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Nutzen und Kosten aktuell gegenüberstellen

von Lumdatal Bahnam 12.10.20121249 mal gelesen1 Kommentar
Lumdatalbahn-Streckenabschnitt zwischen Staufenberg-Treis und Allendorf/Lda., nahe an der Gemarkungsgrenze. Betreten des Bahnkörpers für Unbefugte nicht gestattet.
Lumdatalbahn-Streckenabschnitt zwischen Staufenberg-Treis und Allendorf/Lda., nahe an der Gemarkungsgrenze. Betreten des Bahnkörpers für Unbefugte nicht gestattet.
Allendorf (Lumda) | Neue Vorstufen-Untersuchung lotet Chancen für Reaktivierung der Lumdatalbahn aus.

Die Anrainer-Kommunen Lollar, Staufenberg, Allendorf/Lda. und Rabenau, der Landkreis Gießen und die Lumdatalbahn AG arbeiten zusammen.

Landkreis Gießen/ Lumdatal. Eine neue Vorstufen-Untersuchung soll prüfen, ob und unter welchen Bedingungen die Reaktivierung der Lumdatalbahn sinnvoll ist. Den Startschuss für diese Vorstudie haben am gestrigen Donnerstag den 11.Okt. 2012 Landrätin Anita Schneider und die Bürgermeister der Anrainer-Kommunen mit der Lumdatalbahn AG in Allendorf an der Lumda unterzeichnet. In den nächsten Monaten wird ein Planungsbüro den Zustand der Gleise prüfen, bereits formulierte Prognosen einbeziehen sowie Betriebskosten und Erlöse für eine Bahnstrecke durch das Lumdatal abschätzen.

„Die Stärkung des ländlichen Raumes ist eine wichtige Aufgabe für die Zukunft unserer Region“, begründete die Landrätin die Überlegungen zu einer möglichen Reaktivierung der Lumdatalbahn. Auch in den Kommunen im Lumdatal setzt sich die Ansicht durch, dass dem drohenden Einwohnerverlust nur mit einer bestmöglichen
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Infrastruktur begegnet werden kann. Nur mit einem schnellen Nahverkehrsmittel, insbesondere für Pendler, Schüler und Senioren, wird das Lumdatal als Wohnort so attraktiv, dass sich der Trend „weg vom Land“ umkehren lässt, sind sich Annette Bergen-Krause (Bürgermeisterin Allendorf/Lumda), Kurt Hillgärtner (Rabenau), Peter Gefeller (Staufenberg) und Dr. Bernd Wieczorek (Lollar) einig.

Im Frühsommer 2012 wurde deswegen eine Vereinbarung zwischen den vier Anrainer-Kommunen (Rabenau, Allendorf/Lumda, Staufenberg, Lollar), dem Landkreis Gießen und der Lumda-talbahn AG getroffen. Ziel der Vereinbarung ist die gemeinsame Beauftragung eines Planungsbüros für eine Vorstufen-Untersuchung zu einer erneuten Nutzen-Kosten-Untersuchung.

Vorstufen-Untersuchungen werden durchgeführt, um preiswert abzuschätzen, ob sich die Durchführung der sehr viel aufwändigeren und teureren Nutzen-Kosten-Analyse überhaupt lohnt, erklärte Volker Thomas, Vorstandsvorsitzender der Lumdatalbahn AG. Die Vorstufen-Untersuchung wird von den Beteiligten gemeinsam finanziert. Die inhaltliche Arbeit wird gleichberechtigt zwischen den Vertragspartnern erfolgen, zu diesem Zweck könnte beispielsweise ein Arbeitskreis gegründet werden.

Die mittelhessische Lumdatalbahn verband im Personenverkehr bis Ende Mai 1981 die Kernorte von Rabenau (Londorf) und Allendorf/Lumda sowie drei Stadtteile von Staufenberg (Treis, Mainzlar, Daubringen) mit dem Industriestandort Lollar und der Universitätsstadt Gießen. Ein Jahrzehnt später, im Sommer 1990 endete der Güterverkehr zwischen dem "Didierwerk" in Mainzlar und Rabenau-Londorf, was anschließend zur Stillegung dieses Gleisabschnittes führte und per 01.April 1991 in Kraft trat.

Die Lumdatalbahn AG (LB AG) wurde 1995 von engagierten Bürgerinnen und Bürgern gegründet. Zu ihren Aufgaben zählt unter anderem die Unterstützung der ehrenamtlich Aktiven, die die noch erhaltenen Schienen im Lumdatal pflegen. Sie halten die Strecke zwischen Staufenberg-Mainzlar und Rabenau-Londorf von Bewuchs frei und führen kleinere Reparaturen durch-. „Ohne diese ehrenamtlich geleistete Arbeit wären die Schienen östlich von Staufenberg-Mainzlar schon lange unter dichter Vegetation verschwunden“, sagte der Vertreter der Lumdatalbahn AG.

Volker Thomas ergänzte, dass sich seit Ende 2010 auch der Verein Lumdabahn e.V. darum kümmert, neues Leben auf die Schienen zu bringen. Die obere Lumdatalbahn bleibt somit auch mehr als 30 Jahre nach Einstellung des Personenverkehrs und mehr als 20 Jahre nach Einstellung des Güterverkehrs eine wertvolle Infrastruktur, die jederzeit wieder für Verkehrsaufgaben zum Wohle der Region genutzt werden kann.

Zum anderen versucht die LB AG, Überzeugungsarbeit innerhalb der politischen Gremien, der Verkehrsverbünde und den Verkehrsunternehmen zu leisten. Dieser Weg führt auch in Hessen bisweilen zum Erfolg, wie man am kürzlich gefassten Beschluss über die Wiederinbetriebnahme der Strecke Frankenberg – Korbach sehen kann.

Die Zahl der Fahrgäste im öffentlichen Personennahverkehr steigt anhaltend bei den circa 450 ÖPNV-betreibenden Mitgliedsunternehmen des Verbandes Deutscher Verkehrsunter-nehmen (VDV) seit 2001 jährlich um etwa ein Prozent. Die jährliche Ertragssteigerung aus Fahrgeld-Einnahmen und Ausgleichszahlungen liegt derzeit sogar deutlich darüber. Wer Busse und Bahnen benutzt, schont die Umwelt, denn der Energieeinsatz pro Reisendem liegt in öffentlichen Verkehrsmitteln 40 Prozent unter dem Wert für PKW-Nutzer.

Faktisch bessern sich also die Rahmenbedingungen für den Nahverkehr auf der Schiene, wenngleich nicht alle deutschen Länderregierungen diesem Trend mit verbesserten Angeboten Rechnung tragen können – oder wollen. Denn die Bundesländer sind hauptsächlich für die Planung und Finanzierung des Regionalverkehrs auf der Schiene verantwortlich. Hessen delegiert diese Aufgabe weiter an die Verkehrsverbünde RMV (Rhein-Main-Verkehrsverbund) und NVV (Nordhessischer Verkehrsverbund).

Die Unterzeichnung des Abkommens wurde gestern in Allendorf/Lda. unter anderem vom Hessen-Fernsehen dokumentiert. Den Beitrag darüber können Sie ansehen, wenn Sie dem nachstehenden Link folgen:

http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?key=standard_teaser_46330193&type=v&rubrik=34946&mediakey=fs/hessenschaukompakt1645/121011170807_bahn_5169

Informationen zu den Hintergründen des Abkommens werden in Kürze auch auf der homepage http://www.lumdatalbahn.de
zu finden sein.

Die LB AG freut sich, dass sich die beteiligten Städte und Gemeinden sowie der Landkreis Gießen auf eine gemeinsame unabhängige Begutachtung der Reaktivierungs-Chancen für die Lumdatalbahn geeinigt haben.

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Kommentare zum Beitrag

Peter Herold
25.535
Peter Herold aus Gießen schrieb am 12.10.2012 um 21:07 Uhr
Ich kann nur hoffen dass es gelingt die Bahn zu reaktivieren. Wäre von Nutzen für viele Bürger
Hallo Lieber Leser
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von:  Lumdatal Bahn

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