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Erst Energiewende, jetzt Klimapaket - alles nur Politik?

Gemeinsam unsere Umwelt schützen
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Buseck | Zuerst überraschte uns vor Jahren die Regierung mit einer aus dem Hut gezauberten Energiewende. Plötzlich wurden die kurz vorher verlängerten Laufzeiten der Atomkraftwerke wieder gekürzt und alles auf Erneuerbare Energien gesetzt. Auf den ersten Blick vernünftig, doch diese Plattform hatte kein Fundament. Mit wahnsinnigen Förderungen wurde die Errichtung von Fotovoltaik- und Windkraftanlagen subventioniert – unterm Strich alles nur Politik und kein nachhaltiges Paket für die Zukunft. Der erste Ansatz für die Erzeugung von Elektrizität war sicherlich nicht verkehrt, doch hatte man das deutsche Stromnetz vergessen. Dies war grob fahrlässig und ein großer Fehler in der Energiewende. Jetzt stehen im Norden unserer Republik viele Windkraftanlagen, doch wohin mit dem Strom. Ergebnis, man hatte politisch gesteuert etwas auf den Weg gebracht.

Der Flut folgte die Ebbe. Die Jahre danach wurden nicht genutzt um die einzelnen Themenbereiche bezüglich Umwelt und Klima sukzessive weiter zu behandeln und auch die Energiewende zu optimieren – dabei auch Korrekturen vornehmen. In vielen kleinen Schritten hätten positive Ergebnisse erzielt und in der Summe ein immens wertvoller Beitrag bezüglich Zukunft sein können. Doch mit vielen kleinen Fortschritten wird keine große Aufmerksamkeit mit den Pressemitteilungen erzielt.

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Plötzlich wurde freitags Lena Thunberg aktiv und über die Medien belebte sie die Klimaszene, auch bei uns. Viele Menschen auf unserem Planeten folgten den Aufrufen der Aktivistin aus Schweden. In Deutschland kam es wieder zu mehr öffentlichen Aktivitäten für unsere Umwelt und das Klima. Dabei waren viele positive Beiträge und alles insgesamt ein Weckruf. Auch in Berlin, denn nach der Ebbe kam wieder die Flut. Die Politiker wurden aufgeschreckt und es folgte ein 19 Stunden Marathon von der Regierung zur Rettung des Klimas. Mein Fazit, in wenigen Stunden lässt sich das Klima nicht nachhaltig retten. Wurde dabei mehr an das Klima gedacht oder öfter an die Weiterführung der Koalition? Alles ist auf 22 Seiten niedergeschrieben mit dem Titel „Eckpunkte für das Klimaschutzprogramm 2030“.

Ein großes Spektrum nimmt dabei wieder die Elektrizität ein. Hier besonders für die Mobiltät und das Heizen, zusammen mit einem überdimensionalen Energiebedarf. Eine gigantische, eine nur teilweise realisierbare Herausforderung für die Stromerzeuger und
Der Igel soll auch in Zukunft ein Gast im Garten sein
Der Igel soll auch in Zukunft ein Gast im Garten sein
–verteiler in einem Zeitraum von mehreren Regierungsperioden. Die in den vergangenen Monaten forcierten Forderungen nach mehr E-Mobiltät folgte die Bundesregierung ohne realistische Lösungen aufzeigen zu können. Das Gleiche trifft auf die Heizungen zu und plötzlich ist heizen mit Strom „in“, weil es über Wärmepumpen erfolgen soll. Doch für die niedrigen Vorlauftemperaturen sind viele vorhandene Heizkörper nicht ausgelegt. Für mich nicht vorstellbar sind die großen Anforderungen bezüglich Rohstoffgewinnung, Produktion und später die Entsorgung bei den Akkus für die Stromspeicherung und Kältemitteln in den Wärmepumpen. Strom ist zwar die edelste und schadstofffreie Energie am Einsatzort, doch wo kommen die benötigten Strommengen her und auch wie dort hin?

Der Strom soll durch die Senkung von der EEG-Abgabe um 0,25 Cent pro kWh günstiger werden. Für eine Familie sind dies rund 10 Euro Ersparnis im Jahr, doch wäre dieser Anteil in der Summe für den Einsatz in klimafördernde Objekte nicht sinnvoller angelegt. Oder in das nicht ausreichend vorhandene Stromverteilungsnetz in Deutschland und der Bedarf wird noch immens steigen durch den Einsatz von mehr Strom für die Autos und Heizungen. Der Klimaschutz und die Energieerzeugung werden über viele Jahrzehnte interessant und spannend bleiben, doch das Ziel wird trotz Klimapaket nicht sichtbar. Viele Verordnungen werden zeitnah aus Berlin kommen, doch alle Unterzeichner können Korrekturen nicht mehr vornehmen, denn ein Mandat ist befristet und somit auch die Verantwortung. Bleibt zu hoffen, dass die Bürger in der Deutschland selbst umweltbewusst und energiesparend handeln – dies ist eine große Ressource.

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Kommentare zum Beitrag

Nicole Freeman
10.318
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 24.09.2019 um 08:20 Uhr
Nur wenn der einzelne etwas tut können großprojekte etwas werden. man bräuchte keine nord süd trasse wenn man den strom speichern würde, z.b. in vorm von wasserspeicher oder wasserstofftransport. man müsste keine riesen flächen für sie sonnenenergie verwenden, wenn die neubauten die dachflächen mit den platten ausstattet. winkel und dachrichtung wird doch sowieso vorgeschrieben. warum macht man das nicht von der sonnenenergie abhängig. nachrüsten ist in vielen fällen nicht möglich. um den igel im garten zu haben braucht man natur im garten. also keine ,, pflegeleichten,, kiesflächen oder englischer kurzrasen. hier braucht es pflanzen die von insekten besucht werden können, schneckenfutter und unterschlupf für den igel selbst. unterschlupf in form einer totholzecke. wenn jeder nur eine kleinigkeit macht, kann viel erreicht werden. Urlaub mal ohne kreuzfahrtschiff und flugzeug. Die herbstferien stehen vor der tür. warum vergessen wir im urlaub den klimaschutz? das klima kennt keinen urlaub.
Gerhard Wißner
48
Gerhard Wißner aus Buseck schrieb am 24.09.2019 um 09:03 Uhr
Diese Schilderungen realisiert und wir bräuchten keinen Klimagipfel. Bei der Umsetzung müssten der Staat, die Kommunen und Organsatsionen aktiv werden. Größere Projekt anstoßen sowie über die vielen kleineren Möglichkeiten die Bürger informieren und animieren. Später bei der Realisierung als Partner auch mal begleiten. Es gibt viel zu tun, nur müssten wir es gemeinsam anpacken. In vielen kleine Schritten können wichtige Beiträge eine positive Entwicklung bewirken. Wer sich nicht bewegt, kann nichts bewegen.
Nicole Freeman
10.318
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 24.09.2019 um 09:34 Uhr
oder lässt bewegung in die falsche richtung zu. Genau aus diesem Grund schreibe ich über die wilde ecke bei roller in heuchelheim. Aus diesem grund unterstütze ich di bi schützt die lahnaue.
ich habe keinen garten, aber das hindert mich nicht etwas für die kleinsten aber vielfältigsten lebewesen, unsere insekten zu tun.
wenn dieses kleine rad der natur ausfallen sollte, kommen die großen räder zum stillstand. ohne insekten werden wir nichts mehr ernten können. jeder noch so kleiner balkon kann eine insel voll leben werden.
Otmar Busse
837
Otmar Busse aus Lahnau schrieb am 24.09.2019 um 10:08 Uhr
" Es gibt viel zu tun, nur müssten wir es gemeinsam anpacken. In vielen kleine Schritten können wichtige Beiträge eine positive Entwicklung bewirken."
Dieser Abschnitt in Ihrem Kommentar gefällt mir besonders gut - Herr Wißner.
Ein Problem ist allerdings ... die "Baustellen" wo man anpacken müsste, sind beinahe unüberschaubar geworden und die Flut an Negativ-Nachrichten verbreiten allgemeine Ratlosigkeit.
Nach einem "bescheiden" ausgegangen Klimagipfel klopfen sich unsere verantwortlichen Politiker auf die Schultern als hätten sie die Welt gerettet und danach fliegt Frau Merkel und Frau Kramp-Karrenbauer getrennt mit jeweils einem extra Flugzeug nach New York. Alles begriffen kann man da nur sagen.
Sie preisen die E-Mobilität an wie ein 5 Gänge Menü, verschweigen aber tunlichst, dass, nur um ein Beispiel zu nennen, täglich 21 Millionen Liter Wasser in der Atacama Wüste verbraten werden um das für die Herstellung der Akku´s benötigte Lithium aus dem Boden zu spülen. 21 Millionen Liter täglich, während in unmittelbarer Nachbarschaft Menschen aus Pfützen trinken, in den man hier sich keine Sau suhlen lassen würde.
Aber geben wir nicht auf an das Gute zu glauben und wie sie, Herr Wißner, schon schrieben ... "Bleibt zu hoffen, dass die Bürger in der Deutschland selbst umweltbewusst und energiesparend handeln – dies ist eine große Ressource."
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Gerhard Wißner

von:  Gerhard Wißner

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Gerhard Wißner
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