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Scheidungsrate im Kreis Gießen rückläufig

Allendorf (Lumda) | Jeder hat es schon einmal erlebt, eine Scheidung. Entweder persönlich oder im Bekannten- oder Verwandtenkreis. Das Leid der Geschiedenen ist groß, das Leid der Kinder größer. Eine Analyse.

Ehen halten länger


Anders als oft vermutet sind die Zahlen der Scheidungen in Deutschland rückläufig. Auch die Dauer der Ehen hat sich während der letzten Jahre positiv entwickelt. Trotzdem, nicht ganz Deutschland folgt diesem Trend. Im Bundesland Hessen ließen sich die Menschen häufiger Scheiden, ebenfalls betroffen der Kreis Gießen.

Allein im Jahr 2016 wurden im Kreis Gießen 554 Ehen geschieden. 288 davon hatten Kinder. Alles zusammen waren 458 Minderjährige einer Scheidung ausgesetzt. Das sind 16 Scheidungsverfahren mehr als im Jahr davor, wenn die Daten nur auf den Kreis Gießen bezogen werden. Alles zusammen stiegen im Bundesland Hessen die Scheidungsfälle um 430 auf 13.264. Deutschlandweit hingegen ist die Anzahl der Scheidungen um 0,6 Prozent im Vergleich zu 2015 gesunken. Wird die Zahl mit dem Jahr 2012 vergleichen ist das ein Rückgang von 9,3 Prozent. In Zahlen ausgedrückt waren es 2016 162.400 geschiedene Ehen.

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Mehr Kinder bedeuten eine stabile Ehe

Es klingt schon fast ironisch. Kinder sind die Hauptopfer einer geschiedenen Ehe und doch raten Soziologen zu 3 bis 4 Kindern in einer Ehe. In Untersuchungen wurde festgestellt, dass eben 3 bis 4 Kinder die beste Versicherung gegen eine Scheidung sind.

Hat ein Ehepaar überhaupt keine Kinder, liegt der Erfolg einer Ehe bei 50:50. Hingegen bedeutet ein Kind, dass die Wahrscheinlichkeit einer dauerhaften Ehe auf 70 Prozent ansteigt. Auffällig ist auch, dass die meisten Scheidungsanträge immer noch von Frauen eingebracht werden. Das lässt auch den Rückschluss zu, je glücklicher die Frauen in einer Beziehung sind, desto länger hält die Ehe.

Im Kreis Gießen ließen sich die 544 Scheidungen wie folgt aufteilen. 266 Paare ließen sich ohne Kinder scheiden. 160 Paare hatten ein Kind, 99 Paare hatten zwei Kinder und 29 Ex-Ehepaare hatten drei oder mehr Kinder. Diese Zahlen bestätigen auch die Untersuchungen der Soziologen.


Rückläufigen Scheidungen sind bundesweit im Trend

Bundesweit sind trotz der Rückläufigen Scheidungen immer mehr Kinder von einer Scheidung betroffen. Ganze 132.000 Minderjährige mussten 2016 die Scheidung der Eltern miterleben. Ein Jahr zuvor waren es 131.750. Auch im Kreis Gießen ist diese Zahl von 2015 auf 2016 gestiegen. 2015 waren es 456 und 2016 schon 458. Zugute kommen da die Zahlen der "Wiederzusammenführungen", ein Abbruch im laufenden Scheidungsprozess, Stichwort zur/zum Ex zurück.

Diese Zahlen verdeutlichen, wie viele Kinder unter Scheidungen leiden und den Streit um Sorgerecht mitmachen müssen. Eine solch große emotionale Belastung sorgt für viele schlaflose Nächte.

 
 

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von:  Juliane Plettenberg

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Interessensgebiet: Allendorf (Lumda)
Juliane Plettenberg
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