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Verkehrswende im Wiesecktal - 7.9.2019 in Großen-Buseck

Buseck | Unter dem Motto "Raum zum Leben - Luft zum Atmen" fand am Samstag von 11 - 16 Uhr vom Schützenweg in Großen-Buseck ausgehend der erste Busecker Verkehrswende-Tag statt.

Der Schützenweg wurde hierzu als Fahrradstraße eingerichtet; Informations- und Verpflegungsstände luden dazu ein, sich über das Thema auszutauschen und in die Diskussion zu gehen.

Zum Auftakt der Veranstaltung fand eine Fahrradrundfahrt zu den besonderen Gefahrenpunkten für RadfahrerInnen in Großen-Buseck statt.

Erster Haltepunkt war der Bahnhofsvorplatz. Hier ist ein Großteil der Fläche in Privatbesitz, ebenso wie das ehemalige Bahnhofsgebäude. Die Bahn plant, auch in Großen-Buseck je einen Bahnsteig pro Fahrtrichtung einzurichten, dies allerdings ohne Über- oder Unterführung. Ein Wechsel zum anderen Bahnsteig wird nach der Planung nur über den Bahnübergang im Mollbornsweg möglich sein. Zwar sollen an beiden Bahnsteigen Abstellmöglichkeiten für Pkw und Fahrräder eingerichtet werden, allerdings ist dies für Fahrgäste umständlich, da sie bei der Rückfahrt in Buseck am jeweils anderen Gleis ankommen und erst nach einigen hundert Metern Fußweg ihr abgestelltes Fahrzeug erreichen können. Besonders für mobilitätseingeschränkte Personen wird dies kaum durchführbar sein. Auch die Bushaltestelle befindet sich nicht im unmittelbaren Bahnhofsbereich.

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Der Radweg R7 führt mitten durch Großen-Buseck. Die Initiative setzt sich dafür ein, die Ortsdurchfahrt sicher gestaltet wird und auch zum Verweilen im Ort einlädt.
Derzeit müssen mehrere stark befahrene Straßen ohne sichere Querungsmöglichkeit gekreuzt werden.

Außerdem fordert die Initiative einen zweigleisigen Ausbau der Vogelsbergbahn mit zusätzlichen Haltepunkten z. B. in Rödgen, unterhalb dem Bereich IGS/Hallenbad sowie dem Gewerbegebiet Großen-Buseck mit seinen vielen Beschäftigten. Ein Ausbau der Strecke könnte zusätzliche PendlerInnen gewinnen, die Dörfer entlang der Strecke besser anbinden sowie auch wieder mehr Güterverkehr von der Straße auf die Schiene bringen. Derzeit wird der vorhandene Gleisanschluss nur von der Fa. Drachengas genutzt. Die anderen ansässigen Firmen wickeln ihre Transporte über Lkw ab, was zu ständig steigendem Verkehrsaufkommen im Umland führt. Am Bahnübergang gab es in den letzten Jahren mehrere schwere Unfälle zwischen Zügen und auf den Gleisen stehenden Fahrzeugen, bei denen nur mit viel Glück niemand getötet wurde.

Die TeilnehmerInnen der Sternfahrt kommen an.
Die TeilnehmerInnen der Sternfahrt kommen an.
Ein vorbeifahrender Zug der Vogelsbergbahn wurde fröhlich begrüßt, und auch der Triebfahrzeugführer winkte zurück.

Um vom Gewerbegebiet zum Fahrradweg zu kommen, muss abermals ohne sichere Möglichkeit die Landstraße gekreuzt werden. Am Ortseingang von Buseck endet der Radweg dann abrupt an der Einmündung Tulpenstraße. Die Initiative setzt sich für eine Fortführung bis zum Bahnübergang ein.

Für die Schülerinnen und Schüler der Busecker Schulen wird die Einrichtung von innerörtlichen Fahrradstraßen gefordert, um einen sicheren Schulweg auch aus anderen Ortsteilen zu gewährleisten. Beispielhaft wurde die Rosenstraße/Bergstraße genannt, die zur Gesamtschule und zum Hallenbad führt. Auf Fahrradstraßen haben Radfahrende Vorrang; Autos dürfen zwar die Straßen auch nutzen, müssen sich aber dem Radverkehr anpassen und dürfen nicht "drängeln".

Auch die Querung der Landstraße am Ortsausgang Richtung Rödgen gestaltet sich für RadfahrerInnen und FußgängerInnen schwierig.

Die Rundfahrt endete an der verkehrsreichen Kreuzung im Schützenweg, wo zusätzlich noch eine Tankstellenein- und ausfahrt liegt. Auch Autofahrende sind hier oft überfordert, wenn es um Vorfahrtsregelungen geht. Ein Kreisverkehr wird seit langem geplant, aber bisher vom Land Hessen verhindert. Leider habe sich dies auch mit einem grünen Verkehrsminister nicht geändert.

Eine Kreisverkehr-Simulation beendete die Rundfahrt. Weitere kurze Sperrungen der Kreuzung für einen Fahrrad-Kreisverkehr sowie ein Polit-Talk mit verschiedenen Parteien zur Verkehrssituation waren für den weiteren Verlauf des Tages geplant.

Weitere Informationen auf den Fotos bzw. in den Bildunterschriften.

Die TeilnehmerInnen der Sternfahrt kommen an.
Der Veranstaltungsflyer...
...mit den Zielen der örtlichen Initiative
Vor dem Start der Rundfahrt
der Zeitplan für den Aktionstag
Das regnerische Wetter konnte nicht schrecken
am Bahnhofsvorplatz
am Bahnhofsvorplatz
am Bahnhofsvorplatz
im Gewerbegebiet Großen-Buseck
3 Gleise sind vorhanden
Stattdessen LKW-Verkehr
Ortseingang Großen-Buseck
Ende des Radwegs, der R7 wird auf die Straße geführt
Hier könnte der Radweg weitergeführt werden, doch die Besitzverhältnisse sind ungeklärt.
Hier in der Rosenstraße könnte die Fahrradstraße entstehen
in der Bergstraße
unterhalb der Gesamtschule
Hier könnte ein weiterer Bahnhaltepunkt entstehen
im Busecker Feld
Bisher unübersichtlich: die Kreuzung Schützenweg
die TeilnehmerInnen der Rundfahrt
ein Kreisverkehr wird simuliert
es könnte so schön sein...
www.wiesecktal.tk
die nächsten Termine
die Kreuzung wird wieder freigegeben
Verkehrswende = Klima- und Umweltschutz


Kommentare zum Beitrag

Otmar Busse
815
Otmar Busse aus Lahnau schrieb am 10.09.2019 um 14:11 Uhr
Ein lobenswerter Einsatz der Initiative, denn der Ausbau des Radwege-Netzes wurde ja leider viele Jahre verschlafen.
Nun reichen die ambitionierten Ideen, um beispielsweise die Städte Wetzlar und Giessen "schneller" zu verbinden, allerdings bis hin zum Bau von Radschnellwegen.
4m Breite, Beleuchtung und Winterdienst, sind Voraussetzungen, die ein solcher Radweg erfüllen muss.
Winterdienst? Die meißten Kommunen haben je nach Situation ihre Probleme in den Ortschaften, geschweige denn für den "eisernen" Radfahrer, der von Wetzlar nach Gießen früh morgens um 7 zur Arbeit eilt, den Radschnellweg zu räumen.
Solche Pläne sind dann meiner Meinung nach einfach deutlich übertrieben und rauben Gelder, die besser für Projekte, wie sie in obigem Artikel beschrieben wurden, einzusetzen wären.
Martin Wagner
2.555
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 11.09.2019 um 10:32 Uhr
Danke für den sehr informativen Beitrag.
Bernt Nehmer
1.825
Bernt Nehmer aus Hungen schrieb am 12.09.2019 um 10:37 Uhr
Buseck liegt auf der Strecke. Aber wie schauts in Fulda aus? Ich werde mich informieren.
Jutta Skroch
13.480
Jutta Skroch aus Buseck schrieb am 12.09.2019 um 13:54 Uhr
Ich habe die Demo nur am Rande mitbekommen, ich bin vorbeigefahren. Ich finde diese Demos schon wichtig, aber im Moment fühle ich mich als Autofahrer etwas arg verteufelt. Ich bin aufs Auto angewiesen. Ich wäre in meiner Mobilität mehr als eingeschränkt, wenn ich nicht fahren würde. Der Zeitpunkt, wo es mich erwischt, kommt noch früh genug.
Elke Jandrasits
1.135
Elke Jandrasits aus Buseck schrieb am 12.09.2019 um 16:22 Uhr
Jutta, es geht nicht darum, AutofahrerInnen zu verteufeln, sondern allen Menschen sichere Alternativen zum Auto zur Verfügung zu stellen, so dass auch alle ohne Auto mobil sind. Wenn die Straßen leerer sind, profitieren davon auch diejenigen, die aus den verschiedensten Gründen aufs Auto angewiesen sind.
Jutta Skroch
13.480
Jutta Skroch aus Buseck schrieb am 12.09.2019 um 19:54 Uhr
Das ist mir schon klar und ein bessere Verkehrsanbindung würde auch einige zum Umsteigen bewegen. Ich fahre mit dem Auto auch nur an die Greizer Str. und nehme dann den 5er Bus, um in die Innenstadt zu kommen, und nach Frankfurt fahre ich ebenfalls mit dem Zug, sofern ich mein Ziel dort problemlos erreichen kann.
Gerhard Born
318
Gerhard Born aus Lollar schrieb am 12.09.2019 um 21:25 Uhr
In Lollar verläuft der Lahnradweg in der Kernstadt auf der L 3475. Baulich ist hier nichts zu machen. Daher haben die Stadtverordneten am 26.08.2019 beschlossen, in dem Bereich Tempo 30 einzuführen. Vermutlich wird dies nicht umgesetzt. Daher sollte man im Frühjahr 2020 in Lollar ebenfalls ein Verkehrswendeaktionstag durchführen.
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von:  Elke Jandrasits

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Elke Jandrasits
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