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Kooperation statt Konfrontation

Allendorf (Lumda) | …so lautet die Antwort des Vereins Lumdatalbahn e. V. (LB e. V.) auf den jüngsten Vorstoß von Staufenbergs Bürgermeister Peter Gefeller (SPD), eine sogenannte Schnellbuslinie von Staufenberg-Treis nach Gießen zu etablieren. Denn der Verein möchte eine Koexistenz von Bahn und Bus im Lumdatal erreichen, jedes Verkehrsmittel soll seinen Stärken entsprechend eingesetzt werden: Die Bahn als schnelle Verbindung nach Gießen und – mit Umstieg am Gießener Bahnhof – zu weiteren Zielen in Rhein-Main und Mittelhessen. Die Ergebnisse der RMV-Studie zur Lumdatalbahn unterstützen diesen Ansatz.

„Um den Gießener Bahnhof als wichtigsten Umsteigeknoten der Region für die Einwohner des Lumdatals erreichbar zu machen, brauchen wir die Stauunabhängigkeit und Anschlusssicherheit der Bahn“ sagt Manfred Lotz, Vorsitzender des LB e. V. „Der Bus sichert dagegen die Feinerschließung des Lumdatals, er verbindet die Stadt- und Ortsteile auf den Hochflächen und besonders auch die Kernorte von Staufenberg und Lollar. Für beides ist ein Bedarf da, denn die Nutzung des ÖPNV steigt von Jahr zu Jahr, zuletzt beflügelt durch das Schülerticket und das Jobticket für Landesbedienstete. Wer in der Lumdatal-Buslinie 371 unterwegs ist, muss zwischen Gießen und Lollar nicht selten stehen“ fasst LB e. V. - Vorsitzender Lotz die Nachfrageentwicklung zusammen.

Der Vereinsvorsitzende weiter: „Als Verein des Lumdatals sind wir genauso mit der Region verwurzelt wie unser lokaler Busunternehmer, der die Linie 371 in eigenwirtschaftlicher Verantwortung betreiben darf. Und wir haben genauso ein Interesse am Erhalt lokaler Arbeitsplätze wie Bürgermeister Peter Gefeller. Wir wollen aber ein Wachstum im ÖPNV erzielen und keine Bus-Notlösung für Staufenbergs größten, vom Einzelhandel aber leider völlig abgehängten Stadtteil Treis auf Dauer einführen.“

Generell irritiert zeigt sich der Verein über das Vorgehen des Staufenberger Bürgermeisters. Der Verein Lumdatalbahn e. V. fordert Bürgermeister Gefeller auf, endlich den geordneten Weg des Dialogs mit allen Aufgabenträgern und Initiativen zu gehen. Dann dürfte ihm bewusst werden, dass die Lumdatalbahn eine der aktuell stillgelegten Strecken ist, welche das Land Hessen im Sinne einer Verkehrswende als herausgehobenes Projekt einstuft. Überall ist die Bereitschaft zur Reaktivierung der Lumdatalbahn spürbar. Da steht es dem Staufenberger Bürgermeister nicht an, ständig zu bezeichnende konträre Gedanken zu präsentieren. Vor Monaten waren es Busse, die künftig mit Tempo 100 auf der wenige Meter breiten zuasphaltierten Bahntrasse durchs Lumdatal preschen sollten, nun sollen die Busse auf verstopften Bestandsstraßen in nie einzuhaltenden Zeiten verkehren. Das System Schnellbus ist anscheinend weder von Herrn Gefeller noch von der Firma Erletz verstanden worden.
Zur Gestaltung des lokalen Busverkehrs gibt es mit der Verkehrsgesellschaft Oberhessen (VGO) eine klar definierte Planungsebene für den Landkreis Gießen. Der offensichtlich mit dem Busunternehmen abgestimmte Vorstoß zur Einführung von beschleunigten Bussen für den Stadtteil Treis dürfte aber keiner offiziellen VGO-Planung entsprechen. „Ganz bewusst hat das Land Hessen mit dem Rhein-Main-Verkehrsverbund RMV und den lokalen Nahverkehrsgesellschaften, hier der VGO, ein Solidarsystem für die Busplanung und Busfinanzierung eingeführt. Es ist schlimm genug, wenn sich einzelne Busunternehmen gestützt durch europäisches Recht einzelne lukrative Buslinien aus dem Gesamtsystem herauspicken und eigenwirtschaftlich betreiben dürfen. Gänzlich unsolidarisch wird es dann, wenn sich ein einzelner Bürgermeister auf seinen Ort zugeschnittene Busleistungen planen lässt – mit dem offensichtlichen Ziel, die Lumdatalbahn zu torpedieren. Denn die Lumdatalbahn wird von allen Kommunen im Lumdatal gleichermaßen gebraucht, um den Anschluss an die Region zu erhalten“ kommentiert Manfred Lotz die jüngste Idee des Staufenberger Bürgermeisters.

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