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Zwischenbilanz

Allendorf (Lumda) | „Lum-da-tal-bahn“ erklang es fröhlich und mehrstimmig von der Leinwand. Mit dieser Aufnahme einer Jugendgruppe vor dem Mailänder Bahnhof eröffnete der Vorsitzende Manfred Lotz den Neujahrsempfang des Lumdatalbahnvereins in Allendorf. Nach der Begrüßung der rund 50 Gäste erläuterte er kurz die Arbeit und Vorgehensweise des Vereins, der sich seit vielen Jahren um die Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Londorf und Lollar bemüht.

Wie lange diese Bemühungen zurückreichen, fast 4 Jahrzehnte, und dass viele Menschen in und um Gießen herum sich damals dafür interessiert und Aktien der Lumdatalbahn AG gekauft hatten, damit begann Landrätin Anita Schneider ihr Grußwort. Sie selbst hat Aktien von ihrem Schwiegervater geerbt, und, so meinte sie, er würde sich freuen, wüsste er, dass wir inzwischen ein gutes Stück auf dem Weg zur Reaktivierung vorangekommen sind, auch wenn AG und Aktien inzwischen Geschichte sind.

Sie hob hervor, wie wichtig der öffentliche Nahverkehr für die Entwicklung des ländlichen Raumes ist. Die Menschen, die außerhalb der Stadt wohnten, wollten den öffentlichen Verkehr benutzen, aber der Weg zur Arbeit dürfe, wie man in verschiedenen Untersuchungen herausgefunden habe, nicht länger als rund 30 Minuten dauern. Das kann im Lumdatal nur der Zug erreichen!

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Sie dankte dem Verein für seine intensive Informationsarbeit und dafür, dass die Mitglieder in vielen öffentlichen Veranstaltungen politischer Gremien Präsenz gezeigt und ihr damit den Rücken gestärkt haben. Denn Politiker arbeiten für die Menschen, aber sie brauchen auch immer deren Bestätigung und Rückhalt. Sie ermunterte den Verein, sich weiter für die Reaktivierung stark zu machen, denn noch sind nicht alle Hürden genommen.

Der Bürgermeister von Allendorf, Thomas Benz, gab in seiner kurzen Ansprache der Hoffnung Ausdruck, dass er 1922/23 gemeinsam mit der Landrätin das rote Band durchschneiden werde, wenn der Zug das erste Mal fährt. Das hörten die Vereinsmitglieder gerne.

Dann kam die Überraschung: Der Verein hatte seine Veranstaltung „Zwischenbilanz“ genannt, weil im letzten Jahr wichtige Entscheidungen gefallen waren: Die Nutzen-Kosten-Untersuchung hatte den notwendigen Wert errechnet, das Verkehrsministerium hat seine Zustimmung zum Beginn der Planung und damit auch zur erheblichen Mitfinanzierung signalisiert und der Kreistag hat sich einstimmig für die Planung ausgesprochen. Dass es da an vielen Stellen noch ein kleines Aber gibt, hat die Freude über das Erreichte nur wenig getrübt.

Und dieser Freude hat der Verein einen sichtbaren Ausdruck verliehen und eine Broschüre erstellt, die nicht nur das Vergangene aufzeigt, sondern die auch Aussichten auf die Zukunft eröffnet. Bilder von den verschiedenen Veranstaltungen und den Sonderfahrten, vom Freischneiden der Strecke und sogar von einem akkubetriebenen Zug, der schon vor 40 Jahren im Lumdatal verkehrte, zeugen von der vielfältigen Arbeit des Vereins. Die Vorworte der Landrätin und des hessischen Verkehrsministers Tarek Al-Wazir belegen, dass die Arbeit des Lumdatalbahnvereins inzwischen auch an höchster Stelle in das Bewusstsein der politisch Verantwortlichen Eingang und Anerkennung gefunden hat. Einige, extra gebundene Exemplare wurden überreicht, eines davon an die Landrätin Anita Schneider als Dank für ihren großen Einsatz in den vergangenen Jahren.

Dann bekam jeder der Gäste auch eine Broschüre, bevor man sich bei einem leckeren Imbiss und einem Gläschen Sekt ausführlich über die Reaktivierung und weitere Fragen des öffentlichen Nahverkehrs austauschen konnte.

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