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Fridays for Future am 15.3.2019 in Gießen

Buseck | Am 15. März 2019 fand ein globaler Klimastreik statt. Unter dem Motto "Fridays for Future" (FFF) demonstrierten Millionen Menschen in über 100 Ländern für rasche Maßnahmen zum Klimaschutz, insbesondere die Einhaltung des Abkommens von Paris. Organisiert wurden die Proteste von den lokalen FFF-Gruppen (www.fridaysforfuture.de).

In Gießen fand bereits am 25.1.2019 ein erster Schulstreik für das Klima statt; und gestern konnten trotz des ungemütlichen Regenwetters rund 1.200 Schülerinnen und Schüler aus dem ganzen Stadtgebiet und den Umlandschulen mobilisiert werden. Von den Schulen (z.B. Herderschule, Ricarda-Huch-Schule, LLG, Ost- und Liebigschule) ausgehend trafen sich die Demonstrationszüge am Berliner Platz, wo diverse Kundgebungen und Ansprachen stattfanden.

Alle haben das Ziel gemeinsam, die Politik weltweit dazu zu bewegen, Klimaabkommen nicht nur zu beschließen, sondern auch wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um die beschlossenen Ziele zu erreichen.

Unterstützt wurde die Aktion von vielen Eltern (www.parentsforfuture.de) und Wissenschaftlern (www.scientists4future.org). Der Verein Foodsharing Gießen versorgte die Schüler mit vor dem Abfall gerettenen Lebensmitteln (Obst, Gemüse, Brot und sogar ein Gemüseeintopf).

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In den sozialen Medien bekam die FFF-Bewegung in letzter Zeit Gegenwind, deshalb habe ich mir auf der Gießener Veranstaltung ein eigenes Bild zu den verschiedenen Einwänden gemacht:

1. Die wollen ja nur nicht in Schule, in ihrer Freizeit würden nicht so viele kommen.

Die meisten der Schülerinnen und Schüler, mit denen ich Kontakt hatte, waren gut informiert, hatten sich offensichtlich intensiv mit dem Thema befasst und im Vorfeld der Veranstaltung viel Freizeit in die Organisation und die Herstellung der kreativen Transparente und Plakate gesteckt. Da steckt echte Sorge um die Zukunft dieses Planeten dahinter.
Diejenigen, die jetzt auf einmal auf die Schulpflicht pochen, wollen wohl nur vom eigentlichen Thema ablenken.

2. Die sollen erstmal selbst nachhaltig leben (Handys, Flugreisen, Plastikmüll usw.), bevor sie von den Erwachsenen etwas fordern.

Viele der Jugendlichen setzen sich in ihrem privaten Umfeld für Nachhaltigkeit ein. Allerdings werden die meisten CO2-Emissionen nicht durch private Haushalte, sondern durch energieintensive Industrie verursacht. Deshalb ist es wichtig, die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen zu verändern, um Unternehmen zum nachhaltigen Handeln zu bewegen.

3. Die Energiewende ist wirtschaftlich nicht zu verkraften.

Energie aus Atomkraft und fossilen Brennstoffen ist nur so lange billig, wie sie über Subventionen gefördert wird. Müssten die Unternehmen alle Kosten, die für Umweltschäden, Rückbau, Endlagerung und Renaturierungen anfallen, selbst zahlen, sähe die Rechnung anders aus. Außerdem: Fossile Brennstoffe sind endlich, an der Energiewende führt sowieso kein Weg vorbei. Und je später sie umgesetzt wird, umso heftiger wird die Umstellung.

4. Deutschland ist viel zu klein, um einen Einfluss aufs weltweite Klima zu haben.

Genau deshalb ist FFF eine weltweite Bewegung und setzt sich für globale Ziele ein. Deutschland ist in vielen Bereichen Vorreiter, wieso nicht auch bei der Energiewende?

5. Den Klimawandel gibt's gar nicht.

Wer auch das Offensichtliche nicht einsehen will und auch tausenden Experten nicht glaubt, dem kann ich nur noch ein Zitat von Marc-Uwe Kling mit auf den Weg geben:

"Ja, wir könnten jetzt was gegen den Klimawandel tun, aber wenn wir dann in 50 Jahren feststellen würden, dass sich alle Wissenschaftler doch vertan haben und es gar keine Klimaerwärmung gibt, dann hätten wir völlig ohne Grund dafür gesorgt, dass man selbst in den Städten die Luft wieder atmen kann, dass die Flüsse nicht mehr giftig sind, dass Autos weder Krach machen noch stinken und dass wir nicht mehr abhängig sind von Diktatoren und deren Ölvorkommen. Da würden wir uns schon ärgern."


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Kommentare zum Beitrag

Stefan Walther
4.426
Stefan Walther aus Linden schrieb am 16.03.2019 um 21:58 Uhr
Zitat aus Ihrem Beitrag Frau Jandrasits =
"Alle haben das Ziel gemeinsam, die Politik weltweit dazu zu bewegen, Klimaabkommen nicht nur zu beschließen, sondern auch wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um die beschlossenen Ziele zu erreichen."

Haben Sie diesen Beitrag auch gelesen ? =

http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/128065/lehrer4future/

Was will ich damit sagen? = vielen Schülerinnen und Schülern ( und natürlich auch Erwachsenen ) ist sehr wohl bewusst dass eine drohende globale Umweltkatastrophe systembedingt ist und sie es nicht bei Appellen an die Politiker belassen wollen. Und ganz nebenbei, selbst wenn diese völlig unzureichenden so genannten Klimaabkommen umgesetzt würden, würde das wenig ändern...
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Elke Jandrasits
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