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In der Kaiserzeit wurde solide gearbeitet

letzter Bauzug vor Inbetriebnahme am 01.Juni.1902, Bild aus der Sammlung von Karl Wagner, Rabenau
letzter Bauzug vor Inbetriebnahme am 01.Juni.1902, Bild aus der Sammlung von Karl Wagner, Rabenau
Allendorf (Lumda) | Die Brücken der Lumdatalbahn wurden kürzlich begutachtet und sind in gutem Zustand

Viele Bewohnerinnen und Bewohner des Lumdatals befürchten, dass die Wiederinbetriebnahme der Bahnlinie Lollar – Londorf für den Personenverkehr am mutmaßlich schlechten Zustand der Brücken zwischen den Bahnstationen Allendorf und Londorf scheitern könnte. Die Lumdatalbahn AG und der Verein Lumdabahn e.V. haben deswegen eine heimische Fachfirma für Bahnbau mit der Inspektion dieser Brücken beauftragt. Vom Ergebnis der Sichtprüfung durch Sachverständige sind die Ehrenamtlichen positiv überrascht. Denn obwohl beispielsweise an der Brücke über die Landstraße zwischen Allendorf und Londorf der Rost schon ein wenig genagt hat, ist die Bausubstanz grundsätzlich in Ordnung und für den Personenverkehr mit modernen Triebwagen geeignet. Die Mauerwerke zeigen nur ganz vereinzelte reparable Schäden. Anderswo würden über solche Brücken Tag für Tag schwere Güterzüge rollen, berichteten die beiden Ingenieure aus dem Siegerland.
Die Brücke vor Londorf nahe an der Kläranlage über die L 3146 stellt daher ausdrücklich keine Gefahr für den darunterherführenden Straßenverkehr dar.

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Seit der Stillegung am 01.April 1991 werden im Turnus von 6 Monaten sämtliche Brücken im Wege der Verkehrswegsicherungspflicht eigentümerseitig, das heisst durch die DB Netz AG inspiziert und bei erkanntem Bedarf dann auch Raparaturmaßnahmen veranlaßt.

Auch die Stelle der Brücke über den Klingelbach in der Gemarkung Allendorf/Lda. (umgangssprachlich: im „Schnakenloch“) wurde begutachtet. Die seit Frühjahr 1993 in ihren Widerlagern, nach Unterspülung schadhafte, im Jahre 2003 dann im Wege aktiven Hochwasserschutzes demontierte Kleinbrücke sollte nicht, wie zunächst geplant, durch eine Verrohrung ersetzt werden. Stattdessen, als Empfehlung durch eine „Fertigteilbrücke“, die bereits als Handelware über eine bauaufsichtliche Zulassung verfügt. Es geht um die Durchlassung der maximal mögliche Wassermenge, was bei einer Brücke im Akutfall größer ausfällt, als bei einem Rohrsystem. Diese kleine etwa 4 mtr breite Brücke bereitete auch schon zu Betriebszeiten hin und wieder Probleme, weil die Durchlasshöhe gering ist. Im Zuge einer Reaktivierung solle dann der Bahnkörper insgesamt an dieser Stelle angehoben werden.

In nächster Zeit wird eine detailierte, auch monetäre Bewertung
Akkumulatoren-Triebwagen waren (nach der Ölkrise) auch im Lumdatal im Einsatz
Akkumulatoren-Triebwagen waren (nach der Ölkrise) auch im Lumdatal im Einsatz
der Sanierung erarbeitet. Neben den insgesamt sieben Brücken zwischen Allendorf und Londorf sind hinter Mainzlar weitere 18 Bahnübergänge, mindestens 3 Bahnsteige sowie die eigentliche Gleislage inklusive Schotterbett möglichst exakt zu beziffern. Die Inspektion der Bahnübergänge fand bereits im Januar 2013 statt.
"Stationsgebäude" sind schon lange kein Bestandteil der für Fahrgäste als nötig erachteten Infrastruktur. Diese sind im Lumdatal auch seit langer Zeit an Privatpersonen veräußert. Einzelne Fahrscheine werden an Fahrscheinautomaten am Perron erworben. Der Verbundcharakter gestattet die "verkehrsmittelübergreifende" Nutzung unterschiedlicher Angebote. (Bahn, Bus, Rufbus, AST, künftig sogar bis hin zum Carsharing oder Leihbike)

Die Aufrechnung der Kosten zur Wiederinbetriebnahme ist als nüchternes Zahlenwerk zu verstehen. Politische Interpretationen erlauben sich erst nach deren Abschluß.

Für die Wiederinbetriebnahme der Lumdatalbahn spricht allerdings auch der bereits auf 4,5 km als öffentliche Eisenbahn-Infrastruktur in Betrieb befindliche Abschnitt zwischen Lollar und Mainzlar/Didierwerke. Die Güterverkehre dorthin finden zumeist Abends oder Nachts statt, stören also nicht. Ebenso der seit etwa 10 Jahren in Betrieb befindliche innenstadtnahe Haltepunkt Gi.-Oswaldsgarten, der bereits jetzt schon rund 2.000 werktägliche Bahn-Fahrgäste verbucht

Planungsvorschlag intergriertes Bahn & Buskonzept
Planungsvorschlag intergriertes Bahn & Buskonzept
Die Lumdatalbahn wird in einem neuen unabhängigen Gutachten auf Machbarkeit zur Initiierung eines modernen Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) untersucht. Ziel der Studie ist, die Chancen für Personenverkehr, komplementär Bus & Bahn, mit Taktfahrplan und kurzen Fahrzeiten nach Gießen (unter 30 Min. ab Londorf) nochmals auszuloten. An der Untersuchung wirken die Anlieger-Kommunen und der Landkreis Gießen gleichberechtigt mit. Die Lumdatalbahn AG und der Verein Lumdabahn freuen sich, dass die Brücken bei den notwendigen Investitionen keine große Rolle spielen werden. Aktive Mitglieder des Vereins und der AG halten die Bauwerke seit vielen Jahren von Bewuchs frei und sorgen damit auch für deren Erhalt. Die mechanische Vegetationskontrolle der Saison 2012/13 wurde per 28.Feb. 2012 pflichtgemäß abgeschlossen. Hier und dort sind im Gleis liegende einzelne geschnittene Äste aber noch aus dem Wege zu räumen.

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Kommentare zum Beitrag

Heimat- und Verkehrsverein Allendorf (Lumda)
1.248
Heimat- und Verkehrsverein Allendorf (Lumda) aus Allendorf (Lumda) schrieb am 13.03.2013 um 17:24 Uhr
Hallo,
dieser Artikel freut mich sehr!! Hoffentlich klappts mit der Lumdatalbahn!
Peter Herold
26.016
Peter Herold aus Gießen schrieb am 13.03.2013 um 22:41 Uhr
Wäre eine richtig gute Sache
Sven Käs
457
Sven Käs aus Lollar schrieb am 13.03.2013 um 23:43 Uhr
Ein Verein und eine Idee, die man nur unterstützen kann und sollte. Aber ob es tatsächlich so viele Fahrgäste nach einer Reaktivierung geben würde? Ich kann es mir kaum vorstellen, schön wär's aber!
Mathias Engelhart
5.319
Mathias Engelhart aus Gießen schrieb am 14.03.2013 um 23:50 Uhr
Nach der Oberen Edertalbahn wird die Lumdatalbahn sicher die nächste Reaktivierung in Hessen, sofern die "Konkurrenz" aus Hungen/Wölfersheim nicht schneller ist.
Peter Herold
26.016
Peter Herold aus Gießen schrieb am 15.03.2013 um 08:10 Uhr
Ich würde es wünschen denn die Lumdatalbahn hat dafür die ganzen Jahre schwer gearbeitet
Lumdatal Bahn
375
Lumdatal Bahn aus Allendorf (Lumda) schrieb am 19.03.2013 um 09:49 Uhr
@ Mathias Engelhart: das Wort "Konkurrenz" im Zusammenhang mit einer anderen Bahnlinie drückt ein gewisse innere Haltung aus, die hier gottlob unzutreffend ist. Es geht nicht um ein "entweder die oder jene", sondern um ein attraktives Angebot, dem auch ein Netzcharakter zugrunde liegt. Zielsetzung ist dabei die kreisweite Stärkung der Modal-Split-Anteile am ÖV.

Dennoch, soviele reaktivierbare, zurzeit betriebslose, Bahnlinien gibt es hessenweit nicht mehr. Frankenberg - Korbach ist bereits beschlossen und als Lückenschluß wichtig. Wiesbaden - Diez ist "ausserhessisch" auch bereits beschlossen.

Was gibts denn hessenweit sonst noch?
(die RTW mal ausser acht gelassen)

Im Lumdatal einfach mal morgens an Werktagen in der HVZ in Lastrichtung einmal mitfahren. Das bildet, das verschafft Meinung! Insbesondere dann, wenn Leute "draußen" wegen Überfüllung im Bus zurückbleiben müßen.

Im Stadtverkehr Gießens ist es aber so ähnlich. Kapazitätsengpässe auf den Linien 1 und 5.

@ Sven Käs: der ÖPNV im Lumdatal kann nicht ehrenamtlich von einem Verein mit viel Idealismus gestemmt werden. 4.471 Fahrgäste sind aktuell nachgewiesen.
Peter Herold
26.016
Peter Herold aus Gießen schrieb am 19.03.2013 um 10:00 Uhr
.....Kapazitätsengpässe auf den Linien 1 ? Verstehe ich nicht. Bei uns in Kleinlinden fahren seit einiger Zeit Gelenkbusse mitten durch ein Wohngebiet, auf einer Straße(Heide) die wegen Schwerlast( über 7,5) mal nur für Anlieger freigegeben wurde.
Beginnend bei 1,5, dann 3,5, dann 7,5 und jetzt ;-( Dabei wurde die einst als Feldweg benutzte Straße im Unterbau den Gewichten nie angepasst. So sieht sie jetzt aber teilweise auch aus. Wenn dann alle kaputt gemacht ist, dann werden die Anlieger wegen "Grundhafter Erneuerung" zur Kasse gebeten, obwohl sie den Zustand nicht herbeigeführt haben.
Lumdatal Bahn
375
Lumdatal Bahn aus Allendorf (Lumda) schrieb am 19.03.2013 um 10:21 Uhr
@ Peter Herold: die Quelle bezgl. Stadtverkehr
http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten/12922505.htm

hinsichtlich der Linienführung bitte möglichst das Stadtplanungsamt kontaktieren
Peter Herold
26.016
Peter Herold aus Gießen schrieb am 19.03.2013 um 14:29 Uhr
Die BM weiß doch gar nicht von was sie spricht. Hier in Kleinlinden fährt der Gelenkbus zu den meisten Zeiten mit nicht mal 10 Personen durch, obwohl vorher an der Waldweide keiner ausgestiegen ist.
Eine vernünftige Verkehrs- und Linienplanung schaut anders aus. Die Linie Lützellinden - Rödgen sei zu lang wird immer beklagt. Ja warum macht man da nichts. Teilung am Berliner Platz wäre eine Lösung und da könnte das beklagte Fahrgastaufkommen besser in den Griff zu bekommen sein. Hat den die Stadt die Entwicklung wirklich so verschlafen? Es war doch klar, dass in den frei werdenden Häuser Menschen einziehen, die öffentlichen Verkehr benutzen.
Aber da wurde m.E. wegen der Landesgartenschau einiges nach hinten geschoben und jetzt ist kein Geld mehr da.
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