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Achtlos entsorgter Grünschnitt schadet der Lumdatalbahn

Allendorf (Lumda) | Immer wieder entsorgen Gartenbesitzer ihre Grünabfälle in den Gräben entlang der Lumdatalbahn. Über diese illegalen Ablagerungen ärgern sich die Ehrenamtlichen, die seit mehr als 15 Jahren den Gleiskörper intakt halten. Die Gräben sind wichtig, denn aufgestaute Nässe schadet der Stabilität des Bahndammes.

Weggeworfen wird neben Grillholzkohle und Grünschnitt unter anderem auch Elektronikschrott. Schwerpunkte der illegalen Ablagerungen sind Londorf und Allendorf. Aber auch am befahrenen Gleis bei Lollar wurden schon wilde Ablagerungen entdeckt.

Die wenigen Aktiven rund um die Lumdatalbahn AG (LB AG) sorgen in Ihrer Freizeit nicht nur für einen optisch guten Zustand der Bahnlinie, sondern erhalten auch so viel Technik wie möglich, damit im Fall einer Wiederinbetriebnahme die Kosten überschaubar bleiben. Die Verantwortlichen – die Kommunen, der Landkreis, der Rhein-Main-Verkehrsverbund und die Deutsche Bahn AG – können somit jederzeit auf den Gleiskörper zurückgreifen, um eine moderne Regionalbahn zu installieren. Züge benötigen weniger als 30 Minuten von Rabenau-Londorf nach Gießen und entlasten die Straßen vom Bus- und PKW-Verkehr.

Auch eine museale Nutzung der Lumdatalbahn ist dank der ehrenamtlichen Pflegearbeiten möglich. Die Bahnstrecke präsentiert sich im Zustand der 1970er Jahre und gewinnt zunehmend auch an historischer Bedeutung.

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Kommentare zum Beitrag

Mathias Engelhart
5.327
Mathias Engelhart aus Gießen schrieb am 26.05.2010 um 11:29 Uhr
Lieber Herr Lang, lieber Herr Skotarczyk,
Sie können mir sicherlich sagen, wie denn zurzeit die Chancen für eine Reaktivierung der Lumdatalbahn stehen. Ich habe immer mal wieder gehört, dass durchaus Interesse besteht und das nicht nur bei den Eisenbahnfreunden.
Gruß
Lumdatal Bahn
408
Lumdatal Bahn aus Allendorf (Lumda) schrieb am 27.05.2010 um 16:29 Uhr
Die Bahnlinie der Lumdatalbahn ist dem Bahnverkehr gewidmet bzw vorbehalten. Jegliches "auf dem Gleis spazierengehen" verbietet sich auch im betriebslosen Abschnitt. Im Bereich bis Mainzlar findet Güterverkehr statt, dessen Uhrzeiten nicht vorhersagbar sind. Diese Güterzüge haben etwa 900 To. Gewicht und sind je nach Beschaffenheit der Schiene auch bei mäßiger Geschwindigkeit nicht binnen 50 Meter zu stoppen.

Die Entsorgung von überwiegend Gartenabfällen, aber auch Dunggelegen und anderem Müll auf Bahngelände bedeutet nicht nur eine Diskriminierung ehrenamtlicher Arbeit oder Fürsorge, sondern stellt auch rein rechtlich einen unbefugten Eingriff in die Verkehrsinfrastruktur dar, welcher auch geahndet werden kann.

Inzwischen gibt es genug Beispiele in der gesamten BRD, welche Wirkungen touristische Gelegenheitsverkehre (ob mit historischen oder modernen Schienenfahrzeugen) in den betreffenden Regionen entfalten.
Bisher unbestritten ist auch das der Lumdatalbahn gutachterlich mehrfach geprüfte zurechenbare Fahrgastpotential von um 4.000 Fahrgästen/Tag, was nicht nur touristischen Nutzen beinhaltet, sondern deren Alltagstauglichkeit z.Bsp. im Schülerverkehr unterstreicht.
Einer der wichtigsten Bausteine ist mit der Inbetriebnahme des Hp. Oswaldsgarten in Gießen bereits erfolgt. Im fußläufigen Nahbereich dieses neuen Haltepunktes liegt nicht nur der Marktplatz, sondern auch 6 weiterführende Schulen, 6 tangierende Buslinien mit Haltebuchten, sowie diverse Einkaufsstätten.
38
Friedrich Lang aus Staufenberg schrieb am 04.06.2010 um 22:51 Uhr
Lieber Herr Engelhart,

Herr Laux hat schon einige Argumente pro Lumdatalbahn genannt. Die positiven Effekte einer reaktivierten Lumdatalbahn sind sattsam bekannt und auch gutachterlich festgestellt. Allerdings kann ein solches Gutachten die Politik letztlich nicht zum Handeln zwingen. Auch sehen wir, dass es in den Kommunen und Landkreisen wenig bis gar nichts zu verteilen gibt.

Im Zuge der "Bahnreform" Mitte der 1990er Jahre haben sich viele Bahngesellschaften aus ehrenamtlicher Arbeit heraus gegründet. Einige haben es zu einem professionellen und kommerziellen Betrieb geschafft, beispielsweise die Bahngesellschaft "Press" in Sachsen. Diesen Vorbildern eifert die LB AG im Prinzip heute noch nach. Die Erfahrung zeigt aber, dass es ohne die Unterstützung der Politik und der für den Nahverkehr zuständigen Organisationen - hier der RMV und die VGO - nicht gelingen kann, regelmäßige Personenverkehre auf die Schiene zu bringen.

Insofern hat die Lumdatalbahn nur dann eine Chance, wenn

- in den Städten und Gemeinden erkannt wird, dass der Abwanderung der Bevölkerung nur mit einer hervorragenden Infrastruktur begegnet werden kann.

- die Strecke für möglichst viele Zielgruppen entwickelt wird, also gleichermaßen für Schüler, Berufspendler, Studenten die günstigen Wohnraum suchen, Touristen und möglichst auch für neue Güterkunden.

- die Strecke als Chance betrachtet wird, das Lumdatal vom PKW- und Omnibusverkehr deutlich zu entlasten. Die Bahn ist günstiger zu haben als weitere Umgehungsstraßen und bietet eine wirkliche Umweltentlastung.


Der Weg zur Lumdatalbahn führt über Ihr Gemeindeparlament, Ihren Landkreis und Ihre Nahverkehrsorganisationen. Die Lumdatalbahn AG kann in Eigenregie keinen Nahverkehr auf der Schiene anbieten. Sie unterstützt aber seit anderthalb Jahrzehnten die Aktiven bei ihren ehrenamtlichen und unermüdlichen Pflegearbeiten an der Strecke. Nur durch diese Arbeit kann die Lumdatalbahn fast 30 Jahre nach Einstellung der Bundesbahnzüge noch als Verkehrsweg betrachtet werden.

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