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IG Tierschutz nimmt IGelstationen in Betrieb

Allendorf (Lumda) | Pünktlich zum Beginn der diesjährigen Igelsaison hat die Interessengemeinschaft Tierschutz in Mittelhessen e. V. ihre Igelstationen fertig gestellt. An zwei Standorten, in Gießen/Rödgen und Allendorf /Nordeck, hat der Verein Platz für die Pflege und Überwinterung von bis zu 40 Igeln geschaffen. Die „Hardware“ in Form von zahlreichen Kaninchenställen hatte die EGESA Zookauf mit Sitz in Gießen bereitgestellt, vom Globus Dutenhofen wurde eine große Menge an Futtermitteln gesponsort.
Die IG Tierschutz in Mittelhessen e. V. betreibt seit fast zwei Jahren eine Notfallstation für verwaiste und verletzte Eichhörnchen. Da mit der Zeit unter Anderem auch Wildkaninchen, Feldhasen und Siebenschläfer zu den tierischen Patienten zählten, war es nur noch ein kleiner Schritt zum Aufbau der Igelstationen. Der Erfolg spricht dabei für die Wildtierpflege des noch jungen Vereins: Eichhörnchenmama Barbara Felde konnte bereits über 30 Wildtiere aufpäppeln und wieder erfolgreich auswildern.
Die Igelstationen werden ausschließlich von ehrenamtlichen Mitarbeitern der IG Tierschutz in Mittelhessen e. V. betreut. Die Kosten für die Pflege und das Futter übernimmt der Verein.
„Ohne eine Kooperation mit dem befreundeten Verein TierfreundLich e. V. hätte die Umsetzung dieses Projektes erheblich länger gedauert“, so Sebastian Kirchner, Mitarbeiter der Nordecker Igelstation, gestern Abend im HR-Interview. Die Licher Kollegen lieferten nicht nur das Know How, die Vereinsvorsitzende Sabine Haibach kümmert sich auch rund um die Uhr um die ganz kleinen Sorgenkinder, die alle zwei Stunden noch mit der Flasche ihr Futter bekommen. Auch die zweite Vorsitzende von TierfreundLich e. V., Tierärztin Cornelia Konrad, die die medizinische Versorgung der stacheligen Säuger übernimmt, unterstützt die Arbeit der Igel-Stationen.
Darüber hinaus kooperiert die Interessengemeinschaft Tierschutz in Mittelhessen e. V. auch mit der neu gegründeten NABU Ortsgruppe Lich. „Wir stehen im Kontakt und tauschen Informationen aus, die es uns leichter machen, die stacheligen Säuger gut über den Winter zu bringen.“ Auch bei der Beschaffung von speziellem Igelfutter unterstützen sich die beiden Vereine.
Bereits Anfang der vergangenen Woche konnten die ersten fünf Jungigel in den Boxen einziehen. Zwei weitere folgten Ende der Woche. Die Jungtiere sind zwischen vier und acht Wochen alt und wiegen zwischen 160 und 350 Gramm.
Gefüttert werden die Insektenfresser mit Katzenfutter, speziellem Igelfutter sowie Katzenaufzuchtsmilch.
Fünf weitere Jungtiere, die im Alter von nur wenigen Tagen von dem Muttertier getrennt, von Tierfreunden aber zum Glück gefunden und im Tierheim Gießen abgegeben wurden, werden momentan noch bei Sabine Haibach aufgepäppelt und in den nächsten Tagen wieder in der Igelstation in Nordeck erwartet.
Der Verein möchte darauf hinweisen, dass nicht jeder Igel, der in den Herbstmonaten noch unterwegs ist, tatsächlich Hilfe benötigt. Oft ist es den Jungtieren noch möglich, bis zum Winteranfang ein ausreichend hohes Gewicht zu erreichen, um den Winterschlaf problemlos überstehen zu können. Verletzte, erkrankte oder verwaiste Igel sollten allerdings sehr wohl in die Obhut einer Igelstation und eines versierten Tierarztes gebracht werden.
Die Überwinterung eines Igels ist oft sehr schwierig und mit hohen Kosten und Zeitaufwand verbunden. Privatpersonen sollten sich auf jeden Fall kundig machen, bevor sie sich entschließen, einen Igel bei sich aufzunehmen. Hier helfen die Igelstationen der IG Tierschutz gerne.
Der Verein freut sich darüber hinaus über jede Unterstützung. „Wildtierpflege ist kosten- und zeitintensiv.“ so Kirchner. Die Veröffentlichungen in der Presse der letzten Wochen zeigt, dass die Zuständigkeiten bei Wildtieren nach wie vor nicht geklärt sind. Es gibt nur ganz geringe Mittel seitens des Landes. Diese bilden nur den berühmten Tropfen auf dem heißen Stein. Daher ist auch die IG Tierschutz in Mittelhessen e. V. auf Spenden angewiesen. Neben finanziellen Spenden sind auch Sach- und Futterspenden wie Handtücher, Katzenfutter und Katzenaufzuchtsmilch sowie Heu sehr gefragt.
Zweckgebunde Geldspenden nimmt die IG Tierschutz gerne mit dem Stichwort „Igelstationen“ auf dem Konto 48260500 bei der Volksbank Mittelhessen (BLZ: 51390000) entgegen. Sachspenden können jederzeit bei den Igelstationen oder samstags von 10:00 bis 14:00 Uhr in der Futterausgabestelle der IG Tierschutz im Seltersweg 43 in Gießen abgegeben werden.
Was man als Finder von Jungigeln tun sollte, wie Sie erkennen, ob ein Igel hilfsbedürftig, krank oder verletzt ist, darüber informiert der Verein auf seiner Internetseite www.ig-tierschutz.de oder über die Servicenummer 0700 44181638.

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von:  Sebastian Kirchner

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Interessensgebiet: Allendorf (Lumda)
Sebastian Kirchner
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