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Das Vogelsterben nimmt dramatische Ausmaße an !

Buseck | In Deutschland und Europa ist die Zahl der Vögel drastisch gesunken. Vogelarten, die in Agrarlandschaften leben, sind besonders betroffen. Die Zahl der Brutpaare in landwirtschaftlichen Gebieten ist in der EU zwischen 1980 und 2010 um 300 Millionen zurückgegangen. Das entspricht einem Verlust von 57 Prozent.

Alarmierender Artenverlust
Fast drei Viertel der einheimischen Vogelarten der Äcker und Wiesen stehen auf der aktuellen Roten Liste der Brutvögel Deutschlands, 17 von 24 Arten sind mindestens gefährdet. In den letzten 30 Jahren hat beispielsweise der Bestand der

Kiebitze um 80 Prozent
Braunkehlchen um 63 Prozent
Uferschnepfen um 61 Prozent
Feldlerchen um 35 Prozent
Rebhühner um 84 Prozent
abgenommen. Insgesamt zeigen sich seit Ende der 1990er Jahre bei einem Drittel aller Vogelarten „signifikante Bestandsabnahmen“. Dabei werden die Verluste immer größer. In den zwölf Jahren von 1997 bis 2009 waren mehr Vogelarten betroffen als im gleichen Zeitraum der Jahre 1985 bis 1997. Während sich einige Arten auf sehr niedrigem Niveau stabilisieren, ist bei anderen kein Ende des Sterbens in Sicht. Sie drohen völlig zu verschwinden. Diese Zahlen nennt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen.

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Vogelsterben (1)
Gründe für das Artensterben
Als Gründe für das Vogelsterben nennt die Bundesregierung unter anderem das Fehlen geeigneter Lebensräume und das fehlende Angebot an Nahrung. Vielen Vögeln dienen Insekten als Nahrung, doch bei diesen ist ebenfalls ein massives Artensterben zu beobachten. Denn auch Insekten fehlt es durch den Einsatz von Unkrautvernichtern an Lebensraum und Nahrung, oder sie werden gezielt durch Insektengifte vernichtet. Bei einigen Insektenarten ist der Bestand um 90 Prozent zurückgegangen, einige Arten sind bereits ganz verschwunden. Das Insekten- und Vogelsterben steht in direktem Zusammenhang mit dem Einsatz von Herbiziden und Insektiziden in der intensiven und industrialisierten Landwirtschaft. Dies räumt auch die Bundesregierung in ihrer Antwort ein und erklärt, dass erheblicher "Handlungsbedarf zum Schutz der Agrarvögel in Europa" bestehe.

Agrarwende längst überfällig
Diese Zahlen zeigen einmal mehr: Monokulturen und der Einsatz von Pestiziden haben gravierende Auswirkungen auf die Artenvielfalt. Jetzt muss die Politik endlich handeln. Wenn die konventionelle Landwirtschaft weiter betrieben wird wie bisher, gehen immer mehr Tier- und Pflanzenarten unwiederbringlich verloren. Eine Agrarwende ist längst überfällig. Der Einsatz von Ackergiften muss gestoppt werden und Monokulturen dürfen nicht weiter unser Landschaftsbild dominieren. Dass die Erzeugung von Lebensmitteln auch anders geht, zeigt die ökologische Landwirtschaft. Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass ökologisch bewirtschaftete Flächen deutlich artenreicher sind als konventionell bewirtschaftete. Vielfältige Fruchtfolgen, der Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide und Kunstdünger schaffen Lebensraum für Vögel, Insekten und Wildkräuter.

(Umweltinstitut München e.V.
http://www.umweltinstitut.org/aktuelle-meldungen/meldungen/vogelsterben-nimmt-dramatische-ausmasse-an.html)

Kommentare zum Beitrag

Elke Jandrasits
539
Elke Jandrasits aus Buseck schrieb am 12.05.2017 um 20:55 Uhr
Die EU hat dazu gerade eine ausführliche Befragung beendet, an der aber leider nicht mal 300.000 Menschen teilgenommen haben.

Verschiedene Organisationen arbeiten zusammen in der Initiative "Living Land".
Hoffentlich erreichen sie eine Trendwende.

www.living-land.de
Wolfgang Heuser
6.697
Wolfgang Heuser aus Gießen schrieb am 13.05.2017 um 10:32 Uhr
Gut darüber berichtet, aber es fängt aber auch schon in den Gärten an, gerade die neuen Steingärten sind nicht gut für die Insekten! Dann noch der gepflegt englische Rasen, nur kein Wildkraut (Unkraut) drin, da gibt es so einige Beispiele auch in meiner näheren Umgebung.

Die intensiv genutzten Landwirtschaftlichen Wiesenflächen lassen auch keine Bodenbrüter mehr zu. Das sind auch alles Themen die bei den Biodiversität Veranstaltungen in unserem Landkreis Marburg-Biedenkopf immer wieder angesprochen und diskutiert werden!
Jenny Burger
1.671
Jenny Burger aus Buseck schrieb am 14.05.2017 um 18:53 Uhr
Es wird ja geraten, zu den früheren Wildgärten zurück zu kehren und die Gärten nicht so ordentlich und sauber zu halten. Sieht zwar alles schön aus, bietet aber keinen Raum für Insekten, Vögel und dergleichen. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Regenwürmer auch bedenklich ab. Und ohne unsere "Würms" geht ja mal GAR nichts !
Wolfgang Heuser
6.697
Wolfgang Heuser aus Gießen schrieb am 15.05.2017 um 12:00 Uhr
Genauso ist das, aber wenn ich das in den Gärten im näheren Bereich so sehe, wie das so abläuft. Das Gras ist gerade mal in der Höhe von den Gänseblümchen und schon wird der Rasenmäher angestellt, es muss auch noch stark nach Benzin riechen! Super was da für die Umwelt getan wird und dann noch die tollen Unkrautstecher, nur weiter so, so sieht es in unseren kleineren Gartenbereichen aus!
Jenny Burger
1.671
Jenny Burger aus Buseck schrieb am 15.05.2017 um 12:09 Uhr
Ja leider ist das so. Die Menschen müssen erst begreifen, was los ist und jeder kann für sich selbst entscheiden, der Natur wieder ein wenig zu helfen, bevor sie gänzlich versagt. Wir haben inzwischen keine perfekt geschnittene Hecke mehr zum Beispiel (zum Leidwesen meiner "lieben" Nachbarn, die sich daran stören, weil es nicht ihrem Ordnungssinn entspricht. Aber wir haben jedes Jahr viele Vögel in dieser kleinen Hecke und sie nisten dort. Auch unsere Büsche sind nicht mehr so malerisch gestutzt, sie tragen Beeren, die die Vögel im Herbst mit Vorliebe genießen. Mein Mann und ich genießen es, wenn wir immer Vögel haben, wenn Spinnen ihre Netze bei uns spinnen, wenn Eichhörnchen und Igel in unserem gepachteten Gartenstück heimisch sind.
Und es macht viel weniger Arbeit :)
Wir alle sollten wieder etwas umkehren, in vielerlei Hinsicht wird das auch schon getan.
Wolfgang Heuser
6.697
Wolfgang Heuser aus Gießen schrieb am 18.05.2017 um 19:45 Uhr
Zu diesem Thema habe ich einen aus meiner Sicht persönlichen Beitrag über solche Gartenbereiche gemacht. Es sollen ein paar Denkanstöße zu so einem Thema sein, ich denke einige werden sich da ihre Gedanken darum machen!
http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/118587/das-motto-vom-letzten-jahr-es-war-ein-tischlein-deck-dich-fuer-stieglitz-and-co/
Jenny Burger
1.671
Jenny Burger aus Buseck schrieb am 19.05.2017 um 15:30 Uhr
Prima :)
Peter Herold
26.308
Peter Herold aus Gießen schrieb am 20.05.2017 um 09:23 Uhr
Wir wissen die Ursachen und es wird viel darüber geredet. Auch ich entferne manches "Unkraut" im Garten und die Wiese wird auch regelmäßig gemäht. Aber sonst herrscht Wildwuchs und meine Vögel kommen wieder, wenn auch nicht alle die es noch letztes Jahr waren. Kein Zaunkönig, Kleiber oder Rotkehlchen mehr.
Jenny Burger
1.671
Jenny Burger aus Buseck schrieb am 20.05.2017 um 11:03 Uhr
Aber mal ehrlich, wir "kleinen Leute" können die Natur nicht retten, wenn die "Großen" nicht mit machen. Diese Umweltbelastungen und -vergiftungen durch die Industrie und Agrarwirtschaft.

Ist doch wie mit dem Wassersparen. Wir können noch so bemüht sein, mit der Ressource Wasser sparsam umzugehen, künstlich erzeugter Schnee für Skipisten beispielsweise, ist eine Wasserverschwendung, die mit Worten nicht zu beschreiben ist.
Peter Herold
26.308
Peter Herold aus Gießen schrieb am 20.05.2017 um 11:06 Uhr
Wir können aber verssuchen für uns in unserem Umfeld eine gewisse Natürlichkeit zu bewahren. Kostet fast nichts, ein wenig Nachdenken und dann nichts tun und wachsen lassen.
Jenny Burger
1.671
Jenny Burger aus Buseck schrieb am 20.05.2017 um 14:11 Uhr
Das ist wahr, lieber Peter, ich glaube, das ist auch die Motivation, die mich immer wieder mal dazu treibt, auf umsichtiges Handeln aufmerksam zu machen.
Dann aber verfalle ich auch wieder mal in eine Art Hilflosigkeit und Ohnmacht, in der mir klar wird, dass wir gegen die "Großen" gar nichts ausrichten können.
Alles, was wir im kleinen Kreis erhalten oder sichern, wird von den Großen, wo es nur um Profit geht, mit einem Schlag zu nichte gemacht. Das lässt mich manchmal verzweifeln, aber dann erkenne ich, dass ich mich damit einfach nicht abfinden kann und will und schaffe wenigstens für mich meine kleine heile Welt.
Dazu gehören nun mal ein etwas wilder Garten, dazu gehören dick wuchernde Hecken, dazu gehören Spinnnetze, die ich nicht mehr entferne, dazu gehören Nist-und Futterplätze für Vögel usw usw.
Und dann kann ich mich immer wieder neu daran erfreuen, wenn die Natur sich daran labt.
Peter Herold
26.308
Peter Herold aus Gießen schrieb am 20.05.2017 um 14:23 Uhr
Ja. Bin heute durch meine Garten gegangen. Beitrag kommt.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Jenny Burger

von:  Jenny Burger

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Jenny Burger
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