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Biebertal-Rodheim: Volle Apfelbäume am 22. Januar 2012

Biebertal | Volle Apfelbäume am 22. Januar 2012 in Rodheim-Bieber,
„fast wie anno dazumal“, siehe folgenden Text:
1186 ist der Winter ausgefallen
Alle reden vom Wetter - unsere Vorfahren taten es auch schon.
Ein Kapitel in einer Chronik von 1905 beginnt mit diesen Nachrichten:
Ein überaus gelinder Winter herrschte im Jahre 1186. Nach den Berichten aus jener Zeit hatten die Krähen um Weihnachten Junge, im Januar blühten an der Weser die Bäume, im Februar gab es Äpfel in ansehnlicher Größe, im Mai war die Ernte und Anfang August am Rhein und an der Mosel die Weinlese.

 
 
 
 
 
 

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Kommentare zum Beitrag

Ulrike J. Schepp
1.180
Ulrike J. Schepp aus Reiskirchen schrieb am 22.01.2012 um 14:33 Uhr
So viele Äpfel die noch an den Bäumen hängen oder darunter liegen zeigen mir vor allem eines: unsere Überflussgesellschaft.

Der Lagerkeller ist einst in den 70ern dem Partyraum gewichen und heute stehen dort die Fitnessgeräte oder eine Sauna. Wozu was lagern? Kann man sich doch alles jeden Tag im Supermarkt frisch kaufen: Äpfel aus China, Chile, Kalifornien und Neuseeland, Paprika aus Israel und Marokko, Salat und Tomaten aus Spanien... Alles "just in Time" geliefert mit Kühltransportern rund um die halbe Welt. Tonnenweise CO2 und Schweröl-Ruß von so einem "Bananendampfer" in die Luft geblasen.

Wenn mal die Ölinfrastuktur mangels Öl zusammen bricht und man sich wieder von "der eigenen Scholle" ernähren müßte, dann würden 2/3 der Bevölkerung hier verhungern und erfrieren... genießen wir das Schlaraffenland so lange es noch da ist...
Birgit Hofmann-Scharf
9.630
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 22.01.2012 um 15:55 Uhr
.. ganz Ihrer Meinung, Frau Schepp.
Lieber die chemischen Keulen aus der Ferne, als die nicht ganz so perfekt aussehenden, hiesigen Früchte.
Wolfgang Heuser
6.045
Wolfgang Heuser aus Gießen schrieb am 22.01.2012 um 20:26 Uhr
Die hatte es letztes Jahr im Überfluss gegeben und im Moment schmecken sie der Vogelwelt besonders gut, speziell der stark gebeutelten Amsel!
Karl Herrmann
1.589
Karl Herrmann aus Biebertal schrieb am 23.01.2012 um 09:00 Uhr
Meine Antwwort auf den Kommentar der beiden Damen:
An die Presse (bitte kreisweit veröffentlichen):
Aus Biebertal zur Obstbaumpflanzung an der Jubiläumswiese in Rodheim

Der Biebertaler Karl Herrmann, Vorstandsmitglied im NABU-Kreisverband und Kreisvogelschutz-Beauftragter, hat anlässlich dieser Pflanzaktion des Obst- und Gartenbauvereins Rodheim eine Obstbaumpatenschaft übernommen, um Flagge zu zeigen, wie er sagt. Aber er macht sich auch seine Gedanken über Sinn und Zweck derartiger Aktionen, vor allem beim Anblick heute noch voller Äpfel hängender Bäume, wohl auch noch länger in`s kommende Jahr hinein. Denn durch die in vergangenen Jahren zu beobachtende Obstschwemme von Äpfeln und Zwetschgen mit serienweise heruntergebrochen Ästen oder gar ganzen Bäumen ist es nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein, im kleinen Rahmen Obstbäume nachzupflanzen. Wichtig ist vordergründig Pflege und Erhalt möglichst alter Bäume und von Streuobstflächen, die ihrerseits wichtige Lebensräume für die heimische Fauna und Flora darstellen – aber dafür fehlen einfach überall „Einsatzkräfte“. In früheren Jahrhunderten waren diese Biotope lebenswichtige Nahrungsquellen für weite Kreise der Bevölkerung und: Man verbrachte in den heißen Sommermonaten sein Wochenende auf den Wiesen unter den Obstbäumen mit Spielen und Musik.
Wie wichtig die Obstbäume mit ihren Früchten für die Ernährung der Menschen einst waren, geht aus alten Aufzeichnungen hervor: 1739/40 trat in ganz Europa ein unerhört strenger und langer Winter auf, wohl der kälteste des ganzen Jahrtausends. Er dauerte vom 24. Oktober bis 13. Juni, und schon am 27. November wurden in Norddeutschland minus 25°C gemessen. Noch im April waren in Mitteleuropa die Brunnen gefroren, und am 4. Mai gab es noch starken Schneefall, folglich überhaupt keine Ernte! Und dies hatte eine schreckliche Hungersnot für die Bevölkerung zur Folge.
Leider geht der Trend vieler Menschen, oftmals durch die zunehmende Überalterung unserer Gesellschaft auch notgedrungen dahin, sich benötigtes Obst aus dem Supermarkt zu holen, wo es täglich „frisch aus aller Herren Länder“ feil geboten wird.
Bekanntermaßen geht der schleichende Verfall vieler Streuobstwiesen schon lange vor sich, denn als vor etwa zwei Jahrzehnten die Landschaftspflegevereinigung Gießen für die Baumpflege um den Vetzberg, einem der großen Streuobstbestände im Landkreis, 5000,0 DM zur Verfügung stellte und Frau Moser händeringend Mitstreiter suchte, fand sich in Biebertal niemand zur Durchführung dieser Maßnahme, so dass letztendlich eine Naturschutzgruppe aus Hungen-Inheiden unter Stefan Kannwischer sich das Geld verdient hat.
Aber auch die Obst- und Gartenbau-Vereine, die früher allerorts für Natur- und Umweltschutz angetreten waren und aus denen viele der heutigen Vogelschutzgruppen und –vereine hervorgegangen sind, stehen oft vor großen Führungsproblemen, wenn sich wie in Bieber kein Vorsitzender findet oder gar in Königsberg der dortige Verein mit den Vogel- und Naturfreunden fusioniert hat. Aus langjähriger Erfahrung weiß Karl Herrmann, dass „Biebertaler Verhältnisse“ durchaus auch auf weite Teile des Kreises zutreffen.
„Wenn ich mit diesen meinen Gedanken etwa eine Protestwelle hervorrufen sollte, wäre mir eine sachliche Diskussion im Sinne unserer Natur doch sehr wichtig!“ sagt er zum Schluss.

Karl Herrmann
Anmerkung: Leider nicht in der Presse erschienen!!
Birgit Hofmann-Scharf
9.630
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 23.01.2012 um 09:56 Uhr
Herr Herrmann, danke für diese Info.
Ich bin nicht ganz Ihrer Auffassung, wenn Sie meinen, dass besonders die ältere Generation die einheimischen Früchte meiden -
nein es ist die jüngere, die die schönerern Ganzjahresfrüchte bevorzugen.
(Weihnachten müssen es frische Erdbeeren sein, keine Bratäpfel )
und Einkochen ist sowieso langweilig.
Was die Obstbaum- Pflege und das Ernten angeht, gibt es sicherlich keine Altersgrenzen ( aus unterschiedlichen Gründen )
Ich glaube auch, dass unsere Wirtschaftspolitik eine erhebliche Rolle bei dem Nahrungsmittel-Wandel eine Rolle spielt - wir brauchen Importe, damit wir wiederun exportieren können.
.... dann bleibt unser Obst eben an den Bäumen hängen.
Eveline Renell
43
Eveline Renell aus Biebertal schrieb am 07.02.2012 um 23:40 Uhr
Lieber Herr Herrmann,
wir haben uns gefreut, auf unseren Spaziergängen durch die Gemarkung Biebertal noch im Dezember Äpfel ernten zu können. Die behangenen Bäume habe ich einfach als von Mutter Natur festlich geschmückte Weihnachtsbäume angesehen.
Aus meiner Arbeit mit Frankfurter Jugendlichen weiß ich, dass sie eine Schwelle überwinden müssen, um zu realisieren, dass Obst und Gemüse vom Baum oder Beet gegessen werden können.
Ein 15jähriger, der auf seinem Schulbeet die herrlichste Tomatenernte hatte, aß keine einzige Frucht. Auf die Frage, ob er keine Tomaten möge, antwortete er, doch sogar sehr, aber wir kaufen sie immer.
Eine ganze Kindergartengruppe stand auf der Florika-Erdbeerwiese voller reifer Früchte. Wir forderten die Kinder mehrfach zum Naschen auf, aber außer der Erzieherin und mir pflückte niemand nur eine einzige Beere. Auch wenn es im Laden inzwischen wieder mehr als 5 Apfelsorten gibt, so tragen sie doch fast alle die Gene von Golden Delicious in sich. Wer von klein auf solch einseitige Kost gewöhnt ist - ähnlich begrenzt bei anderen Nahrungsmitteln und Zubereitungsarten - tut sich echt schwer mit der Vielfalt an Inhaltsstoffen und Geschmackserlebnissen, die die Natur zu bieten hat.
Was könnte Abhilfe schaffen? Den Kindergarten zum Garten werden lassen. Schulgartenarbeit und Kochen als Unterrichtsfach schon in der Grundschule (wieder) einführen. Gemeinsam in der Schule essen. Wie oft habe ich mit Jugendlichen gekocht, und es machte ihnen Spaß, aber längst nicht alle wollten essen, was sie selber zubereitet hatten. Kinder unter 10 waren offener und neugieriger.
Vielleicht kann man ja mal eine Gießener Schulklasse zur Apfelernte und zum Keltern einladen. Sie könnten den Süßen selber abfüllen und mit heim nehmen. Apfelsaft trinken die meisten Kinder gerne. Vielleicht fände sich sogar eine Möglichkeit, die Flaschen vor Ort zu pasteurisieren. Womit sie eine Methode der Konservierung gelernt hätten.
Man sollte jedoch nicht außer Acht lassen, dass moderne Häuser und erst recht Mietwohnungen keinen Lagerraum mehr haben, in dem Obst, Kartoffeln und Wurzelgemüse fachgerecht über Winter aufbewahrt werden können. Von daher besteht eine echte Notwendigkeit, pflanzliche Lebensmittel alle paar Tage im Laden zu kaufen. Es wäre gut, wenn in Neubauten zukünftig wieder ein Lagerkeller eingerichtet würde.
Birgit Hofmann-Scharf
9.630
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 08.02.2012 um 07:40 Uhr
Frau Renell,
wunderbare Anregungen, denn hier bahnt sich eine "gefährliche" Entwicklung an.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

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Herzlichst, Ihr(e) Karl Herrmann

von:  Karl Herrmann

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