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Gießener Landwirtschaftsexperten für den Schutz von Bienen & Co.

Allendorf (Lumda) | Das Problem des Insektensterbens wurde kürzlich auf einem Fachvortrag von Dr. Reinhold Siede, Agraringenieurs im Bieneninstitut Kirchenhain des LLH (Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen), einer voll besetzten Grünberger Gallushalle präsentiert. So seien 75 Prozent der Insektenmasse verschwunden. Dies sei besonders bei Ameisen, Wespen und Großschmetterlingen zu beobachten.

Zwar sei ein Rückgang der Honigbienen nicht zu beobachten, da immer mehr Menschen beschließen Imker zu werden, doch finde die Wildbiene nur noch wenig Lebensraum, wodurch ihre Anzahl rapide sinke. Dies resultiere einerseits aus dem Klimawandel, andererseits aus verändertem oder gar verlorenem Lebensraum, sowie Lichtverschmutzung und Landwirtschaft. Die Preisentwicklung im Lebensmittelbereich habe zu einer veränderten Produktion in der Landwirtschaft geführt. So seien 1850 noch 61 Prozent des eigenen Einkommens für Nahrungsmittel ausgegeben worden, während diese nur noch einen Anteil von 15 Prozent des heutigen Konsums darstellten. Vor allem die fehlende Vielfalt bei den Pflanzen mache den Insekten Probleme. Selbst bei einer Umstellung auf extensiven landwirtschaftlichen Anbau dauere deren Erholung mehrere Jahre.

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Biene (85)
Eine Verbesserung der Nahrungs- und Lebenssituation der Insekten könne trotzdem durch zahlreiche Maßnahmen erreicht werden. In der Landwirtschaft seien dies z. B.: Feldfutteranbau, Untersaaten, Wildpflanzenanbau und bienenfreundliche Sonderkulturen. Es sollen aber vor allem Blühstreifen auf besonders sauberen Flächen geschaffen und Beikräuter durch Anwalzen verhindert werden. Dabei sorge vor Allem die Kornblume für eine erhöhte Fruchtbarkeit des Bodens für die nächste Aussaht.

Wer versuche Blütenpflanzen auf Grasland durchzusetzen, solle auf einen möglichst späten Schröpfschnitt statt des Mulchens setzen, um einen langfristigen Erhalt der Fläche zu garantieren. Vor Allem von Kommunen bewirtschaftetet Flächen werden häufig frühzeitig abgemulcht und nähmen so den Insekten, die häufig auf ganz bestimmte Pflanzen als Nahrung angewiesen sind, die Nahrung. Bei der aktuellen Saatmischung des Bauernverbandes sei dieses Problem berücksichtigt worden, sodass eine gemischte Blühfläche entstünde.

Beim Thema Artenschutz entstünden jedoch immer wieder Zielkonflikte mit dem Pflanzenbau, besonders bei der Frage Getreide oder Blühpflanze, aber auch bei kommunalen Interessen besteht Konfliktpotential. Trotzdem solle jeder in seinem eigenen Garten dafür sorgen, den Lebensraum der Insekten zu erhalten und neue Blühflächen zu schaffen. Zum Beispiel sollten Kräuter unbedingt bis zur Blüte stehen gelassen und darauf geachtet werden, Blumen mit ungefüllten Blüten anzupflanzen, da Insekten in gefüllten Blüten nicht an den Nektar gelangen. Denn aus diesen Nektar gewinnen die Bienen den Grundstoff für Honig, Propolis & Co.

Große Gegner der Insekten seien Mähroboter und steinerne Vorgärten, die zwar sicherlich schön aussehen und auch pflegeleichter sind, jedoch keinen Platz für Nahrung für Insekten böten. Diese Aussage sei von allen Zuschauern unterstützt worden.

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von:  Christian Lenz

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