Bürgerreporter berichten aus: Allendorf (Lumda) | Überall | Ort wählen...

Historisches aus dem Heimatmuseum Allendorf zum Nikelsmarkt

Allendorf (Lumda) | Aus dem Archiv des Allendorfer Heimatmuseums

Der Allendorfer Nikelsmarkt

Landgraf Heinrich II. hat der Stadt Allendorf neben der Verleihung der Stadtrechte im Jahre 1370 Marktrechte eingeräumt. In dem Freiheitsbrief erwähnte der Landgraf diesen Markt und verlegte ihn von bisher Mittwoch auf den Donnerstag.
In dem Freiheitsbrief ist u.a. aufgeführt:
„…wer zu dem Markt kommt, der da kaufen und verkaufen will, der soll von Mittwoch bis auf Donnerstag vor Schelte, Kummers und aller Aufhaltung frei sein, es wäre denn, dass er die Freiheit breche und sie freventlich verwahrlose. Der oder die das tun, sollen die Freiheit nicht genießen.“

Damit verlieh Landgraf Heinrich II. dem Markt einen besonderen Schutz.
Es bestand auf allen Märkten eine vollkommene Freiheit des Kaufens und Verkaufens sowie der freien Ankunft und Abreise. Streit und Zank während des Marktes waren verboten und wurden streng bestraft. Zur Aufrechterhaltung der Marktordnung zog jedes Mal eine Bürgergarde in Stärke von 6 Mann auf; ihr gehörte auch ein Tambour an, der am Abend vor dem Markt dessen Eröffnung mit Trommelwirbel
Mehr über...
einleitete. Im Laufe der Zeit wurden jährlich 5 Märkte abgehalten. Der erste Markt im Jahr wurde im Monat März abgehalten, er war ein Frühlingsmarkt, im April folgte dann der Lätaremarkt, dem sich im Juli der Margarethenmarkt und im September der Kreuzerhöhungsmarkt abschloss. Als letzter Markt fand Anfang November der Nikelsmarkt statt. Alle Märkte waren Vieh- und Krämermärkte.

In der letzen Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebten die Märkte in Allendorf nochmals einen neuen Aufschwung. Für die Bevölkerung waren die Märkte hohe Festtage. Es kam viel Volk in die Stadt und es gab viel zu sehen und zu hören. Dies war insbesondere auf den rührigen Bürgermeister Bieber zurückzuführen, der die Landwirtschaft unterstützte.

Das Original-Öl-Portrait von Bürgermeister Bieber und seiner Ehefrau befinden sich Heimatmuseum.



Hatte man auf den Märkten der Vergangenheit neben handwerklichen Waren nur geringfügig Vieh angeboten, so steigerte sich in den folgenden Jahren der Viehauftrieb.

Um die vorletzte Jahrhundertwende verloren die Märkte an Bedeutung, sie gingen zurück. Der letzte Frühlingsmarkt wurde Anfang der 30iger Jahre des letzten Jahrhunderts abgehalten.

Nur der Nikelsmarkt hat sich bis heute erhalten; er ist nur noch ein Krämermarkt, der mit großer Begeisterung von der Bevölkerung gefeiert wird. Der letzte Ferkelauftrieb fand Anfang der 1970iger Jahre statt.

War der Nikelsmarkt nach Ende des Zweiten Weltkrieges mehre Jahrzehnte in unveränderter Weise mit einem Heimatabend am Dienstagabend und den traditionellen Krammarkt gefeiert worden, erfuhr er Ende der 1970iger Jahren wesentliche Veränderungen. Die Nikelsmarktveranstaltungen wurden umfangreich erweitert und damit attraktiver gestaltet. Neu eingeführt wurde der Altstadtmarkt am Sonntag vor dem Krammarkt, für die Kinder am Montag ein Laternenumzug mit anschließender Unterhaltung im Bürgerhaus, die Bärztebürgerschaft wurde ins Leben gerufen, die jeweils am Heimatabend an verdiente Bürger verliehen wird. Nicht zu vergessen die Marktfrauen, die an allen den Marktveranstaltungen repräsentieren.

 
 
 
 

Dies könnte Sie zum Thema auch interessieren

Der Allendorfer Nikelsmarkt gezeichnet vom Maler Huttarsch
Der Nikelsmarkt 2018 in Allendorf (Lumda)
Aus dem Allendorfer Heimatmuseum Zur Einstimmung auf den...
Der Tortenstand der TeuTonia im vergangenen Jahr
Süße Vielfalt beim Altstadtfest: TeuTonia Nordeck bietet großes Kuchensortiment
Ein El Dorado für Süßmäulchen! Es dürfte für jeden Geschmack etwas...
TeuTeens absolvieren ihren ersten Auftritt
Eine gelungene Darbietung der Titel "Geboren um zu leben" und "Say...
Die Bärtzedass
Die Entstehung des Wortes "Anorfer Bätz":
Kunst- und Kunsthandwerker Ausstellung zum 648. Nikelsmarkt im Allendorfer Museum
Das Museumsteam richtet zum 35. Mal zum diesjährigen Nikelsmarkt eine...
Achtung geänderte Öffnungszeiten des Heimatmuseums Allendorf
Allendorfer Heimatmuseum Geänderte Öffnungszeiten im...

Kommentare zum Beitrag

Leider gibt es noch keine Kommentare zu diesem Artikel.
Schreiben Sie doch den ersten!

Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Heimat- und Verkehrsverein Allendorf (Lumda)

von:  Heimat- und Verkehrsverein Allendorf (Lumda)

offline
Interessensgebiet: Allendorf (Lumda)
Heimat- und Verkehrsverein Allendorf (Lumda)
1.594
Nachricht senden
Aktuellste Beiträge des Autors:
Autorenlesung von Jutta Heck
Sechster Kriminalroman von Jule Heck im Heimatmuseum...
Künstlerhof Arnold Allendorf (Lumda):
Ihre schriftliche Anmeldung senden Sie bitte an: Volkshochschule...

Veröffentlicht in der Gruppe

wunderschönes Mittelhessen

wunderschönes Mittelhessen
Mitglieder: 14
Aktuellste Beiträge der Gruppe:
Die Bürgerinitiative Schützt die Lahnaue und Naturfreunde erwandern den Süden der Lahnaue
Am Sonntag, 24.03.2019 traf man sich zur Naturkundlichen...
Frühlingsanfang der Startschuss für Tiere und Pflanzen in einen neuen Lebenszyklus.
Pünktlich zum Frühlingsanfang werde ich mich wieder der wilden Ecke...

Weitere Beiträge aus der Region

Gartenarbeiten im Frühjahr - Teil 5
Gartenmöbel reinigen: Nun ist es höchste Zeit, die Garten- und...
Gartenarbeiten im Frühjahr - Teil 4
Gemüsegarten säen: Entfernen Sie das letzte Wintergemüse, lockern...
Gartenarbeiten im Frühjahr 3
Rasen pflegen: Rücken Sie jetzt dem Moos und Rasenfilz, der sich...

Dieser Beitrag als Banner

Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Link:
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.