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Champions-League-Sieger : Galatasaray Istanbul

Buseck | http://www.rsvlahndill.de/cms/

3.05.09
RSC Rollis Zwickau hatten Titelverteidiger Galatasaray Istanbul am Rande einer Niederlage
Mannen vom Bosporus bleiben nach 82:73-Finalsieg Europas Nummer eins im Rollstuhlbasketball – Lahn-Dill Dritter

Der alte ist auch der neue Champions-League-Sieger im Rollstuhlbasketball. Nach dem Erfolg im vergangenen Jahr gegen den RSV Lahn-Dill sicherte sich Galatasaray Istanbul mit einem 82:73-Sieg gegen den RSC Rollis Zwickau auch die Trophäe 2009. Die Mannen vom Bosporus mussten sich allerdings mächtig strecken, um am Ende gegen den amtierenden Deutschen Meister die Nase vorn zu haben. Der RSC war über das gesamte Spiel ein ebenbürtiger Gegner und musste sich letztlich nur deshalb geschlagen geben, weil die Türken über die stärkere Bank verfügten.

Bis vier Minuten vor dem Ende hielten die Sachsen, die zur Pause noch geführt hatten, ein 65:65, ehe in der Schlussphase die Kräfte nachließen. Als dann auch noch Filipski mit seinem fünften Foul das Feld verlassen musste, war Galatasaray in dieser hochklassigen Partie endgültig auf die Siegerstraße eingebogen. Der Amerikaner David Matthew Scott war es schließlich, der nach einer Ruhepause auf der Bank wieder aufs Feld zurückgekehrt war und die letzten sechs Zähler im „Alleingang“ erzielte.

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Ein riesiges Kompliment für ihr engagiertes und beherztes Auftreten gebührt jedoch dem RSC Rollis Zwickau, der die deutschen Farben hoch hielt und nur hauchdünn an der großen Sensation vorbeigeschrammt ist. Galatasaray Istanbul, mit einem geschätzten Etat zwischen einer und zwei Millionen, bleibt damit nicht nur wirtschaftlich, sondern auch sportlich für ein weiteres Jahr die Nummer eins in Europa.

Versöhnlicher Abschluss für RSV

Einen versöhnlichen Abschluss feierte auch Gastgeber RSV Lahn-Dill, der im Spiel um Platz drei gegen Lottomatica Elecom Sport Onlus Rome mit 70:51 die Oberhand behielt und in diesem Spiel andeutete, was alles möglich gewesen wäre, wenn man diese Form über das gesamte Turnier gezeigt hätte. Doch auch der dritte Platz bei diesem Turnier ist aller Ehren wert und wurde von den Zuschauern entsprechend enthusiastisch gefeiert. Stehende Ovationen gab es für Annika Zeyen, die vor der Partie offiziell verabschiedet wurde. Sie verlässt den Wetzlarer Bundesligisten nach fünf Jahren und geht nach Amerika, um zu studieren.

Zu reinen Ländervergleichen kam es in den Spielen um Platz fünf bzw. sieben. Während im spanischen Duell Fundosa Madrid mit 79:64 gegen CD Once Andalucia die Oberhand behielt und sich damit Rang fünf sicherte, gewann CS Meaux mit 70:58 gegen Hyeres und damit die interne „französische Meisterschaft“.

Ein äußerst zufriedenes Fazit, wenngleich man sich sportlich etwas mehr ausgerechnet hatte, zog Veranstalter RSV Lahn-Dill. 20 Monate nach der EM präsentierten sich die Wetzlarert erneut als perfekte Gastgeber und heimsten von allen Beteiligten ein dickes Kompliment für die Abwicklung dieses Finals ein.

Rund 88 Spieler aus 15 Nationen und vier Kontinenten, rechnet man die Unparteiischen und zahlreichen IWBF-Vertreter sowie die mitgereisten Fans hinzu, waren es gar über 200 Teilnehmer aus 19 Nationen, die für das nötige Flair dieser Titelkämpfe sorgten. Das machte einmal mehr deutlich, dass der RSV Lahn-Dill in Europa nach wie vor die erste Adresse in Sachen Rollstuhlbasketball ist – wenngleich man aus sportlicher Sicht diesmal leichte Abstriche machen muss.

Kein Wunder, dass auch RSV-Manager Andreas Joneck äußerst zufrieden mit dem Verlauf des Turniers war und allen Beteiligten
für ihren aufopferungsvollen Einsatz ein Riesenkompliment machte. Ein ganz großer Dank ging dabei an die Adresse nach Hüttenberg, wo die dortigen Verantwortlichen dafür sorgten, dass neben der Heimstätte August-Bebel-Halle auch in der zweiten Spielstätte, der Hüttenberger Sporthalle, alles wie am Schnürchen lief.

Wenngleich sich Joneck in der Spitze ein paar Zuschauer mehr erhofft hatte, war er insgesamt mit dem Besuch sehr zufrieden. „Am Ende haben wir deutlich über 6000 Fans bei diesem Champions-League-Cup begrüßen können und unser gestecktes Ziel damit mehr als erreicht“, so der RSV-Manager, der rein sportlich natürlich sein Team lieber im Finale gesehen hätte.

Den Abschluss dieser drei gelungenen Tage bildete eine in allen Belangen ebenfalls bestens vorbereitete und gelungene Siegerehrung, an der auch die Prominenz aus Politik und Sport teilnahm.

RSV Lahn-Dill – Lottomatica Elecom Sport Onlus Rome 70:51

So hätte man sich den RSV Lahn-Dill über das gesamte Turnier gewünscht. Ohne Druck und mit dem Willen zum Sieg, den man bei den Wetzlarern kennt, gingen die Zeyen und Co. im Spiel um Platz drei von Beginn an zu Werke. Keine Spur mehr von Nervosität, endlich wieder die alte Treffsicherheit und mit Michael Paye
wieder ein Akteur in den Reihen, der Verantwortung übernahm. Hinzu kam, dass Dirk Köhler nur so vor Spielfreude strotzte und neben einer Trefferquote von 77 % aus dem Feld von der Freiwurflinie gar gänzlich ohne Fehlwurf blieb. Es passte an diesem Sonntagmittag einfach alles zusammen und den Italienern wurden von Beginn ihre Grenzen aufgezeigt. 14:2 hieß es bereits nach fünf Minuten und nach dem ersten Viertel leuchtete eine 21:8-Führung von der Anzeigetafel. Eine kurze Durststrecke zu Beginn des zweiten Durchgangs ließ bei Rom etwas Hoffnung aufkeimen, doch das Team von Trainer Nicolai Zeltinger machte dem schnell einen Strich durch die Rechnung und zog über die Stationen 26:18 und 36:20 bis auf 37:24 zur Pause davon.

Ein ganz starker Auftritt im dritten Viertel, in dem das Team um den Australischen Paralympic-Sieger John Bradley Nass erst nach vier Minuten der erste Korberfolg zum 47:26 gelang. Eine späte Genugtuung für die beiden Wetzlarer Joey Johnson und Richard Peter, die bei Olympia mit Kanada im Finale an Australien gescheitert waren. Unterstützt von dem einmal mehr lautstark mitgehenden Publikum schraubte der RSV das Resultat auf 56:31, bevor es in den letzten Abschnitt ging. Trainer Nicolai Zeltinger konnte es sich sogar erlauben, auch den „Bankspielern“ Einsatzzeiten zu gewähren. Am Ende hieß es 70:51 für den RSV und der dritte Platz bei diesem Champions-League-Finale war unter Dach und Fach.

Punkteverteilung

RSV Lahn-Dill: Zeyen (7), Paye (18), Kampmann, Gundert (2), Johnson (9), Zwerger, Kautz, Schünemann, Peter (16), Schell, Köhler (18)

Elecom Sport Rome: Hartnett (2), Moukhariq (4), Ness (16), Karaman (8), Cherubini (21), Luukonen, Pennino.

Stimme zum Spiel

Nicolai Zeltinger: „Es ist natürlich schön, die Champions League und die gesamte Saison mit einem Sieg zu beenden. Es macht einfach mehr Spaß zu gewinnen. Ich glaube wir haben uns gegen Rom den Frust von der Zwickauer Niederlage von der Seele gespielt. Endlich hat auch unsere Offense gezeigt, zu was sie in der Lage ist. Wir haben immerhin das beste itlaienische Team geschlagen und dabei auf 51 Punkte gehalten. Es war auch ein schöner Abschluss für Annika, die ein sehr gutes Spiel gemacht hat. Wir freuen uns, dass wir jetzt feiern können, obwohl wir unser Ziel, zwei Titel in der Saison zu erringen, nicht erreicht haben.“

Die Spiele vom Sonntag im Überblick:

Spiel um Rang 7: CS Meaux – Hyeres Handiclub 70:58
Spiel um Rang 5: Fundosa Once Madrid – CD Once Andalucia 79:64
Spiel um Rang 3: RSV Lahn-Dill – Sport Onlus Rome 70:51
Endspiel: RSV Rollis Zwickau – Galatasaray Istanbul 73:82

Endstand Champions League 2009

Galatasaray Istanbul
RSC Rollis Zwickau
RSV Lahn-Dill
Sport Onlus Rome
Fundosa Once Madrid
CD Once Andalucia Sevilla
CS Meaux
Hyeres Handiclub
Fair-Play Team: RSV Lahn-Dill

Topscorer: Petr Tucek (Galatasary Istanbul) – 132 Punkte

All-Star Team:
Marcin Balcerowski (RSC-Rollis Zwickau)
John Pollock (CD ONCE Andalucia Sevilla)
Hussein Haidari (Galastaray Istanbul)
Piotr Luszynski (RSC-Rollis Zwickau)
Mateusz Filipski (RSC-Rollis Zwickau)



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von:  Jörg Theimer

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