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Geldautomat Fellingshausen: Freude über Vertragsverlängerung ist nicht ungetrübt

Der dauerhaft große Andrang am Automaten blieb bislang leider aus.
Der dauerhaft große Andrang am Automaten blieb bislang leider aus.
Biebertal | Die Vorgeschichte ist schnell erzählt: Nach der Filialschließung der Sparkasse Wetzlar im Biebertaler Ortsteil Fellingshausen und dem damit verbundenen Abbau des sparkasseneigenen Geldautomaten im Jahr 2015 konnte nach anfänglicher Diskussion ein bis dahin zumindest in Mittelhessen wohl einmaliger Kompromiss erzielt werden. Die Firma Cardpoint GmbH mit Sitz in Trier (Betreiberfunktion, Instand-haltung), die Sparkasse Wetzlar (monatl. Bezuschuss-ung in der Höhe einer sog. Personenagentur), die Gemeinde Biebertal (mietfreie Bereitstellung des Automaten-Standortes an der Mehrzweckhalle) und die Bürgerinitiative „Geldautomat Fellingshausen“ (u.a. Automaten-Fundament, Pflasterarbeiten, Kommunkation) fanden eine vertragliche Vereinbarung, dass die Fellingshäuser Bürger/innen weiterhin in den Genuss eines Geldautomaten mit 24-Stunden-Betrieb kommen. Im Paket enthalten war und ist die Sonderkondition, dass Kunden der Sparkasse Wetzlar eine Minigebühr von nur € 0,50 pro Bargeldverfügung bezahlen. Der Versuchsballon wurde als "Modell Fellingshausen" bekannt und fand Nachahmer.

Ende August 2018 stand das Projekt absprachegemäß
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Kontoauszüge (1)Geldautomat (4)Fellingshausen (38)
auf dem Prüfstand. Wenige Tage später die frohe Kunde aus Trier und Wetzlar: Wenngleich Betreiberfirma und Sparkasse feststellten, dass die im Jahr 2015 kalkulierten Verfügungszahlen im Monatsschnitt nicht erreicht wurden, erklärten sich beide Unternehmen bereit, den Erhalt des Geldautomaten für ein weiteres Jahr bis zum 30. Sept. 2019 zu sichern, die geringe Verfügungsgebühr für Kunden des Wetzlarer Geldinstitutes inklusive.

Sichtlich zufrieden zeigt sich die nach wie vor aktive Bürgerinitiative: „Auf Grund der Sachlage sehen wir die Vertragsverlängerung zwischen CardTronics (ehemals „Cardpoint“) und der Sparkasse Wetzlar als einen Akt der Kulanz und des Entgegenkommens. Wir bedanken uns im Namen der regelmäßigen Nutzer des Geldautomaten und schließen dabei die Gemeinde Biebertal anerkennend ein“.

Und doch ist die Freude bei den BI-Akteuren nicht ungetrübt: „Angesichts der (vermuteten) Zahl an Kunden der Sparkasse Wetzlar im Ort müssten die in 2015 kalkulierten Verfügungen spielend erreicht werden. Wir wissen, dass vereinzelt rund 6 Kilometer zum nächsten gebührenfreien Sparkassenautomaten gefahren werden, um der Verfügungsgebühr von nur € 0,50 zu entgehen“. Ein weiterer Grund für die partielle Verweigerung des Automaten im Ortsteil ist da schon stichhaltiger, wenn auch – nach Ansicht der Bürgerinitiative – auf Sicht eher begrenzt: „ Aus datenschutzrechtlichen Gründen ist das Ausdrucken von Kontoauszügen über den privaten Geldautomaten nicht möglich. Dies dann mit einer – zudem noch kostenfreien – Bargeldabhebung an einem Sparkassengerät im benachbarten Ortsteil Rodheim zu verbinden, kann niemanden verübelt werden. Wir glauben aber nicht, dass angesichts des nach wie vor vorhandenen niedrigen Zinsniveaus und der Strafzinsen für „geparkte“ Bankguthaben solche Dienstleistungen wie z.B. das Ausdrucken von Kontoauszügen auf Dauer kostenlos an den entsprechenden SB-Stationen vorgenommen werden können. Der unaufhaltsame Trend zum Online-Banking tut ein Übriges“.

Veränderungen vermutet die BI auch bei Barabhebungen an bankeigenen Automaten:
„Im Jahr 2018 hat sich die Zahl der Geldhäuser, die von ihren Kunden - je nach Kontomodell - auch bei Bargeldabhebungen am eigenen Automaten Gebühren verlangen, gegenüber 2017 bundesweit auf cirka 400 verdoppelt (Quelle: FAZ net. / Internetportal Biallo 12.3. 2018). Hier zeichnet sich eine Entwicklung ab, die das kostenfreie Bargeldabheben einschränkt.“

„Aktuell ist aber entscheidend“, so ein BI-Sprecher weiter, „dass wir im Ort einfach mehr Solidarität in der Bevölkerung brauchen, damit unsere ohnehin nicht üppige Infrastruktur nicht noch weiter geschwächt wird. Die Vorteile des seinerzeit erkämpften Automaten wurden und werden immer wieder kommuniziert. Jetzt liegt es allein an der Einsicht der Bürgerinnen und Bürger. Wenn sich dieser hoffentlich kurzfristig einsetzende Umdenkprozess nicht in realistischen Verfügungszahlen ausdrückt, wird die Vertragsverlängerung bis 30.9.2019 leider zu einer Galgenfrist.“

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Kommentare zum Beitrag

Martin Wagner
2.607
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 11.09.2018 um 11:04 Uhr
Sehr geehrter Artikeleinsteller

So ganz verstehe ich ihre Argumentation nicht. Warum sollten Mitbürger irgendwelche Kapitalisten mit Gebühren füttern, wenn die öffentlich rechtliche Sparkasse Wetzlar unfähig ist ein entsprechendes Angebot auch in Fellinghausen anzubieten.

Hat die BI einmal die horrenden Einkünfte in den oberen Etagen dieser Bank ermittelt und dann gefordert: Runter / halbiert diese Bezüge und von dem eingesparten Geld den Automat in Fellinghausen finanzieren!
239
Gerold Rentrop aus Biebertal schrieb am 11.09.2018 um 11:59 Uhr
Hallo Herr Wagner,
die BI ist vor ca. 3 1/2 Jahren angetreten, um auf einer realistischen Basis bereits getroffene Entscheidungen für die Bevölkerung erträglich zu machen - auf kontinuierliche Solidarität hoffend. Im übrigen gehen die Mini-Gebühren nicht an die Sparkasse, sondern - und das ist ein durchaus legitimes und wenig verwerfliches Geschäftsmodell - an den privaten Betreiber des Automaten. Im Normalfall liegen Gebühren in vergleichbaren Fällen i.d.R. um ein Mehrfaches darüber. In Fellingshausen helfen zusätzlich Sparkasse und Gemeinde, dass Sonderkonditionen umgesetzt werden können. Sie können versichert sein, dass sich die BI sehr intensiv mit den Hintergründen befasst hat.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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von:  Gerold Rentrop

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Interessensgebiet: Biebertal
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