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Bremsklötze weg für erneuerbare Energien!

Copyright  Bundesverband WindEnergie e.V.
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Allendorf (Lumda) | Investoren stehen bereit; die Branche boomt; Kommunen können profitieren. Die Investoren brauchen nur geeignete, regionalplanerisch abgestimmte Standorte für Windkraftanlagen; Solaranlagen brauchen dagegen kaum Standortplanung. Den Wind des Wandels erkennen! Bezahlbare Energie, Klima- und Ressourcenschutz, Wettbewerb und regionale Wirtschaft zugleich fördern!
Leider entspricht der von der Regionalversammlung am 1. 10. 2008 beschlossene Entwurf des Regionalplans Mittelhessen nicht den ehrgeizigen energie- und klimapolitischen Zielen und internationalen Verpflichtungen der Bundesregierung, die 27% der Stromerzeugung bis 2020 aus erneuerbaren Energien erreichen will. Wenn sich die Landesregierung das Ziel setzt, einen Anteil von 20% der Energieversorgung aus erneuerbaren Energien zu erreichen, kann auf den Ausbau der Windenergie nicht verzichtet werden. Die von der Landesregierung bisher bevorzugte Bioenergie von Anbauflächen kommt in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion schon teilweise an ihre Grenzen.

Die Anhörung des hessischen Landtages zu Energiepolitik und Klimaschutz am 2. bis 4. September 2008 bestätigte, dass die Zukunft neben der Energieeffizienz und Kraft-Wärme-Kopplung allein den erneuerbaren Energien, insbesondere der Wind- und Solarenergie gehört. Die Windkraft leistet wie schon jetzt und nach den Aussagen aller Experten auch weiterhin den stärksten Beitrag unter den erneuerbaren Energien. Dabei kann nicht nur auf die geplanten Offshore-Kapazitäten gesetzt werden, denn Offshore-Windstrom ist doppelt so teuer wie Onshore-Windstrom und hat noch Probleme zu überwinden.
In Hessen müssen die politischen und planerischen Hindernisse für die Nutzung der Windstrompotenziale beseitigt werden. Der noch geltende Regionalplan Mittelhessen sieht 0,65% der Fläche für die Windkraftnutzung vor, der neue Entwurf anstatt mehr Flächen nur noch 0,5%. Mindestens 1% sollten es aber sein. Der Regionalplanentwurf enthält unnötige Ausschluss- und Restriktionskriterien. Er muss und wird daher nachgebessert werden, spätestens nach einem neuen hessischen Energiegesetz, das demnächst mit Oppositions- oder Regierungsmehrheit verabschiedet werden wird. Der vorliegende SPD-Gesetzentwurf fordert 1,5% der Landesfläche für die erneuerbaren Energien.

Hessen ist im Vergleich zu anderen Bundesländern bei den erneuerbaren Energien sehr rückständig: In Hessen kommen nur 2% des Stromverbrauchs aus Windenergie, in Sachsen-Anhalt bereits ca. 42% (!), (MV 37,5; SH 47,3; BB 32; NDS 21%). Einem Ausbau der Windenergienutzung in Hessen wie z. B. in Sachsen-Anhalt, auf einen Windstromanteil von 20 bis 30%, sollten keine unnötigen, raumordnerischen Hindernisse sondern nur gesetzliche Belange entgegen stehen, was der Absicht des Bundesgesetzgebers (Regierung Kohl) mit der baugesetzlichen Privilegierung von Windkraftanlagen im Außenbereich und den internationalen klimapolitischen Verpflichtungen entspricht. Die Realisierung erfolgt durch mittelständische Investoren, kostet also den Staat kein Geld.
Ein entsprechender Ausbau der Windkraft in Hessen kann den Wettbewerb mit den marktbeherrschenden Stromkonzernen stärken, mittelständische Arbeitsplätze die regionale Wertschöpfung fördern und die Energiepreissteigerungen massiv dämpfen. Schon jetzt wirkt sich der Windstrom an der Leipziger Strombörse preisdämpfend aus (Merit-Order-Effekt).

Der BUND, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Hessen errechnet, dass mit etwa 1% der Landesfläche ca. 10 TWh Windstromproduktion im Jahr ca. 30% des hessischen Strombedarfs zu erzeugen sind. Die mittelständische „Landesarbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energien Hessen“, LEEH kommt zu ähnlichen Ergebnissen. Die Flächeninanspruchnahme durch Windenergie ist sehr gering und die einem Windpark zuzurechnenden Flächen (Abstände der Anlagen von ca. 500 m) können auch noch für landwirtschaftliche Produktion genutzt werden. Windenergie nutzt die Fläche mit einem Ertrag von 50 kWh Strom/qm (500.000 kWh el/ha) weitaus stärker aus als mit der Produktion energetischer Biomasse mit ca. 50.000 kWh/ha Energie der Vollpflanze / 10.000 kWh el/ha oder durch Photovoltaik.

Der BUND Hessen setzt sich dafür ein, dass die besten Standorte genutzt werden und zugleich die Ziele des Natur- und Vogelschutzes gewahrt werden. Es hat sich gezeigt, dass bis auf wenige kritische Stellen der Vogelschutz keine Restriktion gegenüber der Windenergie darstellt.

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