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Netzgesellschaft MIT.N der Stadtwerke Gießen unterstützt Umbau einer alten Umspannstation

Allendorf (Lumda) | Als Umspannstation hat der alte Turm im Climbacher Bornweg bald ausgedient. Das 8,50 Meter hohe Bauwerk wird durch eine kaum brusthohe Trafostation in einem grünen Gehäuse ersetzt. Diese installiert die Netzgesellschaft Mittelhessen GmbH (MIT.N) derzeit. Die MIT.N. betreibt in Climbach das Stromnetz der Stadtwerke Gießen (SWG). Im Turm werden sich dann – so hoffen die MIT.N, SWG und Jochen Karl, der Initiator der Aktion, – seltene Fledermausarten, Mauersegler und Schleiereulen ansiedeln.
Damit sich die bedrohten Tierarten dort auch tatsächlich einnisten, bauen MIT.N und Jochen Karl das Gebäude entsprechend um. Die MIT.N trägt die Umbaukosten in Höhe der sonst fälligen Abrisskosten. Das sind rund 2.700 Euro. Jochen Karl übernimmt den Rest: für den Einbau der Nistkästen, für Beobachtungskameras und die dafür notwendige technische wie elektrische Infrastruktur.
Jochen Karl engagiert sich als Landschaftsplaner nicht nur von Berufs wegen für Artenschutz, sondern in diesem Fall auch aus ganz persönlichen Beweggründen: Der Ingenieur und der Umspannturm sind nämlich alte Bekannte. Sie wohnen seit
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Jahren Tür an Tür. „Die Umspannstation grenzt direkt an mein Grundstück“, berichtet er. „Als ich vom geplanten Abriss im Zuge der Netzmodernisierung erfahren habe, bin ich sofort auf die MIT.N zugegangen – und habe offene Ohren für mein Anliegen gefunden.“ Jochen Karl wusste, dass in den Ritzen der Station bereits eine kleine Fledermauskolonie wohnt. Für sie wäre der Abriss des Gebäudes fatal gewesen, denn geeigneter Wohnraum ist knapp für Tierarten wie diese. „Immer mehr Dachstühle werden ausgebaut oder hermetisch verschlossen. Das macht vielen Tierarten das Überleben immer schwerer“, erklärt Jochen Karl, der auch im Naturschutzbeirat des Landkreises sitzt. Die alte Station eigne sich als neue Behausung für die schützenswerten Flugtiere geradezu ideal, meint er. „Der Turm liegt am Ortsrand. Drum herum gibt es Obstwiesen, Waldränder und eine alte Teichanlage mit viel Nahrung. Für Schleiereulen ist es beispielsweise auch sehr wichtig, dass es ruhig ist, sie einen freien Zuflug haben und das Einflugloch mindestens fünf Meter hoch liegt.“

Die MIT.N. hat mit dem Netzumbau bereits begonnen. Martin Hajdu, Projektleiter bei der MIT.N., ist zuversichtlich, dass das Gebäude bereits im Juli leer an Jochen Karl übergeben werden kann. „Wir haben ihm die Station für einen symbolischen Wert verkauft“, erklärt Martin Hajdu. Zunächst werden ein Zwischenboden eingezogen, der Dachstuhl für hängende Fledermausarten wie das Große Mausohr passend eingerichtet und in die Außenwand verschiedene Nisthilfen für Mauersegler, Mehlschwalben und Schleiereulen eingebaut. „Außen bringen wir zudem ein Winterquartier für Zwergfledermäuse an“, betont Jochen Karl.

Er wird die Ansiedlung wissenschaftlich begleiten. „Durch Infrarot-Überwachungskameras kann ich das Geschehen von zuhause aus genau beobachten. Ich will Erfahrungen sammeln mit der Annahme bestimmter Nisthilfen und sehen, wie sich die Tiere verhalten. Das gibt uns wertvolle Erkenntnisse für künftige Projekte“, sagt er. „Ich werde auch Schulklassen und anderen interessierten Gruppen die Möglichkeit bieten, Einblicke in das Leben der neuen Bewohner zu bekommen. Mir ist es wichtig, ein Bewusstsein zu schaffen für die Faszination unserer vielfältigen Tierwelt und die Bedingungen, die bedrohte Vogelarten und Fledermäuse zum Leben brauchen.“

Die SWG und die MIT.N setzen sich seit vielen Jahren für den Naturschutz ein: „Wir stellten beispielsweise engagierten Vogelschützern ausgediente Strommasten zur Verfügung. Diese dienen heute den verschiedensten Vogelarten als Nist- und Landeplatz“, sagt Martin Hajdu. „Naturschutz ist uns ein Anliegen. Deshalb legen wir auch beim Netzbau großen Wert darauf, dass Freileitungen für Vögel sicher sind. Und wo es wirtschaftlich vertretbar ist, legen wir Stromleitungen heute unter die Erde – auch aus Gründen des optischen Landschaftsschutzes.“

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