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Kidical Mass Fahrraddemo am 24.08.2019 in Gießen

Buseck | Zum allerersten Mal fand gestern Nachmittag eine Kidical Mass (Kinder-Fahrrad-Demonstration) in Gießen statt. Der Name ist abgeleitet vom Begriff Critical Mass, der einen Verband von mindestens 15 Radfahrern bezeichnet, die im Straßenverkehr als einzelnes Fahrzeug behandelt werden und auch dieselben Rechte haben. Bei der abgeleiteten Form Kidical Mass besteht der Verband zu einem großen Teil aus Kindern und soll darauf hinweisen, dass gerade die jüngsten Verkehrsteilnehmer auf sichere Radwege z. B. für den Schulweg angewiesen ist.

Start war um 15 Uhr am Uni-Hauptgebäude. In unmittelbarer Nähe befindet sich die Liebigschule mit über 1.000 Schülern. An der Bushaltestelle in der Bismarckstraße wurde jedoch nicht einmal ein Zebrastreifen eingerichtet, von Fahrradwegen an dieser Ausfallstraße zum Schiffenberger Tal ganz zu schweigen.

Die Demonstration von rund 100 Kindern und Kindgebliebenen auf ihren Fahrrädern aller Formen und Farben setzte sich nun in Bewegung. Über Ludwigstraße und Ludwigsplatz ging es zum Berliner Platz, wo ein erster Zwischenstopp eingelegt wurde. Denn anschließend bog die Demonstration auf
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die inneren zwei Spuren des Anlagenrings ein und konnte schon einmal ausprobieren, wie herrlich es wäre, wenn diese Fahrbahnen dem Fahrradverkehr vorbehalten wären, wie es Verkehrswende-Organisationen befürworten. Für den Autoverkehr stünden in diesem Fall weiterhin die äußeren Fahrspuren mit jeweils einer Fahrspur für jede Richtung zur Verfügung.

Über die Südanlage ging es zur Kreuzung an der Johanneskirche. Die Stadt Gießen hat immer wieder die Umwidmung der hier kreuzenden Goethestraße zur Fahrradstraße angekündigt, doch die konkrete Umsetzung lässt seit Jahren auf sich warten.

Begleitet von fröhlichen Liedern zum Thema Radfahren aus der im Lastenrad mitfahrenden Musikanlage fuhren die kleinen und großen TeilnehmerInnen nun unterm Elefantenklo hindurch. An der Goetheschule, die direkt am Anlagenring ohne Fahrradweg liegt, wurde der nächste Halt eingelegt. Immer wieder wird beklagt, dass Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren. Doch sind viele Eltern besorgt, dass der Schulweg mit dem Fahrrad aufgrund des Autoverkehrs zu unsicher ist. Durch eine autofreie Innenstadt und die Schaffung eines umfassenden Fahrradwegenetzes würden sicherlich mehr Kinder zu Fuß oder per Fahrrad zu den Innenstadtschulen kommen. Auch
Kurz vor 15 Uhr am Uni-Hauptgebäude: ...
Kurz vor 15 Uhr am Uni-Hauptgebäude: ...
diejenigen, die nicht aufs Auto verzichten können oder wollen, würden davon profitieren, wenn möglichst viele vom Auto auf Fahrrad bzw. ÖPNV umstiegen und die Straßen dadurch leerer würden. Noch dazu sind Fahrradstraßen in Bau und Unterhaltung wesentlich kostengünstiger als Autostraßen, da sie weniger Belastung aushalten müssen.

Stadtschulsprecher Stergios Svolos warb in seiner mitreißenden Ansprache dafür, nach und nach die gesamte Gießener Bevölkerung von der Verkehrswende-Idee zu überzeugen.

Dann ging es weiter dem Anlagenring folgend bis zur Kreuzung mit der Dammstraße an der Ricarda-Huch-Schule. Die Stadt Gießen habe den Durchstich zur Lahn als Förderung für den Radverkehr dargestellt, doch leider die Zubringerwege vergessen. Den Anlagenring können RadfahrerInnen weiterhin gefahrlos nur schiebend auf dem Fußgängerüberweg queren.

An der THM verließ die Demonstration nach einem letzten Stop den Anlagenring. Dies zur Freude der wartenden AutofahrerInnen, die immer wieder mit Hupkonzerten die angemeldete und von Polizeifahrzeugen begleitete Demonstration störten. Teilweise wurde von motorisierten FahrerInnen im Verlauf der Demonstration auch versucht, an den Polizeiabsperrungen vorbeizufahren. Zum Glück hatte die Polizei alles im Griff und konnte verhindern, dass die Rad fahrenden Kinder gefährdet wurden. Die Kinder fuhren übrigens sehr diszipliniert und genossen die insgesamt etwa 4,5 Kilometer lange Strecke.

Über Moltkestraße, Eichgärten- und Ringallee ging es abschließend zum Spielplatz Ringallee, wo die Demonstration in ein fröhliches Mitmachpicknick mit Seifenblasen- und Straßenkreidestationen, Slackline, Kinderschminken, Radverschönerung, Livemusik und Fahrradkino überging.

Die nächsten Verkehrswende-Aktionstermine:

7.9. in Großen-Buseck
Infos unter https://www.projektwerkstatt.de/media/text/verkehr_download_190907buseck.pdf

14.9. in Frankfurt (auch Fahrrad-Sternfahrt ab Gießen)
Infos unter https://www.iaa-demo.de/routen-zeiten

Kurz vor 15 Uhr am Uni-Hauptgebäude: ...
Die TeilnehmerInnen der Demo sammeln sich ...
... aufgrund der Hitze lieber im Schatten.
Erster Halt: Berliner Platz
Willkommener Schatten unter den Bäumen an der Südanlage
Hier kreuzt die Goethestraße, ...
... leider immer noch keine Fahrradstraße.
An der Goetheschule...
... setzt sich Stadtschulsprecher Stergios Svolos für sichere Schulwege ein.
Kontrastprogramm
An der Kreuzung Nordanlage/Dammstraße...
... ist keine Fahrradquerung zu finden.
letzter Halt am Beginn Moltkestraße
Im Stadtpark angekommen
So ein Lastenrad kann viel transportieren
Auch 2035Null setzt sich für die Verkehrswende in Gießen ein.
Nach dem ernsten Teil folgte das Mitmachpicknick
Ein schattiges Plätzchen war schnell gefunden
Wer schafft die meisten Seifenblasen?
Fitmacher fürs Fahrrad
In der Bastelwerkstatt...
... wurden Fahrradschilder maßgeschneidert...
... und gleich selbst montiert.
unverwechselbare Unikate
unverwechselbare Unikate
Fahrrad-Kino
Fahrrad-Kino
Auf der Slackline ...
...hatten Groß und Klein Spaß
Für Spiel und Spaß war gesorgt


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von:  Elke Jandrasits

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