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Holz- und Technikmuseum mit beeindruckender Jahresbilanz 2018

Museumsbeirat und Freundeskreis zogen eine positive Bilanz 2018
Museumsbeirat und Freundeskreis zogen eine positive Bilanz 2018
Biebertal | Seit Januar 2006 wird die Arbeit des Holz- und Technikmuseums durch einen Beirat unterstützt. Dieser setzt sich aus 14 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Industrie sowie Regional- und Strukturpolitik zusammen. Die Mitglieder des Beirates begleiten in unterschiedlichen Funktionen das Museum und erhalten jeweils zu Beginn eines Jahres einen Überblick zu den vergangenen 12 Monaten.

In seinem Jahresbericht hob Dieter Mülich, Museumsleiter und Vorsitzender des seit Jahresbeginn aktiven Vereins „Freundeskreis Holz- u. Technikmuseum Wettenberg e.V.,“ die auf über 10.500 Gästen gestiegene Besucherzahl im abgelaufenen Jahr hervor, wobei die drei Dampf- u. Gattertage im April, September und November die im Vergleich zu früheren Jahren deutlichsten Steigerungsraten aufweisen konnten. „Die Bewältigung dieser öffentlichen Veranstaltungen mit den Vorführungen an Dampfmaschine, Sägegatter und Drechselbank als Zugpferde ist nur durch ehrenamtliches Engagement möglich“, verwies Mülich einmal mehr auf die rund 4.000 Stunden, die im letzten Jahr auf ehrenamtlicher Basis geleistet wurden und am Ende mit dazu beitrugen, dass die Einrichtung zum wiederholten Mal im Jahresergebnis die angestrebte „Schwarze Null“ erzielen konnte. Die mehr als 62 Kindergeburtstage sowie zahlreiche Seminare, Fortbildungsmaßnahmen und Firmen-Events sorgten überdies für eine hohe Auslastung von Personal und Räumlichkeiten.

In organisatorischer Hinsicht brachte das Jahr 2018, so der Museumsleiter, eine grundlegende Neuerung: Die seit 2007 vom ursprünglichen Museumsbetrieb ausgehenden stetig gewachsenen Aufgaben (Umweltbildungszentrum, Umweltschule, außerschulischer Lernort mit den Schwerpunkten Waldpädagogik und Bioenergie, Koordination des mittelhessischen Netzwerks „Bildung für nachhaltige Entwicklung BNE“ u. „Hessisches Klimabildungsprogramm“) erforderten im Einvernehmen aller Beteiligten eine Separierung von der Heimatvereinigung Wißmar e.V. als bisheriger „Dachverein“. Der im Mai 2018 ins Leben gerufene „Freundeskreis Holz- und Technikmuseum Wettenberg e.V.“ verzeichnet aktuell knapp 110 Mitglieder, hat inzwischen die Gemeinnützigkeit erlangt und zeichnet mit einer entsprechend ausgelegten Satzung seit 1.1.2019 für die Geschicke des Wettenberger Holzerlebnishauses verantwortlich.

Nicht ohne Stolz berichtete Mülich von einer lange geplanten Investition auf dem Museumsgelände: Seit Sommer des zurückliegenden Jahres hat der Museums-Biergarten durch ein zu 100 Prozent aus Eigenmitteln finanziertes modernes Sonnensegel sichtbare Aufwertung erfahren. Geplant ist für das laufende Jahr die Einzäunung dieses Freigeländes, das Bewegungsparcour und Kinderseilbahn einschließt. Daneben besteht aus Energiespargründen die Notwendigkeit, die verschiedenen Museumsabteilungen mit zeitgemäßer LED-Beleuchtung auszustatten. Das gewichtigste Projekt ist freilich, im Sinne der Barrierefreiheit einen an der östlichen Außenwand gelegenen Personenaufzug für das zweistöckige Gebäude zu installieren. Dazu Dieter Mülich: „Die Planungen stehen noch am Anfang, sodass zum jetzigen Zeitpunkt ein Realisierungszeitraum noch nicht definiert werden kann“.

Seit der Eröffnung im Jahr 2003 betreibt das HTM eine vertraglich geregelte Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb Hessen Forst. Rita Kotschenreuther, zertifizierte Waldpädagogin, stellte in ihrem Rechenschaftsbericht 2018 ihre breitgefächerten Aufgaben dar, die in Zusammenarbeit mit dem Museum nicht nur zahlreiche Fortbildungsmaßnahmen umfassten. Neben kombinierten Wald- und Museumsexkursionen, Aktionen beim Gartenfest Gießen oder „Tag der Regionen“ betreute sie zusammen mit der Museums-Betriebsleitung die Teilnehmer/innen des „Freiwilligen Ökologischen Jahres FÖJ“, führte Ferienspiele im und ums Museum durch und vertrat Hessen Forst bei der Durchführung der Dampf- und Gattertage.

Erneut Rita Kotschenreuther und Prof. Eberhard Seidel als stellv. Museumsleiter beleuchteten das Tätigkeitsfeld „Regionales Umweltbildungszentrum UBZ“, dem die Projekte „Umweltschule“, „Koordination Netzwerk BNE Mittelhessen“ und „Hessisches Klimabildungsprogramm“ zugeordnet sind. Sie vertraten dabei Marc Schäm, der wegen eines Vortrages bei der „Lokalen Agenda 21“ an der Beiratssitzung nicht teilnehmen konnte. Besagtes Netzwerk führte in 2018 unterschiedliche Veranstaltungen unter dem Themenkomplex „Nachhaltiger Konsum“ durch, während der Arbeitsbereich „Umweltschule“ die Betreuung von 18 mittelhessischen Schulen umfasste, die eine im Herbst 2019 in der Frankfurter Paulskirche vorgesehene Auszeichnung als „Umweltschule“ anstreben.

In seiner abschließenden Rede fand Wettenbergs Bürgermeister Thomas Brunner lobende Worte für das gesamte Museums-Team, betonte die kommunale, überregionale und bildungsorientierte Bedeutung des Holzerlebnishaus in all seinen Facetten und sicherte die weitere Unterstützung der Gemeinde zu. Unter Hinweis auf die gelegentlich aufkommende Debatte zu den durchaus überschaubaren Kosten dieser Einrichtung sei es selbstverständlich, dass die Gemeinde als Eigentümer dieses beachtlichen Gebäudes aufgrund buchhalterischer Vorgaben mit kostenwirksamen Abschreibungen rechnen müsse. Das Gemeindeoberhaupt schloss die diesjährige Beiratssitzung mit einem kleinen Wortspiel und Augenzwinkern: „Mit Abschreibung muss man leben, aber wir schreiben das Museum nicht ab“.

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von:  Gerold Rentrop

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