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Globaler Regenwaldtag - Aktionen in Gießen und Wetzlar am 20.12.2019

Buseck | Am 20. Dezember, dem Globalen Regenwaldtag, machten auch in Mittelhessen verschiedene Gruppen auf die fortschreitende Zerstörung des Regenwaldes aufmerksam und forderten Politik, Wirtschaft und VerbraucherInnen zum Umdenken auf. Auch wenn das Thema momentan nicht mehr wie noch vor einigen Wochen in den Schlagzeilen ist - die Brandrodungen und Holzeinschläge gehen unvermindert weiter. Dies ist kein lokal zu lösendes Problem; auch durch den Konsum in Deutschland wird der Raubbau an der Natur im wahrsten Sinne des Wortes befeuert.

In Gießen fand auf der Kirchenplatzbühne eine halbstündige Mahnwache der People/Parents for Future Gießen statt.

In Wetzlar hatten die Fridays for Future trotz Weihnachtsferienbeginn und strömendem Regen einen Demonstrationszug vom Bahnhof quer durch den Weihnachtsmarkt und die Innenstadt organisiert.

"Der Regenwald beeinflusst das regionale und weltweite Klima erheblich, er gilt als Kippelement im Klimasystem. Ein Großteil der Niederschläge in der Amazonasregion stammt aus verdunstetem Wasser des Regenwalds. Ein Rückgang der Niederschläge infolge steigender Globaltemperaturen sowie die Abholzung und zunehmende Brände könnten den Wald an eine kritische Grenze bringen.

Mehr über...
Forscher des Weltraumforschungsinstituts Inpe schätzen, dass diese kritische Grenze schon dann erreicht ist, wenn 20 bis 25 Prozent des Amazonas-Regenwalds abgeholzt sind – und nicht erst bei 40 Prozent Entwaldung, wie noch in den 1970er Jahren angenommen wurde (Lovejoy et al. 2018).

Dann würde der Regenwald zu einer Savanne werden, mit Gräsern und einzelnen Bäumen. Das bisherige Wald-Wasser-System würde kollabieren – und Südamerika in eine Krise stürzen, die derzeit die Vorstellungskraft übersteigt. Und den Rest der Welt möglicherweise auch."

aus: https://www.klimareporter.de/erdsystem/katastrophe-mit-ansage


Wenn ich das Problem erkannt habe und mein persönliches Verhalten ändern möchte:

WAS KANN ICH FÜR DEN ERHALT DES REGENWALDES TUN?
1. BEIM EINKAUFEN
- Kleingedrucktes, Kennzeichnung und Bio-Siegel beachten
- Fachbegriffe entschlüsseln, im Internet recherchieren
a) Kein Palmöl kaufen, es ist oft in Margarine, Schokoladenprodukten, Keksen, Müsli, NussNougatcreme, Fertigprodukten (Fertigpizza, -suppen, -soßen), Shampoo, Seife, Duschgel, Waschpulver, Schuhcreme, Kerzen, Schminke, Rasierschaum enthalten
b) Vermeide Soja aus der Agrarindustrie, Sojaanbau verdrängt großflächig den Regenwald
c) Bedenke Deinen Fleischkonsum
Weideland oder Farmland für Soja als Tierfutter zerstören den Regenwald
d) kaufe regionale Produkte frisch und koche selbst

Mahnwache P4F Gießen
Mahnwache P4F Gießen
2. TANKE KEINEN SPRIT MIT PALMÖL (E10 ODER DIESEL)

3. FAHRRAD FAHREN UND ÖFFENTLICHE VERKEHRSMITTEL NUTZEN

4. RECYCLINGPAPIER und Papier sparsam verwenden statt Frischfaserpapier aus Zellstoffplantagen
- Toilettenpapier, Schreibpapier, Papier zum Drucken oder Kopieren nur mit blauem Engel oder ÖKOPAplus-Siegel
- keine Briefkastenwerbung
- Altpapier richtig getrennt sammeln
- Verpackung sparen und auf Online-Bestellungen verzichten

5. KEIN TROPENHOLZ
Möbel/Gartenmöbel, Fenster und Türen nur mit Holz aus nachhaltiger Produktion (blauer Umwelt-Engel)

6. VERMEIDE PRODUKTE AUS LEDER
(Exportschlager aus Brasilien)

7. RECYCLING UND LANGE NUTZUNG
schont den Regenwald, auch Tablets, Smartphones, LEDs enthalten Bodenschätze aus dem Regenwald; Aludosen enthalten Bauxit, dies stammt auch aus dem Amazonas

8. UNTERSTÜTZE Regenwaldschutzprojekte und Aufforstungsprojekte
- Suchmaschine Ecosia nutzen
- seriöse Stiftungen fördern
- Bäume pflanzen

9. ZU EINER NACHHALTIGEN BANK WECHSELN
Keine Investitionen in brasilianische Viehzucht oder Sojaproduktion

10. MACHE AUF DAS PROBLEM AUFMERKSAM:
sich informieren, mit Nachbarn reden, auf Social Media schreiben, Politiker ansprechen, Petitionen unterschreiben, Protest, Demos, Straßenaktionen

(aus einem Fridays for Future - Flyer)

Mahnwache P4F Gießen
Mahnwache P4F Gießen
Mahnwache P4F Gießen
Mahnwache P4F Gießen
Lichterlauf FFF Wetzlar
Lichterlauf FFF Wetzlar - ein Weihnachtsbaum, der dem Klimawandel zum Opfer gefallen ist
Lichterlauf FFF Wetzlar
Lichterlauf FFF Wetzlar
Lichterlauf FFF Wetzlar

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Kommentare zum Beitrag

Friedel Steinmueller
3.688
Friedel Steinmueller aus Heuchelheim schrieb am 21.12.2019 um 10:22 Uhr
Genau das ist ja eines der Hauptprobleme der Menschheit auf den Punkt gebracht.
Wir diskutieren hier über die angebliche Zunahme von CO2 und in den Tropen wird es reichlich gefördert.
Die Regenwälder - einst als sogenannte "Grüne Lungen" bezeichnet - Oh!
Wie wahr! - werden noch immer vom ewigen Irrglauben von Wachstum und Profitgier dahingerafft.
Daher gelangen Milliarden Tonnen von CO2 in die Atmosphäre.
Und der Teufelskreis schliesst sich ja erst, wenn man bedenkt,
das die "Grüne Lunge" Regenwald das Treibhausgas ja in den für Mensch und Tier notwendigen Sauerstoff umwandelt mit Hilfe der Photosynthese.

Ein paar Worte noch zum Palmöl:
Vor einigen Jahrzehnten gab es dies, wie andere der vielen Speiseöle in Flaschen zu kaufen. Es schmeckte hervorragend!
Da der Erwerb ja umweltschädlich sein soll - packt man es seither dem ahnungslosen Verbraucher reichlich in die tausende Varianten von Fertigprodukten.
Selbstverständlich kann man immer die "Packungsbeilage" auf den Verpackungen und Dosen lesen.
Aber in derart kleiner Schrift, das man immer eine Lupe einsatzbereit halten müßte.
Wer aller erwerbstätigen Menschen hat die Zeit dafür das Kleingedruckte auf der Dose oder Tüte durchzulesen?
Und genau dies wird schamlos ausgenutzt. Der Verbraucher, bzw. Konsument wird somit aufs Glatteis geführt.

Es gäbe hier noch eine Vielzahl an Beispielen zu nennen.

Aber als Fazit möchte ich noch anmerken, das die ganze Klima - und Umwelthysterie in einem derart krassen Gegensatz dazu steht, was wirklich um uns herum tatsächlich passiert und die wahren, weil noch schwerwiegenderen Probleme die der Menschheit drohen, nur umschmeichelt werden.
Beispiel: Verseuchung der Ozeane.
Elke Jandrasits
1.239
Elke Jandrasits aus Buseck schrieb am 21.12.2019 um 12:21 Uhr
Ja, man kennt die Zusammenhänge meist nicht. Umso wichtiger ist es, die entsprechenden Berichte ernst zu nehmen und die Konzerne nicht mit Werbelügen wie "sauberer Diesel", "Ausgleichsmaßnahmen" oder "Tierwohl" davonkommen zu lassen. Nur, wenn immer wieder der Finger in die Wunde gelegt wird und sich das Konsumverhalten vieler verändert, sehen sich Konzerne gezwungen, ihre Produktion zu ändern.

Dies sollte aber nicht als "Klima- und Umwelthysterie" bezeichnet werden. Es sind berechtigte Anklagen und Forderungen. Die Folgen der Ressourcenverschwendung und -ausbeutung sowie der Umweltzerstörung tragen niemals diejenigen, die die Gewinne kassiert haben. Dies ändern zu wollen ist nicht hysterisch, sondern verantwortungsvoll und gerecht. Es darf sich nicht länger lohnen, die Lebensgrundlagen von Milliarden Menschen, Tieren und Pflanzen zu zerstören.
Friedel Steinmueller
3.688
Friedel Steinmueller aus Heuchelheim schrieb am 21.12.2019 um 21:29 Uhr
Mit "Hysterie" wollte ich darauf aufmerksam machen, das wir nur mit einem gewissen Mass an Besonnenheit herangehen sollten.
Untätigkeit ist genauso wenig angebracht, wie jetzt die Wende mit der Brechstange herbeiholen zu wollen.
Aber die nächsten Jahre können noch spannend werden.
Einigkeit besteht gewiss darin: Es muss endlich was geschehen!
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Elke Jandrasits

von:  Elke Jandrasits

offline
Interessensgebiet: Buseck
Elke Jandrasits
1.239
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