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Aus dem Allendorfer Heimatmuseum

Neue“ alte  Marburger evangelische Kindertracht um 1910
Neue“ alte Marburger evangelische Kindertracht um 1910
Allendorf (Lumda) | In unserem Gebiet werden alltags keine Trachten mehr getragen. Nur zu besonderen Anlässen ist die Tracht noch zu sehen. Beispielsweise kleiden sich die Allendorfer Marktfrauen an den Nikelsmarkttagen mit diesen historischen Gewändern.

Aus diesem Grunde wurde bei der Gründung des Allendorfer Heimatmuseums ein Trachtenzimmer eingerichtet. Zu sehen ist die Darmstädter Tracht, die überwiegend in der Kernstadt Allendorf sowie in Climbach üblich war, sowie die Marburger evangelische Tracht, die in Nordeck und Winnen getragen wurde. Inzwischen verfügt das Museum über eine sehr umfangreiche Trachtensammlung. Gefehlt hat bisher eine Kindertracht.

Im 40. Jahr seines Bestehens wurde dem Museum nun eine Marburger evangelische Kindertracht geschenkt. Nachdem eine passende Kinderfigur gefunden wurde, ist diese ab sofort im Museum zu sehen. Spenderin ist Frau Ulrike Ziegler, die als Allendorfer Marktfrau selbst Tracht getragen hat. Dafür nochmals herzlichen Dank.

Tracht ist die in Form und Farbe und Tragweise einheitliche Kleidung einer Region oder einer Gemeinschaft. Sie war die von der gerade
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herrschenden Sitte vorgeschriebene Kleidung und immer auch ein Ausdruck des Lebensgefühls einer Epoche. Ein aufmerksamer Betrachter konnte eine Vielzahl an Informationen anhand einer Tracht ablesen. Dazu gehörte aus welchem Dorf der Träger oder die Trägerin stammt, die augenblickliche wirtschaftliche Situation, die soziale Stellung innerhalb der
der Dorfgemeinschaft und auch, ob jemand ledig, verheiratet oder verwitwet war.

Marburger evangelische Tracht
Die älteste mittelhessische Tracht ist die Hinterländer Tracht des Biedenkopfer Landes. Aus ihr und den teilweise städtischen Vorbildern ist um 1800 die Marburger evangelische Tracht entstanden, die wie oben angeführt in Nordeck und Winnen von den Frauen getragen wurde. Während die katholische Tracht des Amtes Amöneburg und die Schwälmer Tracht des Kreises Ziegenhain an ihren Formen und Farben festhielt, verstanden es die Trägerinnen der Marburger Tracht, diese immer lebendiger zu gestalten. Aus dem ursprünglichen Schwarz-Weiß vom Anfang des 19. Jahrhunderts war sie gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu einer der geschmackfrohesten, farbenfreudigsten hessischen Trachten geworden. Originalteile sind im Trachtenzimmer des Museums zu sehen.

Darmstädter Tracht
Die in Allendorf und Climbach übliche Tracht, ist derjenigen, die in der Zusammenfassung als „Darmstädter“ Tracht bezeichnet wird, zuzuordnen. Es kann sich hier nur um eine Abgrenzbezeichnung zur nahen Marburger Tracht handeln, denn westlich von Allendorf spricht man auch von der „Wetzlarer“ oder der „oberhessischen Bauerntracht“. Die Verbreitung und Erscheinungsform der „Darmstädter Tracht“ wurde um Wetzlar bis nach Gießen, im Busecker Tal, Lahn- und Wiesecker Tal, in den Dörfern südöstlich Gießens, begrenzt von Hüttenberg, getragen. Sie ist nicht sehr farbenfroh, sie hält an der alten Tradition fest, durch die Reformation ausgelöst, keinen großen Luxus an Kleidern zu treiben.

Im Allendorfer Heimatmuseum werden die Kleidungsgewohnheiten der Vorfahren unserer Region lebendig.

Neue“ alte  Marburger evangelische Kindertracht um 1910
Neue“ alte ... 
Schulklasse von Winnen  mit Lehrer Walter und Ehefrau 1922. Die Mädchen sind noch fast alle in Marburger evangelischer Tracht gekleidet.
Schulklasse von Winnen ... 
Aus dem Heimatmuseum
Aus dem Heimatmuseum 
In schwarzer Alltags-Tracht: Elisabeth Lotz, geb. Brömer in Ilschhausen, die Oma von Reinhold und Rolf Gruninger, Allendorf. Auf dem Bauernhof Brömer.
In schwarzer... 

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