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Sonderausstellung zur Lumdatalbahn im Heimatmuseum Londorf

offizielles Plakat zur Sonderausstellung
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Allendorf (Lumda) | In der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts wurden sehr viele Eisenbahnlinien erdacht, geplant und dann auch realisiert. Auch hier in Mittelhessen entstand ein Netz ein.- und zweigleisiger Nebenstrecken. Im Vordergrund standen anfangs zumeist noch nicht einmal der Personen, sondern vielmehr die Waren- u. Gütertransporte. Die persönliche Mobilität hatte nicht den Stellenwert, wie wir sie heute leben. Die Eisenbahngesellschaften der Länderbahnzeit (also in der Zeit vor Gründung der Reichsbahn-Gesellschaft in 1925) spendeten bis dahin ungeahnte Tempi im Transport, weil die Chausseen damals bestenfalls gepflastert waren, zumeist jedoch nur Feldwegen glichen. Der Bau neuer Bahnlinien wurde mit dem gleichen Nachdruck und politischen Zuspruch betrieben, wie dies heute für die flächendeckende Erschließung mit Breitbandkabel oder die dezentrale Energieversorgung gilt. Technologisch ermöglichte die Dampfkraft, stationär wie mobil, die Industriealisierung. Die Kilianshütte in Lollar, später umbenannt in Buderus´sches Eisenwerk und die Feuerfestfabrik Scheidhauer & Gießing, später Didierwerke in Mainzlar sind beide in direkter Folge des Eisenbahnbaus entstanden.

Nach etwa 16 Jahren Beratungs.- und Planungszeit wurde schließlich auch eine Bahnverbindung durch das Lumdatal erbaut. Zuerst nur zwischen Grünberg und Londorf, am 01.August 1896 in Betrieb genommen. Sechs Jahre später, am 01.Juni 1902 folgte weiter westlich der Abschnitt zwischen Londorf und Lollar. Die Grundstücksfragen waren im dichter besiedelten westlichen Teil problematischer, teilweise strittig.

Aus Anlass des jetzt 110-jährigen Bestehens der Lumdatalbahn wird eine Dauerausstellung in Rabenau-Londorf eröffnet. Das Museum befindet sich in der Brodbachstrasse 2, es beherbergte ehemals die Grundschule. Erstmals sind darin drei, eigentlich verschiedene Themengruppen zur Lumdatalbahn unter einem Dach vereint. Neben vielen historischen Exponaten, auch Original-Uniformen, der privaten Eisenbahn Sammlung Wolfgang Richter, die er aus allen Eisenbahn Epochen zusammentrug, dann auch zwei Teile, genannt Module, der Modelleisenbahn Freunde Lollar e.V.. In der Ausstellung sind die beiden Bahnhöfe von Londorf (Erbauer Jörg Reinsberg) im Zustand der Jahre bis 1959, sowie Allendorf/Lda. (Erbauer Eberhard Kienholz) im Zustand etwa um 1967 zu bewundern. Abgerundet wird die Ausstellung
Begleitheft zum 110 jährigen Bestehen
Begleitheft zum 110 jährigen Bestehen
durch verschiedene Dokumente neuerer Zeit, die im Wesentlichen das Engagement der Akteure um die Reaktivierung der Bahnstrecke abbilden. Diese, jetzt 110-jährige Geschichte der Lumdatalbahn wird in vielen Details durch einen aktuellen Band in der Schriftenreihe zur "regionalen Eisenbahngeschichte" von Jürgen Röhrig dokumentiert. Karl Wagner aus Rabenau zeichnet sich in Vorbereitung der Dauerausstellung für die Kontakte verantwortlich und Gerd Schönhals als Leiter des Vereins für Heimat- und Kulturgeschichte der Rabenau stellt die Räume zur Verfügung.

Die deutsche Reichsbahn Gesellschaft stand mit der Lumdatalbahn schon in den 1930er Jahren beim Bau der Reichsautobahn 5 für Warentransporte logistisch Pate. Damals wurden im extra erweiterten Baubahnhof Lumda etliche Güter umgeschlagen. Kurze Zeit später musste die Bahn erhebliche Nachteile durch Kriegseinwirkung (Bombardement auf Bahnanlagen in Grünberg und Gießen sowie der Beschuss eines Zuges bei Odenhausen/Lda.) verkraften. Mit der Massenmotorisierung, insbesondere in den 1960er und 70er Jahren veränderte sich das politische Bewusstsein zur Mobilität. Einerseits wurden im Landkreis Gießen viele Strassen wie z.Bsp. der Gießener Ring gebaut, andererseits verlor die damalige
letzter Bauzug vermutlich Ende Mai 1902 vor Londorf
letzter Bauzug vermutlich Ende Mai 1902 vor Londorf
Bundesbahn auf Bundesebene an politischer Unterstützung. Im Lumdatal kämpfen jedoch seit Einstellung des Personenverkehrs in 1981 einige Aktive für die Reaktivierung der Lumdatalbahn. Nur deshalb ist sie als Infrastruktur bis Londorf erhalten und kann überhaupt reakiviert werden.
Diese drei Themen sind im Lumdatal filmisch dokumentiert und werden während der Dauerausstellung im Londorfer Bürgersaal, der sich im Londorfer Bahnhof befindet, uraufgeführt. Der Termin wird noch bekannt gegeben.

Das Museum der Rabenau wird ab 03.Juni 2012 an jedem 1. und 3. Sonntag im Monat jeweils zwischen 15 und 17 Uhr geöffnet sein. Der Eintritt ist frei. Das Begleitheft "110 Jahre Schienen im Lumdatal" kann dort für 4,50 Euro erworben werden. Exklusiv für Besucher können auf einem AEG-Fahrkarten-Großdrucker, Bauart S 1, Baujahr 1920 aus der Eisenbahn-Sammlung Richter in Buseck-Beuern Jubiläumskarten gedruckt werden. Kaffee und Kuchen werden gerne gereicht.

Besucher, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, sollten als Ziel der RMV Buslinie 520 die Haltstellen Rabenau-Londorf/Wallstrasse oder Burggarten wählen. Das Heimatmuseum ist dann fussläufig schnell erreichbar.

ergänzende Informationen zum Heimatmuseum:
http://gemeinde-rabenau.de/category/tourismus/kultur/heimatmuseum/
ergänzende Informationen zur Lumdatalbahn:
http://de.wikipedia.org/wiki/Lumdatalbahn

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Kommentare zum Beitrag

Peter Herold
14.271
Peter Herold aus Gießen schrieb am 25.05.2012 um 13:57 Uhr
Danke. Als ehemaliger Aktionär habe ich natürlich Interesse an der Ausstellung. Danke für die Info
Reinhold Gruninger
283
Reinhold Gruninger aus Allendorf (Lumda) schrieb am 07.06.2012 um 13:37 Uhr
Hallo,
wie Ihr vielleicht gesehen habt, sind auf meiner Homepage www.reinhold-gruninger.jimdo.com 2 Bilder des ETA 517 im Londorfer Bahnhof, die meine Bruder Rolf vor Jahren aufgenommen hat. Wenn Ihr wollt, könnt Ihr sie einbinden.

Viele Grüße

Reinhold Gruninger
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von:  Lumdatal Bahn

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Interessensgebiet: Allendorf (Lumda)
Lumdatal Bahn
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