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Master brutal - IRONMAN Südafrika 2012

An der Strecke immer live dabei!
An der Strecke immer live dabei!
Biebertal | „Hart“ bis „brutal“ waren die meist verwendeten Attribute der befragten Athleten zum diesjährigen IRONMAN Südafrika am 22.04.2012 in Port Elisabeth (P.E.)

Eine rauer 15 Grad kalter Ozean, Wind mit bis zu 80 km/h und wolkenbruchartige Niederschläge, bildeten die äußeren Randbedingungen dieses ohnehin anspruchsvollen Rennens über 3,8 km Schwimmen, 180 km Rad und 42,195 km Laufen.

Bereits in der Wettkampfbesprechung am Vorabend, wurden die Athleten, unter ihnen Topathleten wie Andi Boecherer (Deutschland) und die mehrfache Weltmeisterin Natascha Batman (Schweiz), aufgrund der Wetterprognosen über mögliche Abweichungen gegenüber dem regulären Rennverlauf informiert.
Für alle Athleten bedeutete dies neben der üblichen Anspannung vor einem Wettkampf eine zusätzliche Verunsicherung! Ob nun die volle Distanz zu absolvieren ist, oder ob das Rennen ohne Schwimmdistanz stattfindet, blieb bis zuletzt offen.

Am Morgen des Renntages waren alle Blicke in den sich zunehmend verdunkelnden Himmel gerichtet. Die ganze Nacht über herrschte starker Wind und Regen. Gegen 5:30 Uhr ergossen sich wolkenbruchartige Regenfälle über die sich vorbereitenden Triathleten.
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Unglaublich erschien daher für die meisten Teilnehmer um 6:00 Uhr die Mitteilung der Rennleitung, dass das Rennen pünklich um 7:00 Uhr einschließlich Schwimmen über die volle Distanz starten soll. Zu dieser Zeit herrschte bereits Wind mit durchschnittlich 60 bis 70 km/h.
Wer sich nicht im strömenden Regen seinen Neoprenanzug anziehen wollte, fand in einem kleinen unbeleuchteten Zelt neben hunderten anderen Athleten eine eher notdürftige Zuflucht. Zum Teil hektisch und der Witterung schutzlos ausgesetzt war für viele die Rennvorbereitung bereits die erste große Herausforderung des Tages. Und dies war erst der Anfang eines für Südafrika mit durchschnittlich 17 Grad außergewöhnlich kalten und stürmischen Tages.

Kurz vor dem Start beruhigte sich das Wetter wie auf Bestellung tatsächlich für ein paar Minuten. Pünktlich zum 7:00 Uhr fiel dann der Startschuss für die Athletinnen und Athleten aus verschiedenen Nationen, zum 8. IRONMAN Südafrika in Port Elizabeth.
Auch zahlreiche Athleten aus Deutschland nahmen an dem Wettkampf teil, darunter auch der in Biebertal lebende Triathlet Jörg Tieben. "Eigentlich war ich wie die meisten der teilnehmenden Europäer auf warme bis heiße Wettkampfbedingungen
Bike und Run bags
Bike und Run bags
und weniger heftigen Wind hier in P.E. eingerichtet", so Tieben nach dem Zieleinlauf. Viele der Sportler hatten aufgrund der Kleidung und der auf warme Temperaturen ausgerichteten Wettkampfvorbereitung mit der Kälte und dem Sturm zu kämpfen. Insbesondere auf dem Rad stellten die extrem hohen Windgeschwindigkeiten eine enorme Belastung und Unfallgefahr für die Sportler dar. Zahlreiche Stürze durch Seitenwind waren die Folge. Das es weder beim Schwimmen, noch auf der Radstrecke zu schweren Unfälle gekommen ist, lässt sich sicher auf die gute Rennorganisation sowie die Vorsicht und Fairness der Teilnehmer zurückführen.

Durchschnittszeiten von ca. 1:30 h Schwimmen, 6:50 Uhr Rad und 4:50 h Laufen bei den Herren, zeigen, welchen Einfluss die extremen Wetterverhältnisse auf den Rennverlauf hatten. Einige Sportler berichteten über Trittleistungen von bis zu 400 Watt bei maximal 11 km/h bei ebener Strecke auf dem Rad, sowie Seitenwinde, welche dem Läufer die Beine förmlich unterm Hintern wegzogen. Auch beim Schwimmen wurde über Strömungen und Wellen berichtet, die eine Strecke von wenigen Metern zur nächsten Boje als nahezu unerreichbar erscheinen ließen. Als dann beim Laufen der Himmel sich hinter einem Vorhang von Wolken erneut verdunkelte und eiskalter Regen wolkenbruchartig einsetzte, war vielen der Teilnehmer die Verzweiflung und Erschöpfung deutlich anzusehen.

Radabgabe am Vortag
Radabgabe am Vortag
Dennoch gibt es auch positives zu vermelden. So konnte Natascha Batman bei Ihrer vierten Teilnahme am IRONMAN Südafrika Ihr Comeback von 2011 in diesem Jahr mit einem Sieg in 9:42 h fortsetzen. Der Sieger bei den Männer war der Spanier Alonso-MCKernan mit einer Zeit von 8:34 h. Der als Favorit geltende Deutsche Andi Boecherer musste das Rennen in der letzten Einheit abbrechen.
Insgesamt haben 1.376 Athletinnen und Athleten unterschiedlicher Altersklassen das Rennen gefinisht. Als letzter gewerteter IRONMAN erreichte Kenneth Hubbard nach 16:52 h das Ziel.

Zum diesjährigen IRONMAN Südafrika waren insgesamt 1.772 Teilnehmer gemeldet, von denen 1.553 tatsächlich angetreten sind. Alleine nach dem Schwimmen gab es 39 Rennabbrüche wegen Unterkühlung und Entkräftung in der rauen See des indischen Ozeans. Im weiteren Rennverlauf kamen 138 Rennabbrüche hinzu. Somit zählte bei dem IRONMAN Südafrika 2012 das Finishen bereits zu einer überdurchschnittlichen Leistung. Als überdurchschnittlich wurde aus Sicht der Athleten auch die Leistung der Helfer und der Besucher bezeichnet. "Ich war positiv überrascht,
Rauhes Pflaster in SA!
Rauhes Pflaster in SA!
dass trotz der extremen Witterung so viele Menschen die Athleten an der Strecke angefeuert haben" äußerte sich einer der befragten Finisher. Auch der selbstlose Einsatz der Helfer an der Rennstrecke wurde von den Athleten überaus positiv hervorgehoben.

Insgesamt findet der Triathlon bei den Einheimischen überaus viel Aufmerksamkeit und Anerkennung. An fast jeder Straßenecke finden sich Hinweise in der Form von Werbung und Plakaten für den IRONMAN. Die Zeitungen berichten bereits Wochen im Voraus und lange nach der Veranstaltung über das Ereignis in allen seinen Details, einschließlich der kompletten Teilnehmer- und Ergebnislisten. Die Athleten und deren Betreuer werden im Supermarkt, in den Restaurants und auf der Straße mit Glückwünschen angesprochen und meist bevorzugt behandelt. Selbst beim Check-In auf dem Rückflug fragt das Personal so manchen Athleten nach dem persönlich Ergebnis und den Eindrücken beim Rennverlauf.
Der Triathlon ist und bleibt für Südafrika ein konstantes und für einheimische und internationale Triathleten attraktives und kulturell verbindendes Sportereignis!

An der Strecke immer live dabei!
Bike und Run bags
Radabgabe am Vortag
Rauhes Pflaster in SA!
Anspannung vor dem Schwimmstart!
Harte Bedingungen auch für die Zuschauer!
Diana Riesler
Harte Seitenwinde
Soviel Zeit muss sein
Traumsonnenaufgang
Mit letzter Kraft
Der etwas andere Zuschauer
Natascha Badman
Ironman Makierung
Nach der ersten Schwimmrunde
Bike In geschlossen, absolute Stille
Boecherer
Boecherer
Dieter Holz(Worms) und Natascha Badman beim Check In
Dieter Holz
Dieter Holz

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von:  Simone Tieben

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