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Regulierungen für die E-Zigarette ändern sich 2018

Allendorf (Lumda) | Immer häufiger begegnet man ihr im Alltag: der E-Zigarette. Vor Supermärkten, in der Fußgängerzone und im Café, überall scheint es neuerdings zu dampfen, was das Zeug hält - aber was hat es mit der E-Zigarette wirklich auf sich? Immerhin 3,7 Millionen Deutsche griffen 2016 zu der E-Zigarette, der Markt schreibt immer neue Branchenrekorde und ein Ende des Booms ist nicht abzusehen. Doch ist die E-Zigarette wirklich weniger schädlich als das Rauchen und kann man mit ihrer Hilfe den Tabakzigaretten endlich abschwören?


Nikotinersatztherapien - Hilfe oder lukratives Geschäft?


Für viele Raucher ist das Aufhören eine große Herausforderung - und nicht wenige suchen deshalb dabei nach "Unterstützung" durch sogenannte Nikotinersatztherapien - Nikotinkaugummis-, -Pflaster und Co. Doch nur die wenigsten schaffen es auch tatsächlich, mit Hilfe solcher Nikotinersatztherapien aufzuhören. Das liegt unter anderem daran, dass das Nervengift Nikotin selbst nur eine leicht süchtig machende Wirkung hat und von unserem Körper relativ schnell ausgeschieden wird, wenn kein Nachschub kommt. Es bedarf
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E-Zigarette (1)
rund 45 - 60 Minuten, bis der Körper nach der letzten Tabakzigarette nikotinfrei ist. Viel schlimmer ist die psychologische Sucht, die den Raucher fest im Griff hat. Die Rituale wie die Zigarette am Morgen mit dem ersten Kaffee, oder der Griff zur Zigarette, wenn man aufgeregt ist. Es ist das Gefühl, etwas in der Hand zu halten und "aktiv" daran zu ziehen, das Rauchern in der Aufhörphase fehlt.

Die E-Zigarette wird nicht als Nikotinersatztherapie gehandelt, weswegen man sie auch nicht in der Apotheke kaufen kann. Stattdessen wird sie als weniger schädliche Alternative vermarktet, die beim Rauchstopp helfen kann. Der große Unterschied zur Tabakzigarette? Es kommt zu keinem Verbrennungsprozess, wodurch die E-Zigarette nachgewiesen sehr viel weniger gesundheitsschädigend ist als Tabakprodukte. Und im Gegensatz zu Nikotinpflastern und Co. hat eine Studie des Fachmagazins "Addiction" ergeben, dass 67 % der befragten Raucher es mithilfe der E-Zigarette geschafft haben ganz mit dem Rauchen aufzuhören oder ihren Zigarettenkonsum zumindest deutlich einzuschränken.


Ist die E-Zigarette ohne Risiken?

Lange Zeit eilte der E-Zigarette ein mindestens zweifelshafter Ruf voraus. Das liegt unter anderem daran, dass die ersten
E-Zigaretten technisch noch nicht komplett ausgereift waren und von der Presse sehr kritisch betrachtet wurden. Das lag unter anderem an einem Bericht des Bundesinstituts für Risikoforschung im Jahre 2012, in welchem angedeutet wurde, das einige E-Zigarette krebserzeugende Aldehyde freisetzen würden. In der Öffentlichkeit wurde dies oft fälschlich als "E-Zigaretten sind krebserregend" wiedergegeben. Allerdings fußt diese Behauptung auf einer Untersuchung aus dem Jahre 2010, bei der eine Rauchmaschine für den Test der E-Zigarette genutzt wurde und das Gerät außerhalb der technischen Spezifikation betrieben wurde. Unter normalen Umständen wurden keine krebserregenden Stoffe nachgewiesen, wie eine Studie des Fraunhofer-Instituts ergab.

Für Furore sorgte beispielsweise auch die sogenannte Gateway-Hypothese, die besagt, dass die E-Zigarette für Kinder und Jugendliche ein möglicher Einstieg in das Rauchen von Tabakzigaretten sei. Allerdings konnte diese These mittlerweile von mehreren widerlegt werden: sowohl Public Health England als auch das Mannheimer Institut für Public Health sehen keinen kausalen Zusammenhang zwischen der E-Zigarette und dem Beginn einer Raucherkarriere.


Wie sieht die Studienlage aus?

Das Argument, dass es über die E-Zigarette noch keine aussagefähigen Langzeitstudien gäbe, trifft für die E-Zigarette nicht wirklich zu. Mittlerweile gibt es zahlreiche Studien, die sich mit den Auswirkungen des "Dampfens" befassen und die Ergebnisse sind vielversprechend.

Eine US-Langzeitstudie fand beispielsweise heraus, dass bei ehemaligen Rauchern, die auf die E-Zigarette umgestiegen sind, in 96 Prozent der Fälle eine gesundheitliche Verbesserung bei durch Tabakkonsum verursachten Belastungen einstellte.

Das Royal College of Physicians in London hat in seinem Bericht veröffentlicht, dass die gesundheitlichen Risiken der E-Zigarette bei höchstens fünf Prozent des Schadenspotenzials von herkömmlichen Tabakzigaretten verfüge .

Zusätzlich zu den gesundheitlichen Studien sorgen auch staatliche Regularien dafür, dass die E-Zigarette immer sicherer wird. Seit 2016 ist punktgenau geregelt, welche Inhaltsstoffe sich beispielsweise in Liquids finden dürfen oder dass das E-Zigarette Kaufen für Kinder und Jugendliche untersagt ist.


Eine weniger schädliche Alternative zum Rauchen

Natürlich, am besten für die Gesundheit ist es immer noch, weder zu Rauchen noch zu Dampfen. Aber wer mit dem Rauchen aufhören möchte, es aber "ganz ohne" nicht schafft, für den ist die E-Zigarette eine Alternative, die wesentlich weniger gesundheitsschädigend ist, als die Tabakzigarette.

Die Möglichkeit, mit der E-Zigarette die Nikotinstärke Stück für Stück zu senken, bis man komplett nikotin-entwöhnt ist, kann sie zu einer sinnvollen Hilfe machen, wenn es darum geht, mit dem Rauchen aufzuhören.

 
 

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von:  Doris Lichtermann

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Doris Lichtermann
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