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Milchbauern in der Krise: Preise auf Niedrigniveau

Der Hessische Bauernpräsident Friedhelm Schneider.
Der Hessische Bauernpräsident Friedhelm Schneider.
Buseck | Die Milch macht's. Dieser Slogan ist altbekannt. Und leider auch etwas altbacken. Denn die Milch macht's schon lange nicht mehr. Zumindest befinden sich auch die deutschen Milchbauern in der allgegenwärtigen Krise. Die Milchpreise sind auf einen Niedrigrekord gesunken, viele Betriebe sind in ihrer Existenz bedroht. Derzeit werden zwischen 18 und 24 Cent für den Liter Milch an die Bauern gezahlt - 40 müssten es sein, um alle Kosten zu decken. Anlass genug für den Hessischen Bauernverband (HBV), am Montag im Kulturzentrum Großen-Buseck eine Fachtagung zum Thema "Milchviehhalter in Not - Wege aus der Krise" zu veranstalten. Hauptziel der Tagung war es, klare Forderungen der Bauernvertreter an die Politik zu richten.
"Die Lage ist ernst" betonte der Hessische Bauernpräsident Friedhelm Schneider bei der Eröffnung. Erste Hilfestellungen kündigte Agrar-Staatssekretär Mark Weinmeister am Montag bereits in Form von mehr Ausgleichszulagen und verstärkter Investitionsförderung an. Am Dienstag fand außerdem ein bundesweiter Milchgipfel in Berlin statt.
Schneider fordert unter anderem eine Erhöhung des Absatzes der Milch.
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Bernd Weber (HBV), Friedhelm Schneider und Günter Berz-List (Schwälbchen).
Bernd Weber (HBV), Friedhelm Schneider und Günter Berz-List (Schwälbchen).
Die Verwendung von Milchimitaten, etwa bei Analogkäse oder die Veränderung von Rezepturen bei der Lebensmittelherstellung, habe zu einem Einbruch des Absatzes geführt. Des Weiteren bat der Bauernpräsident die Politik um schnellere Liquiditätshilfen für Landwirte. Auch die Besteuerung von Agrardiesel belaste die Geldbeutel der Bauern. Es gehe dabei nicht um Investitionshilfen, betonte Dr. Rudolf Schmidt, Milchreferent des Deutschen Bauernverbandes, sondern tatsächlich um die Erhaltung der Liquidität der Betriebe. "Viele können die aktuellen Rechnungen nicht bezahlen". Man brauche außerdem finanzielle Hilfen, um neue Verordnungen der EU umzusetzen und neue Wege gehen zu können. Friedhelm Schneider sprach in diesem Zusammenhang von einem "Ausbluten" der Milchviehwirtschaft. Die meisten Landwirte in Hessen seien über 50 Jahre alt, und es bedürfe Hilfestellungen für die Jüngeren, um zukünftig ein flächendeckendes Netz an Milchbetrieben gewährleisten zu können. Günter Berz-List, Vorstandssprecher der Schwälbchen Molkerei AB warnte davor, dass ein jetzt enstehender Flurschaden bleibe. "Wer einmal mit dem Milchviehbetrieb aufhört, der fängt nicht wieder an".

Der Hessische Bauernpräsident Friedhelm Schneider.
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Bernd Weber (Hessischer Bauernverband), HBV-Präsident Friedhelm Schneider und Günter Berz-List (Schwälbchen).
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von:  Sabine Glinke

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Sabine Glinke
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