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Winterwanderung der "67er Herzen" am Hangelstein

Die 67er Herzen mit Förster Kriep und Hündin Enna
Die 67er Herzen mit Förster Kriep und Hündin Enna
Buseck | Zu einer lehrreichen Exkursion trafen sich am Samstag, den 24.2.2017 rund 20 Mitglieder der "67er Herzen". Ursprünglich hätte die Wanderung bereits im Januar staffinden sollen, da machte uns aber Orkantief Friederike einen Strich durch die Rechnung. Bei strahlendem Sonnenschein und eisigen Temperaturen hatten sich alle warm eingepackt.
Vom Parkplatz des Restaurants "Waldfrieden" aus erkundeten wir zusammen mit Stadtförster Ernst-Ludwig Kriep abseits der Waldwege den Stadtwald und das Naturschutzgebiet Hangelstein. Seine achtmonatige Hündin Enna begleitete ihn und eroberte mit ihrem freundlichen Wesen unsere Herzen im Sturm.

Schon nach wenigen Metern erreichten wir die erste Station. Herr Kriep forderte uns auf, unter den Begriffen "Ruhe/Erholung", "Holznutzung", "Naturschutz", "CO²-Speicher" und "Sport" den zu wählen, den wir persönlich hauptsächlich mit dem Wald verbinden.

Alle diese Aspekte müssen bei der Bewirtschaftung des Waldes berücksichtigt werden. Der Stadtwald von Gießen hat eine Größe von ca. 1.500 ha. Im bewirtschafteten Teil, der ca. 90% ausmacht, werden zuvor gekennzeichnete Einzelbäume über
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festgelegte Rückegassen geerntet. Hierdurch gibt es keinen großflächigen Kahlschlag, jüngere Bäume können die Lücke füllen und der Waldboden wird geschont. Einzelne sogenannte Habitatbäume werden nicht gefällt; sie bieten durch vorhandene Höhlen oder Totholzanteile Lebensraum für viele Tierarten wie Spechte oder Fledermäuse.

In einem Bereich mit vor knapp 40 Jahren gepflanzten Jungbäumen sind einzelne Exemplare mit einem orangen Band gekennzeichnet. Diese Zukunftsbäume werden besonders gefördert. Konkurrierende Nachbarbäume mit weniger schönen Wuchs werden nicht entfernt, sondern durch Ringeln (teilweises Entfernen der Rinde) zum Absterben gebracht.

An der nächsten Station verdeutlichte uns Herr Kriep, dass für jede von uns jährlich ein großer Baum gefällt werden muss, um unseren Holzverbrauch zu decken. Nicht nur zu langlebigen Möbeln wird Holz verarbeitet, sondern auch zu Verbrauchsmaterial wie Papier, Karton und Tampons. Hier ist jeder aufgefordert, seinen Holzverbrauch kritisch zu hinterfragen und wo möglich zu reduzieren.

Etwa 10% des Gießener Waldes werden nicht bewirtschaftet, sondern sich selbst überlassen. Die Jungbäume konkurrieren unbeeinflusst untereinander und stehen dichter. Umgefallene Bäume bleiben liegen. Auch bei Baumkrankheiten wird nicht eingegriffen.

die Arbeitsausrüstung
die Arbeitsausrüstung
So dient das Naturschutzgebiet als Lernort für viele Wissenschaftler und Forstleute, die hier die natürliche Entwicklung des Waldes studieren können.

Hier kommt auch das seltene Grüne Besenmoos vor. Nun mag man sagen, ist es nicht egal, ob da Moos wächst oder nicht? Förster Kriep vergleicht die Situation im Ökosystem mit einem Airbus, der ebenfalls aus vielen, teils kleinen Teilen besteht. Auch hier kann man sicher die ein oder andere Schraube entfernen, und er fliegt weiter. Doch irgenwann erwischt man ein wichtiges Teil, und der Absturz ist nicht mehr zu vermeiden.

Herr Kriep ermutigte uns, den Wald als kostenlose, ganzjährig rund um die Uhr verfügbare Erholungsmöglichkeit zu nutzen.

Nach knapp zwei Stunden Rundweg verabschiedeten wir uns von Herrn Kriep und Enna und bedankten uns für die informative und kurzweilige Führung.

Anschließend wärmten wir uns im "Waldfrieden" bei einem heißen Getränk und einem leckeren Stück Kuchen auf und ließen den schönen Nachmittag ausklingen.

Wer Lust bekommen hat, sich den "67er Herzen" anzuschließen, kann über unsere Homepage www.giessener-herzen.de weitere Informationen erhalten.

Die 67er Herzen mit Förster Kriep und Hündin Enna
die Arbeitsausrüstung
Das Logo der 50er ist ganz ähnlich
im bewirtschafteten Teil des Waldes
einer der Habitatbäume
Auch diese alte Eiche bleibt stehen
die Jungbäume, teilweise geringelt
Enna hat etwas Interessantes gerochen
jeder von uns "verbraucht" einen großen Baum pro Jahr
Enna
Auch am Samstag wird gearbeitet
im Naturschutzgebiet
Totholz bleibt als Biotop für viele Tiere und Pflanzen liegen
Enna hat ein Kaustöckcken gefunden
Vor dem Waldfrieden empfing ein Herz die "Herzen"
Nun aber Aufwärmen bei Kaffee und Kuchen

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von:  Elke Jandrasits

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