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Hungen 21

ein "Dämon" oder buddistische Figur über dem Eingangsportal zum Gießener Bf.?
ein "Dämon" oder buddistische Figur über dem Eingangsportal zum Gießener Bf.?
Allendorf (Lumda) | Geradezu inflationär sind die Beiträge in Foren zum Thema Stuttgart 21.

Der Blick sollte ab und zu auf das System Rad/Schiene allgemein schweifen. Die Menschen im Landkreis und der Stadt Gießen haben eigentlich andere Sorgen bezüglich öffentlichem (Schienen-) Personennahverkehr (ÖPNV oder SPNV) als das Politikum in Baden-Württemberg.

Da klappt ein Anschluß selbst in Gießen/Bf. nicht,...da ist man mit umsteigen in Siegen konfrontiert, wenn man nach Köln möchte, weil die Verkehrsverbünde regionale Massstäbe an "ihre" Verkehre anlegen,.....da verkehren auf einer nachfragestarken Relation, -wie im Lumdatal- Linienbusse, nur deshalb weil man es seit 30 Jahren so gewohnt ist und eventuell höhere Kosten höher bewertet werden als Mobilitätsbedürfnisse der Fahrgäste,....da ist auch der Tarif des RMV, der ersteinmal überhaupt vom Kunden verstanden werden muss und schließlich zumeist in Bar und nur unmittelbar vor Fahrantritt (bei Einzelfahrt) zu "löhnen" ist. Schließlich fühlen sich Neunutzer am Zielort sehr oft dann auch hilflos, alleine und überfordert, weil für die letzte(n) Meile(n) zum Fahrtziel dann das gewohnte Auto fehlt........da verschließen bestimmte Entscheidungsträger die Augen vor der nachweisbaren Verknappung der Energieresourcen, wohlwissend, dass deutlich mehr Leute mit dem ÖPNV fahren könnten/würden, wenn das Angebot besser wäre.

Es bräuchte eigentlich eines Zwangs-Volkshochschulkurses -wie nutze ich den ÖPNV- !
Es bräuchte Köpfe aus der Schweiz, um uns deren vorbildliches System zu erläutern.
Es bräuchte Boxhandschuhe, um beim RMV die Wünsche der Region Mittelhessen zu vertreten.



Wenn dann noch ein Ambiente katastrophaler endzeitlicher Erscheinung am Zielort der Reise den Fahrgast erwartet, kippt schnell die Meinung um.

Hier ein paar Bilder aus Hungen. (Landkreis Gießen; Teilraum Südost)
Aber keine Angst, -Ihre Kinder (wenn sie denn nach Hungen zur Schule fahren) finden sich zurecht.

Der hier in Bildern vermittelte Eindruck täuscht.....weil die Stadt Hungen den Bahnhof von der DB AG gekauft hat und jetzt umbauen darf. (Ohne Kauf keine Modernisierung) Es sind also Bilder von einer Baustelle. Keine Angst, in Hungen werden die Gleise nicht in den Untergrund verlegt, obwohl dies eine Lösung bezüglich der innerstädtischen Bahnügergangs böte.

Meine Reise begann samstag früh um 8.10
Billigvariante Bus um 9.08 Uhr (Züge fahren ab Gießen samstags um 8.11 Uhr, 10.11 Uhr, 12.11 Uhr..)
Billigvariante Bus um 9.08 Uhr (Züge fahren ab Gießen samstags um 8.11 Uhr, 10.11 Uhr, 12.11 Uhr..)
Uhr in Lollar, in Gießen angekommen (8.18 Uhr) ca. 50 Minuten Aufenthalt, um 9.08 Uhr mit dem Bus Linie 375 über Lich nach Hungen. (Ank. 10.02 Uhr; (samstags nur 2-Std. Takt per Bahn nach Hungen). In Hungen dann zu Fuß nach Inheiden, weil der nächste Bus ab Hungen Bahnhof erst um 10.42 Uhr abfährt. Summe 2 1/2 h für etwa 40 km.

Es gibt halt auf dem flachen Land noch eine Menge Nachholbedarf bezgl. Modernisierung der Infrastruktur.

Keine Frage, seit der Bahnreform haben sich auch grundlegende Dinge positiv entwickelt:
a) Züge/Busse fahren im Takt
b) der integrale Taktfahrplan ist ansatzweise umgesetzt
c) die Züge der verschiedenen (konkurrierenden) Eisenbahngesellschaften sind modern und sauber
d) der RMV Verbundfahrschein ist gültig in Linienbus/RegionalZug/Sammeltaxi/Stadtbus/U-Bahn/S-Bahn/Tram
e) Suchhilfe am PC zu Hause
f) Klimaanlagen sind in Bussen und Zügen mehr und mehr vorhanden

Was wird häufig kritisiert:
Beratung und Orientierung/Ausschilderung am Bahnhof fehlt
Leihfahräder oder Fahrradboxen am Bahnhof fehlen
Umstieg und/oder Anschluß klappt nicht
IC-Züge sind nicht mit dem RMV Ausweis benutzbar
wenig Platz pro Fahrgast in bestimmten neuen Fahrzeugen
In bestimmten Relationen sind Einzelfahrten teuer
Bahncard problematisch anwendbar
Kommunalpolitiker sind selbst unzureichend informiert oder desinteressiert, sogar beratungsimmun
starkes Angebotsgefälle zwischen der Region Frankfurt/Main und der Region Mittelhessen
sehr mühsame Fortschritte bei Reaktivierung/Ausbau von Bahnlinen


http://de.wikipedia.org/wiki/Lahn-Kinzig-Bahn

http://de.wikipedia.org/wiki/Bahnstrecke_Friedberg%E2%80%93M%C3%BCcke

ein "Dämon" oder buddistische Figur über dem Eingangsportal zum Gießener Bf.?
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Billigvariante Bus um 9.08 Uhr (Züge fahren ab Gießen samstags um 8.11 Uhr, 10.11 Uhr, 12.11 Uhr..)
Vorsicht Baustelle (betreten teilweise erlaubt)
Anschluß per "Vulkan-Express" (mit Fahradanhänger) auf den Hoherodskopf ab Hungen/Bf.
die Güterhalle, oder was davon übrigblieb; Gepäck und Expressgut schon vor langer Zeit per Bahn nicht mehr möglich)
schalten und walten im Stellwerk wie anno 1912
historisches Fragment der Personenbeförderung (nahe am Stellwerk; inzwischen zerschnitten und abgeholt)
Biotop zwischen den Gleisen (Blickrichtung Nidda/Wölfersheim)
immerhin ist der Fahrscheinautomat neu
Hier gibts Beratung und Tickets am Computer
F = Fernsprecher, Bahnen haben ein eigenen Telefonnetz
warum fahren fast nur Schüler, und keine Manager ab Hungen?
Kleinod Bahnsteigbeleuchtung, bestimmt 1950er Jahre oder älter
aktueller Zustand der Strecke Hungen Wölfersheim (hier zwischen Hungen und Inheiden)
Inneneinrichtung eines Triebwagen der hessischen Landesbahn, die zwischen Gießen und Lich/Hungen/Nidda/Büdingen und Gelnhausen pendeln;  das WC befindet sich im anderen Abteil (hinten)
5
in der Nähe dieses Bahnübergangs befindet sich seit 2003 die Sperrtafel für die Züge von/nach Wölfersheim (Talent auf Probefahrt in 1997 aus Wölfersheim)
Abfahrt in Hungen nach Friedberg über Wölfersheim (bis 4.April 2003)
3
Laubach Bahnhof (ex Strecke Friedberg - Hungen - Mücke)
3
regionaler Güterverkehr in Hungen

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Kommentare zum Beitrag

Antje Amstein
5.961
Antje Amstein aus Gießen schrieb am 03.07.2011 um 15:07 Uhr
Nach Einschätzung der Allianz pro Schiene dürfte die seit Anfang 2009 geltende „Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung“ für die bestehenden rund 34.000 Kilometer Bundesschienenwege eine weitere Verlangsamung der Netzschrumpfung bringen. „Die finanziellen Anreize in der Vereinbarung zwischen Bund und Deutscher Bahn sind so ausgestaltet, dass bis Ende 2013 maximal 2 Prozent des bestehenden Schienennetzes aus der Verantwortung des Bundes fallen dürfen. Das geht in die richtige Richtung, reicht aber noch lange nicht. Ziel muss es sein, dass das Schienennetz in Deutschland wieder wächst und nicht weiter schrumpft“, so Flege. Quelle: EVG

4. Hessischer Mobilitätskongress in Kassel

Hessens Verkehrsminister Dr. Rhiel: „Mehr Länderverantwortung für regionale Bahninfrastruktur verbessert Mobilitätsangebote“ : http://www.hessen-agentur.de/dynasite.cfm?dssid=75&dsmid=1786&dspaid=36373
Mathias Engelhart
5.319
Mathias Engelhart aus Gießen schrieb am 03.07.2011 um 15:09 Uhr
Eine gute Zusammenfassung von Freud und Leid des ÖPNV. Aber besser ist es allemal als in den Gebieten, die nicht in einem Verkehrsverbund integriert sind, dort will ich lieber nicht wohnen als Nicht-Pkw-Besitzer.
Klaus Stadler
4.781
Klaus Stadler aus Reiskirchen schrieb am 03.07.2011 um 17:27 Uhr
Herr Engelhart hat recht.Wollte ich mit dem Bus oder der Bahn von Reiskirchen nach Giessen zu meiner Arbeitsstelle fahren,wäre ich 2-3 Std.
pro Tag länger unterwegs.Da ich aber um 15.30 Uhr Feierabend habe
und der erste Bus zurück nach Reiskirchen erst gegen 17.30 Uhr fährt,sind
es 2 volle Stunden Wartezeit in Giessen. Mit dem Pkw bin ich in 15 Minuten
daheim. Herr Dr. Rhiel fährt mit seinem Fahrer und Dienstwagen durch das
Land!!!!!!
Lumdatal Bahn
366
Lumdatal Bahn aus Allendorf (Lumda) schrieb am 03.07.2011 um 18:23 Uhr
@ Herr Stadler: Bitte prüfen sie doch einmal unverbindlich mit der Online-Suchmaschine unter
http://www.rmv.de/
oben links.
Mir werden da mehrere Verbindungen ab Gießen angezeigt. Ebenso die Fahrzeit ab Gießen/Bf. bei 14 Min. per Zug.

@ Herr Engelhart: in der Zeit vor dem RMV (also 1995) waren mehrere Tarife nebeneinander zu beachten. Allerdings erinnere ich mich gerne an Fahrten mit der DB Bezirksnetzkarte, mit der ich immer wieder auch heute vergessene Nebenstrecken befuhr.

@ Frau Amstein: hier im Landkreis beobachte ich folgende Verfahrensweise: die DB AG modernisiert nicht oder kaum aus eigenem Antrieb die Anlagen, die als Personenverkehrsanlagen oder Zugangsanlagen dienen. Häufig werden die entsprechenden Areale zuvor von der Immobiliengesellschaft der DB AG bewertet und verkauft. Erst dann kann der neue Eigentümer (die Kommune) in die Planung und Modernisierung/Umgestaltung eintreten. So ist es am Gießener Bahnhofsvorplatz gewesen, den die Stadt Gießen für 920.000 Euro kaufen mußte, so ist es bezgl. der Bahnhofsgebäude in Hungen (inkl. Güterhalle), die auch die Stadt Hungen erworben hat, so ist es bezgl. der Horlofftalbahn, die ebenso die Städte Hungen und Wölfersheim kaufen mussten, so ist es auch bezgl. der Lumdatalbahn, wo sich die Kommunen und DB AG aber hinsichtlich des Preises nicht einig werden.

Fraglos stehen den neuen Eigentümern auch Förderungen nach GVFG und FAG (bis etwa 85 %) zur Verfügung, wenn es sich um Massnahmen des ÖPNV handelt.
Klaus Stadler
4.781
Klaus Stadler aus Reiskirchen schrieb am 03.07.2011 um 23:33 Uhr
Hallo LB,da mein Arbeitsplatz im Oberlachweg ist und ich somit durch halb
Giessen mit dem Bus der Linie 1 zurückfahren müßte hat es also keinen
Sinn mit der Bahn zu fahren.Trotzdem vielen Dank.
Christian Momberger
10.829
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 24.07.2011 um 14:44 Uhr
Vielen Dank für den interessanten Artikel und den guten Kommentar Frau Amstein. Ich mag der Forderung nur zustimmen! In der Tat der Artikel stellt "eine gute Zusammenfassung von Freud und Leid des ÖPNV" dar, wie Herr Engelhart treffend scheibt.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Lumdatal Bahn

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