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Moderne Klangästhetik und faszinierende Orgelklänge: Chor TeuTonia Nordeck und Jens Amend gestalteten außergewöhnliches Benefizkonzert

Allendorf (Lumda) | „Modern“ muss nicht zwangsläufig „Pop“ bedeuten: Das zeigte der Gemischte Chor der TeuTonia Nordeck unter der Leitung von Torsten Schön einmal mehr beim Benefizkonzert in der evangelischen Kirche am vergangenen Samstag. Der Erlös des Konzertes, das sich durch ein außergewöhnliches und vielseitiges Programm auszeichnete, soll für die Inspektion und Reinigung der Orgel verwendet werden. Dabei erwies sich die Kombination des ambitionierten Ensembles mit dem virtuosen Organisten Jens Amend eindeutig als Gewinn.

Der Chor präsentierte Ausschnitte aus seinem aktuellen Northern-Lights-Programm, das Werke junger zeitgenössischer Chorkomponisten aus Skandinavien, dem Baltikum und den USA in den Mittelpunkt stellt. Mit Ubi caritas des Isländers Thorsteinsson eröffnete der knapp 25 Stimmen zählende Chor den Konzertabend. Es folgten Kyrie und Agnus Dei aus der Feder des lettischen Komponisten Rihards Dubra - die Sängerinnen und Sänger stimmten das Publikum auf die noch folgenden Stücke ein, die sich alle durch eine moderne, aber dennoch harmonische Klangästhetik auszeichneten. Northern Lights – ein Werk
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des jungen norwegischen Komponisten Ola Gjeilo - war das letzte Stück des ersten Blocks, das die Zuhörer mit seinem ungewöhnlichen Klangcharakter faszinierte. Svenja Käs führte durch das Programm und erläuterte die Inhalte und Besonderheiten der einzelnen Vorträge.
Georg Muffats Toccata Octava war das erste von drei Orgelwerken, die Jens Amend virtuos an der Orgel der evangelischen Kirche zu Gehör brachte. Das barocke Stück entstammt dem Zyklus Apparatus Musico Organisticus und zeichnet sich durch den Wechsel von langsamen und schnellen Passagen aus.
Eine ergreifende Hommage an die Musik präsentierte sodann der Chor mit dem Stück Muusika von Pärt Uusberg aus dem Jahr 2009; vorgetragen in estnischer Sprache mit einer ausgeprägten Dynamik. Auf Alleluja, einem Spiritual, in dem die Männerstimmen bewegt die frohe Botschaft verkündeten, folgte Grace Before Sleep, komponiert von der jungen Amerikanerin Susan LaBarr. Der anspruchsvolle Chorsatz, der ein abendliches Dankgebet thematisiert, überzeugte durch detailgenaue Ausarbeitung und berührende Interpretation.
Das beliebte Orgelwerk Präludium und Fuge G-Dur von Johann Sebastian Bach, wiederum perfekt vorgetragen von Jens Amend, nahm die Zuhörer mit seinem heiteren Schwung für sich ein. Die charakteristischen Tonrepetitionen der Fuge erleichterten das Wiedererkennen des Themas.

Seine Vielseitigkeit stellte der Chor auch im dritten Block unter Beweis: Nach einem melancholischen, weichen Only in Sleep (Eriks Esenvalds, 2012) ließen es die Sängerinnen und Sänger mit dem anspruchsvollen Gospel My Soul’s Been Anchored in the Lord einmal so richtig krachen. Dabei interpretierte der Chor unter dem professionellen und präzisen Dirigat von Torsten Schön nicht nur rhythmisch mitreißend, sondern wusste auch mit beeindruckender Klangfülle zu überzeugen.

Vermutlich noch nie dagewesene Orgelklänge fesselten die Zuhörer im dritten und letzten Vortrag von Jens Amend. Das Werk Salamanca des zeitgenössischen Komponisten Guy Bovet hat seine Wurzeln in der gleichnamigen spanischen Stadt. Ursprünglich einmal als Improvisation entstanden, formte der Komponist es später zu einer Komposition, die nicht nur einen deutlichen spanischen Einfluss erkennen lässt, sondern auch gänzlich ungewöhnlich erklingt.

Zum Abschluss des etwa einstündigen Konzertes hielten die Nordecker für die Zuhörer noch einmal Stücke aus einem völlig anderen Genre bereit: MLK, ein Song der irischen Rockband U2, der eine Würdigung von Martin Luther King zum Inhalt hat, entfaltete sich in weitem Tonumfang mit einem Tenorsolo von Clemens Pietzonka. Mit dem traditionellen irischen Lied The Parting Glass verabschiedete sich der Chor - ein schönes Stück mit weichen Harmonien und einem berührenden Solo von Thomas Weber.

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von:  bettina hofmann-kaes

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