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Verantwortung übernehmen! - Kundgebung zum Klimaschutz am 7.12.2019

Die Bühne ist bereit, ...
Die Bühne ist bereit, ...
Buseck | In diesen Tagen findet die 25. UN-Klimakonferenz in Madrid statt. Es ist also die 4. Klimakonferenz, seitdem 2015 die Ziele von Paris vereinbart wurden. Klar ist jetzt schon, dass die meisten Länder, darunter auch Deutschland, ihre selbst gesteckten Teilziele für 2020 verfehlen werden. Der weltweite CO2-Ausstoß ist höher denn je, viele negative Folgen der Erderwärmung sind schon zu spüren, Experten warnen seit Jahrzehnten eindringlich vor den Konsequenzen einer weiteren Energiegewinnung aus fossilen Brennstoffen, und doch sind die konkreten Maßnahmen der Regierungen (z. B. das sogenannte Klimapaket Deutschlands) nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Dabei ist klar: Je später wir umsteuern, um so heftiger werden die notwendigen Veränderungen und umso teurer wird es.

Trotz Schmuddelwetter hatten sich die People/Parents for Future (P4F) am 2. Adventssamstag am Kirchenplatz eingefunden, um zwischen Eisbahn und Glühweinständen eine weitere Kundgebung zum Klimaschutz unter dem Motto "Verantwortung übernehmen!" auf die Bühne zu bringen.

Und eine richtige Bühne war diesmal sogar vorhanden, mit Krippe und den Protagonisten der Weihnachtsgeschichte im Hintergrund. Zunächst waren aber die Turmbläser auf dem Stadtkirchenturm an der Reihe, der Beginn der Kundgebung verschob sich um 20 Minuten. Dann konnte es losgehen.

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Nach der Begrüßung durch Annette Sander zitierte Jörg Bergstedt als Gastredner aus Statistiken: Der Anteil der Menschen, die zur Arbeit pendeln müssen, stieg seit dem Jahr 2000 von 53% auf 60%. Die Zahl der Autos, davon immer mehr SUVs, steigt schneller als die Bevölkerungszahl, inzwischen gibt es auf 10 Menschen fast 6 Autos. Würden diese Autos alle elektrisch betrieben, verbrauchten sie den gesamten derzeit verfügbaren Strom aus erneuerbaren Energien. Außerdem brauchen sie unabhängig vom Antrieb viel Platz. Ein Umstieg auf Elektroautos ist demnach auch keine Lösung. Immer mehr autofreie Städte zeigen: Wird in ein Netz von echten Radwegen und den ÖPNV investiert, kann ein Großteil des Autoverkehrs vermieden werden. Dies kommt nicht nur Radfahrenden, sondern auch FußgängerInnen und nicht zuletzt körperlich eingeschränkten Personen zugute. Ein Projekt wie in Gießen, wo Löber-, Lony- und Goethestraße zu Fahrradstraßen werden sollen, hat dagegen keine Auswirkungen, da diese Straßen auch bisher schon kaum Verkehr hatten und Autos
... doch zuerst sind die Turmbläser dran!
... doch zuerst sind die Turmbläser dran!
weiterhin zugelassen sein werden. Von Verkehrswendeinitiativen wird beispielsweise gefordert, die inneren zwei Spuren des Anlagenrings zu Fahrradspuren zu machen und auch im übrigen Stadtgebiet ein Netz aus Fahrradstraßen zu etablieren. Der ÖPNV soll unterdessen auch die Orte außerhalb des Stadtgebiets besser anbinden und idealerweise zum Nulltarif zur Verfügung stehen. Jörg Bergstedt rief dazu auf, die Entscheidungsträger weiterhin unter Druck zu setzen.

Nach einem Grußwort von Kilian Tatsch von Fridays for Future Gießen, der sich für die Teilnahme am Klimastreik am 29.11. bedankte und um Unterstützung auch im neuen Jahr warb, sprach als letzte Rednerin Susanne Breit von den P4F über das Thema Vernetzung. Beim Klimaschutz sind schnelle, effektive Maßnahmen nötig. Doch wie kriegen wir das hin?
Sie gibt zu bedenken, dass "die Umwelt" nicht als abstrakter Begriff gesehen werden sollte, denn wir alle sind ein Teil der Umwelt und sie ein Teil von uns, wenn wir z. B. Luft atmen oder Wasser trinken. Wir sind alle verbunden und hängen existenziell von unserer Umwelt ab. Und so wie z. B. Fische als Schwarm schwimmen und gleichzeitig die Richtung ändern, brauchen wir auch im Einsatz für den Klimaschutz eine Vernetzung und Verbundenheit untereinander. Gemeinsam kann man Projekte umsetzen, die allein zu groß sind.

Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen
Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen
Anschließend regte Susanne Breit ein kleines Experiment an. Jede/r sollte sich mit einer bis dahin unbekannten Person im Publikum einige Minuten darüber austauschen, welche Projekte bzw. Veränderungen in Gießen angestoßen werden sollten.

Und da das ganz wunderbar klappte, gab sie bekannt, dass nun jeden Samstag um 12 Uhr hier auf dem Kirchenplatz ein offener Sharing-Treff für Menschen, die sich austauschen wollen, stattfinden solle. Ganz ohne Leitung und selbstorganisiert. Mit dieser Gruppenerfahrung lud sie dazu ein, dass Menschen sich viel häufiger und ohne Scheu miteinander unterhalten.

Das nächste People/Parents for Future - Treffen findet schon am nächsten Dienstag ab 18.30 Uhr im Freiwilligenzentrum in der Ludwigstraße 6 statt. Es wird u. a. besprochen, wie es im neuen Jahr weitergehen soll. Neue Gesichter sind herzlich willkommen!

Weiterführende Links:

P4f Gießen:
https://parentsforfuture.de/de/giessen

FFF Gießen:
https://fffgiessen.de/

Infos und Treffen zur Verkehrswende:
www.giessen-autofrei.tk

Initiative Gießen klimaneutral:
http://2035null.de/

Überblick über die relevantesten Klimastudien:
https://www.klimareporter.de/klimaforschung/die-vier-leuchttuerme-unter-den-klima-studien

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... doch zuerst sind die Turmbläser dran!
Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen
Annette Sander moderiert die Kundgebung
Jörg Bergstedt fordert die Verkehrswende
Kilian Tatsch von Fridays for Future Gießen
Susanne Breit ruft zur Vernetzung auf

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von:  Elke Jandrasits

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