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Bäume voller "kugeliger Gestalten" und andere schöne Eindrücke

am Nachmittag in Rodheim Bieber
am Nachmittag in Rodheim Bieber
Biebertal | Auf einem Spaziergang in den Feldern um Rodheim-Bieber fielen mir viele Bäume auf, die dicht bewachsen waren mit Misteln.
Ich mag diese interessanten Pflanzen, die zur Weihnachtszeit immer an meiner Haustür hängen.
Ich habe über die Mistel gelesen und war erstaunt, um welch außergewöhnliche Rarität es sich im Pflanzenreich handelt.
So wächst die Mistel nicht der Sonne entgegen, sondern ihre Zweige wachsen in alle Himmelsrichtungen und formen so eine Kugel.
Der Botaniker Karl von Tubeuf beschrieb sie folgendermaßen:
nichts an ihr ist normal
sie wächst auf Bäumen ohne Erde
sie hat keine Wurzeln, sondern lediglich einen
pfahlartigen "Senker"
über diesen Senker versorgt sich die Mistel mit Wasser und
Mineralstoffen, die sie aus den aufsteigenden Säften des
Wirtsbaumes bezieht.
Um die Weihnachtszeit tragen die Mistelbüsche die charakteristischen weißen Beeren. Vom April bis Juni wächst sie und ruht dann bis zum Winter.
Die Mistel wächst extrem langsam. Die ersten Blättchen keimen erst im 2. Jahr, die ersten Blüten bilden sich zwischen dem 5. und 7. Jahr.
Die Mistel unterscheidet sich in den Charakteristika von anderen Pflanzen. Sie findet ihren eigenen Mittelpunkt und dadurch die typische Kugelform. Sie wächst nicht der Sonne entgegen, sondern hat ihr eigenes Zentrum.
Mehr über...
Mistel in Rodheim Bieber (1)
Die Zweige wachsen in alle Richtungen.
Sie lebt in einer "verkehrten Welt". Sie blüht und fruchtet im Winter, wenn andere Pflanzen schlafen. Blühen die anderen Pflanzen und tragen Früchte, so ruht sie.
In Deutschland gibt es acht verschiedene Mistelpräparate. Sie sind Gesamtextrakte aus der ganzen Pflanze.
Man sagt ihr nach, dass sie eine Schutzwirkung hat. Mistelextrakt soll die Erbsubstanz gesunder Zellen vor den schädlichen Einflüssen von Strahlen- und Chemotherapie schützen.
Man kann im Internet sehr interessante Berichte über die vielseitige Heilkraft dieser Pflanze lesen.
Ich habe diese Wanderung sehr genossen.
Ich habe mein Auto an der Ortseinfahrt Rodheim Bieber (von Heuchelheim kommend) geparkt und bin am Ende des Radfahrweges in Richtung Dorf über die Strasse ins Feld, am Bach entlang, vorbei an der Pferdepension Richtung Wald.
Es gibt sehr viel zu sehen, auch um diese Jahreszeit.

am Nachmittag in Rodheim Bieber
am Nachmittag in Rodheim... 
ein Baum voller Misteln
ein Baum voller Misteln 
wunderschöne und sehr große Misteln
wunderschöne und sehr... 
ein wunderschöner Anblick 2
ein wunderschöner Anblick 
 
ob der Baum auch glücklich ist über seine "Gäste"?
ob der Baum auch... 
Vom Efeu zu Tode gewürgt
Vom Efeu zu Tode gewürgt 
Wanderweg am Bach entlang
Wanderweg am Bach entlang 

Kommentare zum Beitrag

Sabine Glinke
5.280
Sabine Glinke aus Wettenberg schrieb am 11.02.2009 um 22:35 Uhr
Ja, die Mistel ist schon eine interessante Pflanze. Kein Wunder, dass man ihr in früheren Zeiten magische Kräfte zugesagt hat. Bitte nicht abschneiden, da die Misteln selten geworden sind.
Astrid Patzak-Schmidt
3.415
Astrid Patzak-Schmidt aus Gießen schrieb am 12.02.2009 um 06:29 Uhr
Ein informativer und sehr interessanter Bericht, liebe Frau Toth. Dazu die schönen Fotos!
Sie beweisen, dass man den vielen Kleinigkeiten am Straßenrand oder im Leben mehr Aufmerksamkeit widmen sollte, da sie durchaus sehr interessant sein können.
Wolfgang Heuser
6.041
Wolfgang Heuser aus Gießen schrieb am 12.02.2009 um 09:38 Uhr
Interessanter Beitrag und Bilder über die Mistel, nur wenn es am Baum zu viele werden, hat der Baum verloren, die Mistel ist ein Schmarotzer!

Gruß Wolfgang

Eine Link dazu: http://de.wikipedia.org/wiki/Misteln
Klaus Lowitz
6.571
Klaus Lowitz aus Reiskirchen schrieb am 12.02.2009 um 09:41 Uhr
Bei uns, um Ettingshausen herum, gibt es ganze Baumreihen die voll mit Misteln sind. Eine wirklich interessante Pflanze.

Ihr Bericht gefällt mir auch sehr gut.
Ilse Toth
33.256
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 12.02.2009 um 10:41 Uhr
Wenn der Baum stirbt, sterben auch die Misteln.
Es gibt viele "Schmarotzerpflanzen"- aber die Natur arrangiert sich.
Was ausstirbt, stirbt durch menschlichen Einfluss aus. Kein Tier jat jemals ein anderes Tier oder eine Pflanze eine andere Pflanze ausgerottet.
Neu für mich war die medizinische Nutzung der Mistel.
Es gibt sehr viel Interessantes in der Natur zu sehen- bei jedem Spaziergang.
Danke für die lobenden Worte.
Tara Bornschein
7.125
Tara Bornschein aus Reiskirchen schrieb am 12.02.2009 um 11:04 Uhr
Ein sehr aufschlussreicher Beitrag ! Wußte garnicht, dass die Mistel so eine vielseitige Pflanze ist. Bewundernswert !
Marion Wallenfels
2.035
Marion Wallenfels aus Gießen schrieb am 12.02.2009 um 11:14 Uhr
Liebe Frau Toth,
Die Mistel galt bei den Kelten bereits als Heilpflanze. Ihre Druiden schrieben der Pflanze neben der rein organischen Wirkung auch einen "magischen" Einfluss zu.
In der komplementären Medizin wird die Mistel zur Stärkung des Immunsystems und auch begleitend bei der Krebstherapie (Chemotherapie) zur Verbesserung des Allgemeinbefindens gerne und erfolgreich eingesetzt.
Ein sehr lehrreicher Beitrag und schöne, detaillierte Bilder der Mistel !
Ilse Toth
33.256
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 12.02.2009 um 11:27 Uhr
Danke, liebe Frau Wallenfels! Ich habe inzwischen viele hoch interessante und mir bisher völlig ungekannte Informationen über die Pflanze gelesen.
Die Natur ist ein guter Doktor!
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Ilse Toth

von:  Ilse Toth

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Ilse Toth
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