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Harald Lesch in Grünberg

Buseck | "Die Mythen und Methoden der Klimaleugner" hieß die Veranstaltung mit Prof. Dr. Harald Lesch und Dr. Udo Ornik, die kurzfristig aus Brandschutzgründen vom eigentlich geplanten Nieder-Ohmen in die Aula der Theo-Koch-Schule Grünberg verlegt werden musste.

Bereits eine halbe Stunde vor Beginn war die Aula brechend voll. Wer keinen Sitzplatz gefunden hatte, musste die Aula verlassen und konnte die Veranstaltung nur akustisch über den Außenlautsprecher verfolgen, was der Stimmung aber keinen Abbruch tat. Hatte man doch außen frische Luft, wesentlich angenehmere Temperaturen und ungehinderten Zugang zu den angebotenen Getränken und Eis.

Dann konnte es losgehen. Harald Lesch und Udo Ornik sind Schulkameraden, die nun ungeplant, aber höchst willkommen an ihrer alten Schule gelandet waren, und das zog sich mit vielen Anekdoten durch die gesamte Veranstaltung. So unterhaltsam es war, leider mussten die beiden am Ende einige vorbereitete Themen auslassen, weil die Zeit nicht mehr reichte.
Zunächst befassten sie sich mit der Frage "Was ist die Wahrheit?". Dies ist gar nicht so einfach zu beantworten. In der Wissenschaft werden zur Wahrheitsfindung Theorien aufgestellt, die durch objektive Beobachtungen entweder bestätigt oder widerlegt werden. Mit immer genaueren Methoden kann sich die Wissenschaft so der Wahrheit annähern.
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"Klimaleugner" oder eigentlich "Leugner des menschenverursachten Klimawandels" zweifeln wissenschaftliche Veröffentlichungen an. Harald Lesch betont, dass Moleküle sich so verhalten, wie sie müssen, nicht weil sie bösartig sind oder eine weltweite Verschwörung der Wissenschaftler besteht. Versicherer und Rückversicherer passen seit Jahrzehnten ihre Geschäftsmodelle an die zunehmenden Extremwetterereignisse an. Sie tun dies nicht aus politischen, sondern aus finanziellen Gründen. Auch Unterlagen des Konzerns Exxon belegen, dass die Ölindustrie seit Jahrzehnten wusste, welche Probleme aus der Energierzeugung aus fossilen Brennstoffen entstehen. Sie änderten jedoch nicht ihr Geschäftsmodell, sondern finanzierten Organisationen, die die Klimafolgen verharmlosten.

Könnte man nicht Öl und Kohle durch Atomkraft ersetzen? Vom ungelösten Problem des Atommülls abgesehen rechneten Harald Lesch und Udo Ornik schnell vor, dass dann über 60 neue Atomkraftwerke alleine in Deutschland gebaut werden müssten. Diese müssten ständig gekühlt
Nur die Glücklichen...
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werden. Die letzte Hitzewelle in diesem Sommer führte dazu, dass etliche Flüsse zu warm waren, um die vorhandenen AKWs zu kühlen und diese mussten vorübergehend abgeschaltet werden. Wie sollten bei weiter steigenden Temperaturen also noch zusätzliche Kraftwerke gekühlt werden?

Dann gibt es noch die Hoffnung, dass irgendeine neue Technik alle unsere Probleme rechtzeitig lösen wird. Doch angesichts der wenigen Jahre, die noch zur Verfügung stehen, kann keine Technik rechtzeitig ausgereift sein, um vor Erreichen der Kipppunkte serienreif zu sein. Apropos Kipppunkte: Früher habe man sich das so vorgestellt, dass einzelne Faktoren des Klimawandels sozusagen "über die Tischkante" kippen und dann nicht mehr umkehrbar sind. Heute habe man eher das Gefühl, dass der ganze Tisch auf einer schiefen Ebene steht, wenn man die weltweiten Nachrichten über das Schmelzen der Polarkappen, Tauen des Permafrosts, Urwaldrodung, Plastikverschmutzung, Ozonloch, Artensterben usw. höre.

Oder würde nicht Gott rechtzeitig eingreifen, um die Menschheit zu retten? Harald Lesch gibt zu bedenken, das Gott vielleicht schon eingegriffen hat und wir dies nur zum jetzigen Zeitpunkt nicht erkennen. Außerdem müsse Gottes Plan ja nicht unbedingt positiv für die Menschheit sein (Stichwort Sintflut).

mit Sitzplatz konnten bleiben, ...
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Zum Polareis der nächste Mythos: Wenn das arktische Eis schmilzt, macht das nichts, da es schon im Meer ist und der Wasserspiegel somit nicht ansteigt. Außerdem habe ein eisfreier Nordpol den Vorteil der kürzeren Seewege nach Asien. Der Punkt mit dem Meereis sei korrekt, so Harald Lesch und Udo Ornik, doch wie erreiche man, dass bei einer Erwärmung der Arktis gleichzeitig das zum Teil mehrere Kilometer dicke Grönlandeis (auf Land!) nicht abschmelze und den Meeresspiegel um mehrere Meter steigen lasse?

Was ist mit den vielen Tausend Vögeln und Fledermäusen, die angeblich durch Windkraftanlagen getötet werden, wie die Gegner argumentieren?
Harald Lesch und Udo Ornik zeigen auf, dass getötete Tiere offensichtlich nur zählen, wenn sie von Windkraftgegnern ins Feld geführt werden könnten. Denn die Eingriffe des Menschen in die Natur töteten ständig eine viel höhere Anzahl von Tieren (Straßen- und Gebäudebau (Glasflächen!), Stromleitungen, Versiegelung der Landschaft, industrielle Landwirtschaft, Umweltverschmutzung). Untersuchungen an tot gefundenen Tieren hätten außerdem ergeben, dass die Mehrzahl schlicht verhungert sei. Windkraftanlagen würden beim Vogelzug zeitweise abgeschaltet, um die Vogelverluste zu minimieren. Die Vortragenden forderten Vertreter aller Parteien auf, sich für Umwelt- und Naturschutz einzusetzen, dies dann aber bei allen Eingriffen des Menschen und nicht nur bei Windkraftanlagen.

... alle anderen ...
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Auch den Einwand, z.B. China verursache ja viel mehr CO2 als Deutschland und solle daher erstmal mit der Energiewende anfangen, ließen die Vortragenden nicht gelten. Die deutsche Autoindustrie verkaufe Autos nach China, das ist positiv für die deutsche Wirtschaft, und man könne den Chinesen dann nicht vorwerfen, dass sie auch damit fahren. Außerdem würden viele Artikel, die in Deutschland verwendet werden, in China hergestellt. Der CO2-Ausstoß müsse als globale Aufgabe begriffen werden und könne nur global gelöst werden. Deutschland als hochtechnisiertes Land müsse zeigen, dass der Umstieg auf erneuerbare Energien möglich ist. Wäre sich die Menschheit über alle Grenzen hinweg einig, wäre im Übrigen theoretisch nur ein etwa 500 x 500 km großer Teil der Sahara nötig, um über Photovoltaik den gesamten Energiebedarf der Menschheit zu decken (Projekt Desertec).

Es könne aber nicht nur darum gehen, einfach die Energiequelle der vorhandenen Autos zu ersetzen, denn dies löse nicht die Probleme, die immer mehr immer
... verfolgten den Vortrag...
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größere Fahrzeuge in den Städten verursachen. Eine ähnliche Investition wie in die Bankenrettung vor 10 Jahren - damals 800 Milliarden Euro - sei nötig, um massiv erneuerbare Energien sowie den ÖPNV auszubauen, und so den Menschen verfügbare Alternativen zum eigenen Auto auch in ländlichen Gebieten anzubieten. Außerdem solle die ökologische Landwirtschaft gefördert werden.
Werde diese Investition jetzt nicht vorgenommen, werde es in einigen Jahren nur um so teurer für die nächsten Generationen werden. Harald Lesch unterstützt ausdrücklich die Fridays for Future-Bewegung und lobt ihre ethisch einwandfreien Forderungen.

Zum Schluss empfahl Harald Lesch den Anwesenden, einfach mal den Menschen im Badezimmerspiegel zu fragen, ob die geplante Anschaffung oder die Autofahrt oder Flugreise wirklich notwendig ist. Zu hoffen ist, dass zumindest einige der vielfach mit dem Pkw gekommenen ZuschauerInnen darüber nachdenken.

Harald Lesch ist Professor für Astrophysik in München und bekannt aus dem ZDF ("Leschs Kosmos", "Faszination Universum") sowie durch seinen YouTube-Kanal "Terra X Lesch & Co". Udo Ornik ist ebenfalls promovierter Physiker und als Informatiker in der Hessischen Zentrale für Datenverarbeitung tätig; er ist außerdem Fraktionsvorsitzender der Grünen im Kreistag des Vogelsbergkreises.

Veranstalter des Abends waren verschiedene Orts- und Kreisverbände von Bündnis90/Die Grünen. Statt eines Eintritts wurden freiwillige Spenden für die Gießener Ortgruppe von Fridays for Future gesammelt.

Nur die Glücklichen...
mit Sitzplatz konnten bleiben, ...
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... alle anderen ...
... verfolgten den Vortrag...
... vor der Aula.
Eine doppelt so große Halle hätte gefüllt werden können.
In der Pause: Andrang für Selfies...
... und Buchsignaturen.
Am Ende des Vortrags...
... standen Harald Lesch und Udo Ornik ...
...für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung.
Ein schönes Wiedersehen der Klassenkameraden
Zum Schluss noch Blumen ...
... von Dr. Christiane Schmahl.

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Kommentare zum Beitrag

10
Hans Erhard Bott aus Mücke schrieb am 24.08.2019 um 23:00 Uhr
Es wurde zu Spenden für Fridays for Future aufgerufen. Fridays for Future soll ersteinmal dem Marbuger Studenten seine Auslagen für die Zugreservierung in Höhe von 77.000,00 € erstatten. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass der Student ohne Absprache mit Fridays for Future Züge reserviert hat, die solche Kosten verursachen. Im Übrigen wird die Greta von Leuten gemanagt, die Millionen damit verdienen, u.a. wie mit Promis wie Tom Cruise.
Also, ersteinmal die Bälle flach halten und mal sehen, wie sich die Bestimmer von Fridays for Future verhalten. Dann sehen wir weiter.

MfG
Hans Erhard Bott
Elke Jandrasits
1.138
Elke Jandrasits aus Buseck schrieb am 25.08.2019 um 07:54 Uhr
Hallo Herr Bott,
die Spenden bekommt die Fridays for Future Ortsgruppe Gießen und wird diese sicher gut gebrauchen können für die Vorbereitung des nächsten großen Aktionstags am 20. September 2019. Wie geschrieben waren die Spenden freiwillig, und ich selbst musste die Unterstützer mit der Spendendose erst suchen, man konnte also ohne Probleme auch ohne zu spenden die Veranstaltung besuchen.

Zum Thema Kosten der Züge empfehle ich den Artikel in der Oberhessischen Presse vom 11.6.2019:

https://www.op-marburg.de/Marburg/Klimastreik-in-Aachen-Ein-teures-Risiko-fuer-Jannik-Schestag

Zitat: "Schestag glaubt, dass er auf einem fünfstelligen Betrag sitzenbleiben wird. Das Geld will er durch eine Fundraising-Kampagne im Anschluss auftreiben." Jetzt ist es so gekommen wie der Student es schon vorher erwartet hat.

Falls jemand Geld mit dem Thema Klimaschutz verdient, warum ist das ein Problem für Sie? Große Überraschung, es wird so ziemlich niemand auf der Welt umsonst arbeiten. Solange das nicht zu Lasten anderer oder/und der Umwelt geht, ist dagegen doch nichts einzuwenden. Oder ist es nur okay, Millionen mit der Ausbeutung und Verseuchung der Erde sowie der Vernichtung der Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen zu verdienen wie die Kohle-, Öl- und Atomindustrie? "Bestimmer" gibt es bei diesen Konzernen sehr wohl, bei Fridays for Future jedoch nicht, jede Ortgruppe ist basisdemokratisch organisiert und entscheidet unabhängig über die Aktionen vor Ort.

Schade, dass Sie sich nicht zum Vortrag von Harald Lesch und Udo Ornik und dem eigentlichen Thema der Notwendigkeit der Energie- und Verkehrswende äußern. Sie sind herzlich eingeladen, sich bei den vielen Organisationen und Vereinen, die sich dafür engagieren, mit konkreten Vorschlägen einzubringen. "Bälle flach halten" hat uns in den letzten Jahrzehnten leider nicht weiter gebracht.
MfG Elke Jandrasits
Bernt Nehmer
1.826
Bernt Nehmer aus Hungen schrieb am 25.08.2019 um 08:24 Uhr
Ich unterstütze Fridays for Future. Und ich arbeite wegen meiner Geburtsurkunde umsonst und weil Geld anhäufen moralisch verwerflich wäre. Ich hätte den Professor Lesch fragen wollen, was mit seiner Petition geworden ist, die er gestartet hatte.
10
Hans Erhard Bott aus Mücke schrieb am 25.08.2019 um 12:09 Uhr
Hallo Frau Jandrasits,

ich habe kein Problem damit, wenn jemand mit Klimaschutz Geld verdient.

Mir geht es um das Verhalten von Fridays for Future. Ich empfehle Ihnen den Artikel vom 02.08.2019 in der Gießener Allgemeinen:

https://www.giessener-allgemeine.de/hessen/marburger-student-fordert-ueber-euro-fridays-future-zr-12881699.html

Mit Bälle flach halten meine ich, wie sich Fridays for Future weiterhin verhält. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Herr Schestag ohne Absprache mit Fridays for Future diese Züge reserviert. Er soll einfachn sein Geld bekommen, dann hätte ich auch Respekt vor Fridays for Future. Ich werde Fridays for Future nur noch unterstützen, wenn sich die Organisation korrekt verhält.

Zu dem Vortrag vom Freitag werde ich zu gegebener Zeit äüßern.

MfG
Hans Erhard Bott
Jörg Bergstedt
517
Jörg Bergstedt aus Gießen schrieb am 25.08.2019 um 14:31 Uhr
Bemerkenswerte Leistung, einen so langen Bericht über den Abend zu schreiben, ohne zu erwähnen, dass es den wahrscheinlich längsten Autostau aller Zeiten im Ostkreis Gießen ab. Der reichte phasenweise komplett durch die Stadt Grünberg bis auf Höhe Göbelnrod. Mehrere Autos konnten das Geschehen gar nicht mehr erreichen, weil der Rückstau eine Anfahrt in die Nähe der Schule unmöglich machte. Es ist ein bizarres Bild, was das überwiegend gut situierte Bildungsbürger*innentum hier abgab: Mal einer launigen Talkshow ohne viel Tiefgang lauschen, dafür ordentlich CO2 produzieren und dann per Grün-Wählen das Gewissen beruhigen. Bei konkreten Verkehrswendeaktionen fehlen solche Massen stets - was auch gut ist, wenn sie sonst da auch noch mit dem Auto anreisen würden. Das Grünen-Spektrum ist halt die Schicht mit der größten Diskrepanz zwischen Bekenntnis und Realität.
11
Jürgen Lerch aus Gießen schrieb am 25.08.2019 um 16:42 Uhr
Hallo Herr Bergstedt,

wenn der Veranstaltungsort nahe an einem Bahnhof gelegen hätte, wäre ich bestimmt mit dem Zug gekommen. Das der Veranstaltungsort rund 2 Kilometer außerhalb der Grünberger Stadtmitte liegt, fand ich wenig gut gewählt. Ich habe mich auch gefragt, warum man eine Schule so weit ab von jedem guten ÖPNV-Anschluss errichten muss, sodass fast jeder Schüler nur mit Bus oder Elterntaxi die Schule erreichen kann.

Viele Grüße

Jürgen Lerch
Stefan Walther
4.508
Stefan Walther aus Linden schrieb am 25.08.2019 um 22:03 Uhr
Ja, ja die ( angeblich ) GRÜNEN... fehlt nur noch das Gefasel von der möglichen Vereinbarkeit von Ökologie und Ökonomie im Kapitalismus... na klar, warum sollten die Großkonzerne nicht mit Umweltschutz auch Geld machen, so lange es dem Profitstreben dient, so lange "machen wir doch alles"... "und natürlich werden wir auch weiterhin die Umwelt zerstören, denn auf diesen Profit werden wir sicher auch nicht verzichten.."

Den tollsten Satz den ich neulich gelesen habe, als sich Demo-Teilnehmer kapitalismuskritisch bei einer Fridays for Future Demo äußerten = "es geht hier doch nicht um Politik, es geht um Umwelt".

Und wer die grüne "Realpolitik" betrachten möchte, kann sich mit Themen wie "Hambacher Wald", "Flughafen Frankfurt", "Elbvertiefung" usw. usf. befassen.
Jörg Bergstedt
517
Jörg Bergstedt aus Gießen schrieb am 26.08.2019 um 08:56 Uhr
Interessant noch: Die beiden Talker nannten in ihrer Reihe von Beschimpfungen von Klimawandelleugner*innen (wobei es richtig ist, die zu kritisieren, aber die launige Art ähnelte schon ziemlich denen, die sie kritisierten) auch, dass den Grünen fälschlicherweise unterstellt würde, zum Abholzen des Hambacher Forstes zugestimmt zu haben. Das ist zwar richtig, aber so geht halt Populismus: Verkürzen, Ausblenden, Verdrehen. Tatsächlich haben die Grünen in ihrer NRW-Regierungszeit dem nicht zugestimmt, weil es dazu keine Abstimmung gab. Sie haben aber auch nichts gemacht, um das zu verhindern. Und als während ihrer Regierungszeit eine Abstimmung stattfand, haben sie zugestimmt. Das war die Ausdehnung des Garzweiler-Tagebaus. Aber so differenziert wollten die beiden Talker ja nicht sein an diesem automobilen Werbeabend ...
Bernt Nehmer
1.826
Bernt Nehmer aus Hungen schrieb am 26.08.2019 um 10:06 Uhr
Ist doch interessant, was Leute die mit Reden ihr Publikum ergötzen, so zu sagen haben. Irrlichter die verblenden die eigenen Werte zu aktualisieren.
10
Hans Erhard Bott aus Mücke schrieb am 05.09.2019 um 07:29 Uhr
Hallo Frau Jandrasits,

ich bin Ihnen noch eine Antwort zu der Veranstaltung „Mythen und Methoden der Klimaleugner“ schuldig. Diese liefere ich Ihnen jetzt:

Grundsätzlich habe ich an dem 23.08. die sogenannten Klimagegner oder Klimaleugner auf dem Podium vermisst. So konnten Herr Dr. Ornik und Herr Prof. Lesch ungehindert über ihr Können in der Vergangenheit berichten, z.B. was die Wissenschaft alles schon überprüft hat und sich dann in der Realität als richtig herausstellte. Auf Grund dessen übertragen dann Herr Ornik und Herr Lesch ihr Können in die Zukunft und zweifeln gleichzeitig alle Aussagen und Thesen der „Klimaleugner“ an. Das ist mir zu einfach und zu billig.

Das heißt dann auch, dass ich als Normalbürger glauben soll, was die Herren Ornik und Lesch für die Zukunft in Sachen Klimawandel voraussagen.

Es wäre nur fair und korrekt gewesen, wenn (bekannte) Personen, die andere Ansichten vertreten, auch eingeladen worden wären. So sich hätte mit Sicherheit auf dem Podium eine spannende Diskussion entwickelt.

Ich bin bestimmt kein Leugner des Klimawandels und ich bin überzeugt davon, dass die meisten der sogenannten Klimagegner und -leugner ebenfalls den Klimawandel nicht abstreiten. Mir geht es darum, welche Ursachen, die zum Klimawandel führen, sind glaubhaft und welche nicht, welche sind richtig und welche sind falsch.

Gerade, da es sich um eine Veranstaltung der Grünen/Büdnis90 handelte, finde ich, dass man von dem 23.08. wesentlich mehr erwarten konnte.

Das Spannendste an diesem Abend fand ich, war die Situation nach der Pause. Die Leute, die aus der Pause kamen, fanden ihre Stühle besetzt vor. Diese Diskussionen um die besetzten Stühle, sogar mit Schimpfworten und ausgefallen Tricks, habe ich ehrlicher Weise genossen, da ich vorausschauender Weise nicht in die Pause gegangen bin. Es liefen zwar hier und da ein paar Leute herum mit einem Ordnerband am Arm. Diese Leute haben aber nicht ordnend, geschweige denn deeskalierend eingegriffen. Ich habe mich gefragt, wie verhalten sich dann die Grünen/Bündnis90, wenn wirklich einmal bei einer Veranstaltung eine ernste Situation entsteht.

Dann noch Etwas: zu Beginn der Veranstaltung mussten alle Personen, die in der Aula keinen Platz gefunden haben, den Raum verlassen und von draußen die Veranstaltung verfolgen. Aus Brandschutzgründen wurde gesagt. Nach der Pause standen die Wände voller Leute und die Veranstaltung wurde fortgesetzt. Die Brandschutzbestimmungen haben dann wohl nur zu Beginn der Veranstaltung gegolten. Nach der Pause wurden sie dann einfach vom Veranstalter außer Kraft gesetzt. Oder sehe ich das falsch?

Ich würde mich freuen, wenn Sie mich einladen, aber ich will mich gar nicht in dieses Thema einbringen. Ich will mir nur durch Argumente, die von unterschiedlichen Lagern eingebracht werden, ein Bild machen und daraus eine Meinung bilden.

So, und jetzt fahre ich nach Zeltweg und schaue an zwei Tagen der Airpower begeistert zu. Da wird ordentlich Kerosin und Treibstoff verbrannt. Ich weiß, ich werde dadurch einen überdimensionalen CO-2-Fußabdruck auf unserer Erde hinterlassen. Aber das gönne ich mir trotzdem, weil ich behaupten kann, dass ich sonst umweltbewusst lebe.

Mit freundlichen Grüßen

Hans Erhard Bott
Bernt Nehmer
1.826
Bernt Nehmer aus Hungen schrieb am 05.09.2019 um 11:02 Uhr
Wenn ich ins Flugzeug steige, müssen alle anderen zusehen und Reinhard M. hören.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Elke Jandrasits

von:  Elke Jandrasits

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Elke Jandrasits
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