marschinke
168
Jürgen Marschinke aus Buseck schrieb am 26.07.2020 um 17:57 Uhr
Hallo Herr Busse,
herzlichen Dank für die Schilderung welche ich so nicht kannte aber uneingeschränkt glaube. Da ich normalerweise die Flüsse in Kanada befahre und die Lahn in diesem Jahr für mich erstmals so bedeutend wurde, habe ich die von Ihnen geschilderten Mißstände nicht wahrgenommen. Ich habe nur das Positive gesehen. Mir ist bewusst, dass Viele aus Spaß nur einfach paddeln und die Umwelt dabei vergessen. Schade!!! Ihre Ausführungen werde ich bei einer meiner nächsten Zusammenkünfte gerne an meine Freunde weitergeben und bedanke mich nochmals aufrichtig für Ihre klärenden Worte. Ihnen und unserer Natur eine gute Zukunft.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Jürgen Marschinke

von:  Jürgen Marschinke

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Jürgen Marschinke
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