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Nach dem Atomausstieg - Werden die Strompreise ansteigen?

Allendorf (Lumda) | Fast jeder Verbraucher wirft mittlerweile ein wachsames Auge auf die Entwicklung am deutschen Strommarkt. Keinem ist das Unglück in Fukushima und die daraus resultierende Diskussion in Deutschland über die Zukunft von Atomkraftwerken verborgen geblieben. Doch wie sieht der Weg dorthin aus und was bedeutet dieser Weg für die Verbraucher?

Selbstverständlich bringt der beschlossene Atomausstieg einige Änderungen mit sich, beispielsweise einen beschleunigten Ausbau von erneuerbaren Energien oder auch einen Neubau von fossilen Kraftwerken wie z.B. hocheffiziente Gaskraftwerke. Viele Stromanbieter haben jedoch bereits in den letzten Jahren begonnen, den Anteil an Atomenergie in ihrem angebotenen Strom zu reduzieren.

Die Prophezeiungen für die Entwicklung der Strompreise reichen von wenigen Cent bis hin zu mehreren cent pro kWh. Wie sich die Strompreise entwickeln hängt aber auch in hohem Maße von den Stromanbietern ab. Die Strompreise setzen sich bekannterweise fast zu Hälfte aus Steuern, zu ungefähr einem Viertel aus Netzentgelten und dem Großhandel zusammen.

Entgegen vieler Annahmen ist
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nicht damit zu rechnen, dass die Anschaffungskosten für Strom stark angehoben werden, aktuell liegen die Vermutungen im Schnitt zwischen 0,5 bis 1 Cent pro kWh. Sicherlich stehen den Netzbetreibern einige Arbeiten für den Ausbau der Netze bevor, die aber im Großen und Ganzen nicht mit der aktuellen Situation begründet werden können, sondern auch in jedem anderen Fall hätten durchgeführt werden müssen.

Fakt ist, dass viele Stromanbieter so oder so jedes Jahr aufs Neue ihre Preise auch ohne triftige Gründe erhöhen. Dies alles ist auch immer abhängig von dem guten Willen oder der Gegenwehr der Verbraucher. Bei einem Vergleich der Strompreise zeigt sich schnell, dass man sich jährliche Strompreiserhöhungen nicht gefallen lassen muss und jederzeit das Recht zu einem Anbieterwechseln hat. Der reine Atomausstieg hat vermutlich lediglich eine Mehrbelastung zur Folge, die einen Betrag von 2,00 Euro monatlich nicht überschreiten würde.

Kommentare zum Beitrag

Stefan Walther
3.935
Stefan Walther aus Linden schrieb am 01.07.2011 um 20:35 Uhr
Darauf gibt`s, und das immer wieder wenn solche Beiträge auftauchen, nur eine einzige Antwort:
Ausstieg aus der Atomenergie, Umstieg auf Erneuerbare Energien =
auf Kosten der Konzerne / der Betreiber !!!
Geld wurde und wird genug gescheffelt, sei`s durch Milliarden Subventionen und/oder mit Milliarden Gewinnen! Da hat auch keiner den Verbraucher gefragt ob das so in Ordnung ist....
Antje Amstein
5.961
Antje Amstein aus Gießen schrieb am 01.07.2011 um 21:36 Uhr
Das ist doch nur Panikmache! Wer umsteigt, investiert in eine Gesunde Zukunft!
Stefan Walther
3.935
Stefan Walther aus Linden schrieb am 01.07.2011 um 22:46 Uhr
Das ist kein eingehen auf meine Antwort Antje!
Natürlich werden erstmal Kosten bei der Umstellung auf Erneuerbare Energien entstehen, das kann man nicht einfach so wegdiskutieren. Die Frage wird sich schneller stellen als manchen lieb ist: sollen auch diese Kosten auf unseren Rücken (des Vebrauchers) abgewälzt werden, also so wie immer:
- die Kosten werden gesellschaftlich getragen und die Gewinne werden dann privat eingesteckt? auch dieser Diskussion muss sich die Umweltbewegung stellen, vor allem wenn sie auch die Menschen ansprechen will, die bisher in der Anti-AKW-Bewegung eine noch viel zu geringe Rolle spielen, und zwar diejenigen, denen es nicht egal ist was der Strom kostet weil sie einfach mit jedem Euro rechnen müssen! Und da helfen Aussagen wie "Es ist eine Investition in eine gesunde Zukunft" nicht viel weiter, denn dies wird im Endeffekt die Argumentation der Energiekonzerne sein wenn sie dann zukünftig mit Erneuerbaren Energien ihren Reibach machen wollen!
Antje Amstein
5.961
Antje Amstein aus Gießen schrieb am 01.07.2011 um 23:46 Uhr
Greenpeace hat eine klare Vorstellung davon, welche Veränderungen der Energiepolitik für die Energie-[R]Evolution nötig sind. Die Hauptforderungen sind:
Das Ende aller Subventionen für fossile und atomare Energie und die Kosteninternalisierung. Die Verabschiedung rechtlich bindender Ziele für Erneuerbare Energien. Die Festsetzung definierter und stabiler Renditen für Investoren. Strikte Effizienz-Standards für alle energieverbrauchenden Geräte, Gebäude und Fahrzeuge. Ein garantierter bevorzugter Netzzugang für Produzenten Erneuerbarer Energie.

Vergleichen Sie jetzt die aktuellen Tarife für erneuerbare Energien. Sie können so mehr als 200 Euro jährlich sparen, durch die Auswahl des günstigsten Ökostrom Anbieters mit erneuerbarer Energie.
Vergleich der Ökostrom Tarife: http://www.microtarife.de/ratgeber-erneuerbare-energie-oekostrom
Stefan Walther
3.935
Stefan Walther aus Linden schrieb am 02.07.2011 um 10:47 Uhr
Nun Antje,
das ist alles richtig und wichtig, da habe ich auch wenig Widerspruch!

Und doch geht es am Thema vorbei, so ist die überwiegend kleinbürgerlich geprägte Anti-AKW-Bewegung halt aufgestellt:
der Verbaucher, der Einzelne hat es selbst in der Hand, er/sie kann ja den Stromanbieter wechseln...und alles wird gut.

Nur so wird es nicht funktionieren, dafür sind die Energiekonzerne viel zu mächtig. Warum zahlen Konzerne nur halb soviel an Stromkosten wie Privatverbraucher? Warum wird denn, und das ist nur ein ganz kleines Beispiel von vielen, die Produktion von Elektro-Autos bis heute verschleppt? ganz einfach, weil es da weniger dran zu verdienen gibt, es sei denn es gibt (wieder mal) "Subventionen" :-)!
Also müssen (wieder) Subventionen her, nur keine mehr für fossile und atomare Energie? Soll der Steuerzahler, also wir alle, die Umstellung finanzieren und die Konzerne reiben sich die Hände? denen ist es doch völlig egal mit was sie ihr Geld verdienen Hauptsache der Profit stimmt.
Nein! = keinerlei Subventionen für`s Kapital! Der Gewinn kann auch nicht gesetzlich "definiert" werden, die Profitrate ergibt sich allein dadurch unter welchen Umständen produziert wird, in welchem Maß die Arbeitskraft ausgebeutet wird, wie der Markt gesteuert wird usw.
Lumdatal Bahn
366
Lumdatal Bahn aus Allendorf (Lumda) schrieb am 03.07.2011 um 11:51 Uhr
Zitat S. Walther: "...der Verbaucher, der Einzelne hat es selbst in der Hand, er/sie kann ja den Stromanbieter wechseln...und alles wird gut."

Genau das habe ich getan, und meine Erfahrung ist positiv:
a) welcher Anbieter in Frage kommt, zeigen Vergleichsportale (u.a. Verivox) erstaunlich viele Stromerzeuger, oder auch nur Stromhändler sind am Markt. So richtige Ökostromerzeuger/anbieter gibts aber nur wenige.

b) das Ummeldeprozedere besorgte der neue Anbieter

c) innerhalb von ein paar Wochen war das ohne viel Korrespondenz über die Bühne, ...klar, den aktuellen Zählerstand muss man halt rechtzeitig ablesen und melden.

d) durch die Umstellung ändert sich praktisch im Haus/Halle/Bahnhof praktisch gar nichts. Kein Austausch des Zählers, kein Stromausfall, kein Vertreterbesuch. Der Strom ist eigentlich der Gleiche.

e) die Rechnung kommt vom neuen Anbieter......und der Umstieg vom Mixstrom (Atom, Kohle....u.a.) auf reinen Ökostrom war hier konkret sogar um ca. 15 % billiger.

Für die Zukunft kann sich jeder selbst ausrechnen, welche "Tariferhöhungen" uns der Wind, die Sonne und das Wasser aufbürdet.

Ich bereue den Umstieg nicht!
Lumdatal Bahn
366
Lumdatal Bahn aus Allendorf (Lumda) schrieb am 03.07.2011 um 12:16 Uhr
der vorletzte Satz ist natürlich etwas hanebüchen, er sollte provozieren.

Die "Entsorgung" der AKW´s sowie die nachhaltig sichere Lagerung des atomaren Mülls wird nicht spurlos an den Kunden der AKW Betreiber vorbeigehen.
Stefan Walther
3.935
Stefan Walther aus Linden schrieb am 03.07.2011 um 20:58 Uhr
Also, ich habe jetzt langsam keine Lust mehr, deshalb mein letzter Kommentar hierzu.
- ich habe KEINEN Widerspruch, dass auch der/die Einzelne einen Beitrag leisten kann
- es wird sich solange nichts grundsätzliches ändern, so lange hier alle nur auf den Privatverbraucher schielen und die Industrie, das Großkapital, völlig außen vor lassen
beides habe ich mehrfach betont, und beides mehrfach begründet!
Lumdatal Bahn
366
Lumdatal Bahn aus Allendorf (Lumda) schrieb am 03.07.2011 um 22:06 Uhr
@ Herr Walther: alle Ihre Beiträge zum Thema las ich leider nicht, darum bitte nicht verärgert sein.

Sie halten die Anti-Akw-Bewegung für kleinbürgerlich aufgestellt.
Die Entscheidungen, die kürzlich im politischen Berlin zum erneuten Atomausstieg getroffen wurden, sind auch Resultat massenhafter Proteste eben des sogenannten "Kleinbürgertums".

Ein Unternehmen wird sich vorrangig am maximalen Profit, aber auch nach den Kundenbedürfnissen richten und am Mainstream orientieren. Wenn den 4 großen Energie-Monopolisten scharenweise die Kunden weglaufen, besteht für diese Atomstromproduzenten also ein Handlungsbedarf. Es dürfte klar sein, dass die Anti-Akw-Bewegung erfolgreich den Endverbraucher zum Wechsel der Stromanbieter animiert und dies auch Spuren beim Umsatz hinterlässt. Vor diesem Hintergrund habe ich den vorletzten Kommentar verfasst.

Mehr und mehr lese ich aber auch in einzelnen Werbeanzeigen von Unternehmen, dass deren Produkte/Dienste (angeblich) atomstromfrei hergestellt werden. Wer kann das prüfen? Gibt es einen Zertifikatehandel dafür?

Der gegenwärtig feststellbare "Run" in die Off-shore-Windräder in der Nordsee, verbunden mit dem angeblichen Zwang, dafür die Überlandleitungen extra und massiv ausbauen (und subventionieren) zu müssen ist doch schon wieder der Kniefall der Politik vor diesen 4 Monopolisten, einhergehend mit der Kürzung der On-shore- und Photovoltaik-Subventionierung.

Wäre es nicht ratsam, lokal benötigten Strom auch lokal, kleingliedrig und aus erneuerbaren bzw immer vorhandenen Ressourcen, und damit unabhängig eben vom Damoklesschwert des Großkapitals zu produzieren, bzw dafür zu werben?

Wäre es nicht eine Vision, wenn Passiv-Häuser auch in Bezug auf ihren Stromverbrauch passiv sind?
Stefan Walther
3.935
Stefan Walther aus Linden schrieb am 03.07.2011 um 22:39 Uhr
Verärgert wäre der falsche Ausdruck, ich kann es nur nicht verstehen, dass viele (zum Glück nicht alle) einzig und allein den Verbraucher in die Pflicht nehmen wollen. Den Unternehmen ist es nämlich völlig egal von wem und was für einen Strom sie beziehen, Hauptsache der Preis stimmt, und der ist für sie wesentlich günstiger als für den Verbraucher, wieso prangert dies keiner an, so ist`s nunmal???

Ja, Sie haben meines Erachtens völlig recht, dass die Anti-AKW-Bewegung einen Teilerfolg erzielt hat, dies will ich auch keineswegs kleinreden! Die Regierung war und ist in der Defensive und die Energiekonzerne auch, das ist auch ein Verdienst der Proteste. Nur, die Anti-AKW-Bewegung ist sich einig, es war und ist nur ein Teilerfolg, es sind Hintertürchen offen, der Beschluss der GRÜNEN ist auch für die Umweltbewegung ein "Offenbarungseid" dieser angeblichen Umweltpartei....
Kleinbürgerlich geprägt ist nicht abwertend gemeint, ist eine reine Feststellung, mehr nicht! Das heißt nur, dass die Arbeiterbewegung, auch die Gewerkschaften nur einen recht kleinen Teil (gemessen an ihrer Zahl und Bedeutung) in der Umweltbewegung ausmachen. Dies ist Ausdruck einer grob fahrlässigen bisherigen Unterschätzung der lebensbedrohlichen Umweltzerstörung durch die Internationalen Konzerne (nicht nur die Energiekonzerne) auf der einen Seite und auf der anderen Seite auch ein relatives Desinteresse der Umweltbewegung an den Interessen der Arbeiterbewegung !?
Mittlerweile gibt es ein (langsames) Umdenken, Siemens-Arbeiter engagieren sich gegen Green-washing, Gewerkschaften rufen mit zu Protesten der Umweltbewegung auf usw.Und, man stelle sich nur mal so theoretisch :-) vor, statt Blockade oder Umzingelung eines AKWs, würden die Gewerkschaften zum Streik für die sofortige Stilllegung aller AKWs aufrufen? Tja, illusorisch? aber ich denke jetzt wissen Sie wie ich das gemeint habe mit der "kleinbürgerlich" geprägten Anti-AKW-Bewegung.

Ja, und das mit den angeblich(!) atomstromfreien Diensten und Produkten und den Zertifikaten, sehr gute Frage! Und da werden wir vom Linken Bündnis auch noch mit Nachfragen dem ein oder anderen hier vor Ort noch ganz schön auf die Nerven gehen ! :-))

und der Kniefall der Politik vor den Energiekonzernen? ja, das ist doch genau das was ich meine, alles eine Machtfrage, wer bestimmt die Politik, wer hat das Sagen....dies darf man nie bei allem was man fordert außer Acht lassen, sonst verbreitet man Illusionen! Das bedeutet natürlich nicht, dass man resignieren soll, im Gegenteil, nur es ist immer wichtig zu wissen wo der eigentliche Adressat für die Kritk zu finden ist, und das ist nunmal nicht der Verbraucher :-))
Lumdatal Bahn
366
Lumdatal Bahn aus Allendorf (Lumda) schrieb am 05.07.2011 um 16:59 Uhr
zum Thema der Überschrift dieses Beitrages folgende aktuelle Verlautbarung:

http://www.verivox.de/nachrichten/warum-der-strompreis-wirklich-steigt-74130.aspx
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Andreas Madel

von:  Andreas Madel

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Interessensgebiet: Allendorf (Lumda)
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